GMDS-Workshop zur Archivierung

Juni 23, 2009

Am 30. Juni findet ein Arbeitstreffen der Arbeitsgruppe “Archivierung von Krankenunterlagen” der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) e. V. statt – ab 10.00 Uhr im SEMINARIS CampusHotel Berlin. Fachleute und qualifizierte Interessierte sind herzlich eingeladen. Im Mittelpunkt stehen drei Workshops zu folgenden Themen:

Workshop 1:

Archivordnungen – Erarbeitung einer Musterarchivordnung

Workshop 2:

IT-Sicherheit in digitalen Archiven – Erarbeitung eines Leitfadens

Workshop 3:

Archivierung strukturierter Daten – Wie werden diese beweissicher elektronisch aufbewahrt?

Das Treffen dient primär zur Erarbeitung von Empfehlungen und technischen Richtlinien zu den genannten aktuellen Themen. Das Programm zu den Workshops ist auf der Website der Arbeitsgruppe zu finden – www.informatik.hs-mannheim.de/aku.

Pro Workshop können sich maximal 25 Teilnehmer anmelden. Zurzeit sind noch Plätze frei. Um kurzfristige Anmeldung wird gebeten. – Am Vorabend findet ein Networking mit Abendessen und Dinner Speech statt.

Die Anmeldung kann nur online über die Homepage der Arbeitsgruppe erfolgen. Jeder Teilnehmer muss sich für einen Workshop entscheiden und kann nur an diesem teilnehmen. Entscheidend für die Teilnahmeberechtigung ist die Reihenfolge bei der Anmeldung. Sollte eine angemeldete Person ihren Teilnahmebetrag nicht innerhalb einer Woche bezahlt haben, so wird dieser Platz wieder frei. Teilnahmeberechtigt sind nur diejenigen Personen, die eine Teilnahmebestätigung erhalten haben.

Die Organisatoren freuen sich auf eine rege Teilnahme:

Volkmar Eder, Tübingen

Leiter der GMDS-Arbeitsgruppe “Archivierung von Krankenunterlagen”

Prof. Dr. Paul Schmücker, Mannheim

Stellvertretender Leiter der GMDS-Arbeitsgruppe

Dr. Christoph Seidel, Braunschweig

Stellvertretender Leiter der GMDS-Arbeitsgruppe


Messe Düsseldorf entwickelt mit Partnern Strategiekonzept „MEDICA 2015“

Juni 18, 2009

medica_logo_4cDas Gesundheitswesen befindet sich weltweit in einem tief greifenden Umstrukturierungsprozess. Daraus ergeben sich für die Medizintechnik-Industrie neue Herausforderungen hinsichtlich der Vermarktung ihrer Produkte. Um auch zukünftig die Hersteller von medizintechnischen Systemen und Lösungen optimal bei der Umsetzung ihrer Marktbearbeitungsstrategien unterstützen zu können, hat die Messe Düsseldorf als Organisator der MEDICA von der Unternehmensberatung Droege & Comp. die Studie „MEDICA 2015“ erarbeiten lassen.

Droege & Comp. arbeitet seit vielen Jahren als Beratungsunternehmen im Gesundheitssektor und ist dabei auch Kooperationspartner der Industrieverbände BVMed, SPECTARIS und ZVEI.

Die Studie „MEDICA 2015“ hat die Megatrends erfasst, die die medizinische Versorgung in den kommenden Jahren stark beeinflussen werden: Steigende Morbidität basierend auf der erhöhten Lebenserwartung in Verbindung mit weltweitem Bevölkerungswachstum, zunehmendes Gesundheitsbewusstsein, stärkere Globalisierung des Gesundheitsmarktes, Änderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen sowie entsprechender Auflagen, Weiterentwicklungen neuer Technologien, zunehmende Bedeutung von E-Health, stärkerer Ausbau des privaten Gesundheitssektors und erhöhter Effizienzdruck im Gesundheitswesen.

„Die Ergebnisse der Studie tragen dazu bei, die MEDICA auch künftig in ihrer Rolle als fachübergreifende Plattform der Gesundheitswirtschaft zu stärken und ihren Status als Weltleitmesse zu sichern“, erklärt Wilhelm Niedergöker, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf.

Das Konzept sieht eine konsequente Fokussierung der MEDICA auf innovative Produkte und Dienstleistungen vor. Globale Aspekte werden dabei ebenso Berücksichtigung finden wie speziell die europäischen Dimensionen etwa hinsichtlich einer voranschreitenden Harmonisierung von Versorgungsprozessen innerhalb der Europäischen Union.

Ebenfalls geplant ist eine Ausweitung des internationalen Seminarprogramms des MEDICA Kongresses.

Jochen Franke ist neuer Vorsitzender des MEDICA-Beirates

Die Umsetzung des auf der Studie basierenden Strategiekonzeptes „MEDICA 2015“ wird in enger Abstimmung mit dem MEDICA-Messebeirat erfolgen, der sich in seiner ersten Sitzung im Jahr 2009 neu konstituiert hat. Den Vorsitz übernommen hat Jochen Franke, Geschäftsführer der Philips GmbH, Unternehmensbereich Healthcare. Die stellvertretenden Vorsitzenden sind Michael Koller, geschäftsführender Gesellschafter der Münchner Medizin Mechanik GmbH, sowie Prof. Dr. Werner A. Scherbaum, Präsident der MEDICA – Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Medizin e. V.. „Der Beirat hat sich zum Ziel gesetzt, das Konzept MEDICA 2015 zum Erfolg zu führen. Durch die Abdeckung verschiedenster Kernkompetenzen innerhalb des Beirats ist gewährleistet, dass allen Aspekten des sich verändernden Gesundheitsmarktes Rechnung getragen wird“, so Jochen Franke.

Hier geht es zur MEDICA 2009 – 18.-21.  November.


Rund um die Bildgebung

Juni 4, 2009

Die KIS-RIS-PACS-Tagung und das DICOM-Treffen finden am 3. und 4. Juli in Mainz statt. Die Themen RIS und PACS werden wieder ergänzt mit aktuellen Beiträgen zu allgemeinen Entwicklungen der IT, die auch zunehmend Auswirkungen auf RIS und PACS haben. Die Bedeutung der IT für die Unterstützung von Forschung und Lehre sowie die Aspekte zur übergreifenden Vernetzung bilden einen weiteren Schwerpunkt. Aussagestarke Vorträge, engagierte Diskussionen und eine attraktive Tagungsatmosphäre kennzeichnen die Veranstaltung. Das Treffen wird ergänzt durch einen Hands-on-Workshop zum Thema Fallsammlung sowie – am 2. Juli ab 18 Uhr als Auftaktveranstaltung – durch die medlounge rhein-main: „Wie viel Vernetzung braucht das Gesundheitswesen?“.

Anmeldung unter Dicom.Mainz@web.de.


Werden Betreiber zu Herstellern?

Juni 2, 2009
Organisatoren und herausragende Referenten des Symposiums

Organisatoren und herausragende Referenten des Symposiums

VDE-Symposium – IT-Vernetzung von Medizinsystemen

Die informationstechnische Vernetzung medizinischer Geräte und Systeme nimmt zu. Die Inhalte der in der EU harmonisierten internationalen Normen zum Risikomanagement (ISO 14971), zur Gebrauchsergonomie („Usability“ – IEC 62366) und Software (IEC 62304) wirken sich künftig bei der Systemintergration von Medizinprodukten (IEC 80001) auch für Betreiber aus. Diese beiden Einflussfaktoren führen zu weitreichenden Veränderungen in den Rahmenbedingungen von Krankenhäusern: War bislang der Hersteller eines Einzelgerätes im Gesamtsystem von Medizintechnik und IT für den störungsfreien Betrieb und die Interoperabilität im Prozess verantwortlich, so wird künftig der Betreiber des Gesamtsystems in die Pflicht genommen – also der Leistungserbringer. In dieser Ausgabe lesen Sie mehrere Artikel zu dieser aktuellen Herausforderung; der vorliegende Artikel fasst eine zweisprachige Veranstaltung des VDE-Institutes, Offenbach, und der Beratungsfirma Prosystem, Hamburg, Ende März in Frankfurt/Main zusammen.

Dies ist die Historie vernetzter Medizingeräte: „In Krankenhäusern existierten zwei physikalisch getrennte Netzwerk-Welten: Medizingeräte-Netzwerke etwa für Monitoring und Radiologie sowie Krankenhaus IT-Netzwerke insbesondere für die Verwaltung“, so Gerhard Weller von Siemens. Seine Liste charakteristischer Kriterien liest sich wie folgt: „Medizingeräte-Netzwerke wurden von Medizingeräteherstellern spezifiziert, geliefert, gewartet; sie waren den Qualitätsmaßnahmen der Medizingerätehersteller unterworfen; zur Verbindung der Medizingeräte ausgelegt, technisch unkompliziert; nicht für andere Geräte oder Netzwerke zugänglich; keinen ungeplanten Veränderungen ausgesetzt; sicher und zuverlässig im Betrieb; preiswert in Anschaffung und Betrieb; langjährig beschaffbar sowie beim Betreiber in der fachkundigen Verantwortung der Medizintechnik“. Heute, so der Experte weiter, verlieren physikalisch getrennte Medizingeräte-Netzwerke an Bedeutung; die Geräte werden zunehmend über allgemeine IT vernetzt. Patientenakten, KIS und das Postulat orts- und zeitunabhängiger Verfügbarkeit von Patienteninformationen fördern dies. Anwenderanforderungen, regulierte Medizingeräte und nicht regulierte IT-Geräte – Produktgruppen mit unterschiedlichen Sicherheitskonzepten – müssen unter einem Dach zusammengeführt werden. Die Zuständigkeit für die Vernetzung liegt bei der EDV-Abteilung – wer verantwortet die Medizingeräte?

Hin zur Eigenverantwortung

Betreiber von Krankenhäusern, so der Tenor der beiden Veranstaltungstage, tragen nach Umsetzung der Richtlinie 2007/47/EG im nächsten Jahr die Verantwortung für Planung, Verifikation, Validierung, Prüfung, Zertifizierung, Betrieb, Dokumentation und kontinuierliche Überprüfung ihrer Netzwerke, in die sie eigenständig Medizinprodukte einbinden. Dafür müssen sie entsprechend qualifiziertes Personal und geeignete Qualitäts- und Risikomanagementsysteme vorhalten. Krankenhausverantwortliche sollten deshalb verstärkt ihre Position in den Normierungsgremien einbringen; zum Zweck eines Dialogs mit Herstellern und Normierungsexperten hatten die Veranstalter international renommierte Referenten nach Frankfurt geholt. Hersteller wie Dräger, Medtronic, Philips und Siemens waren ebenso vertreten wie Normierungsexperten, Benannte Stellen, Berater sowie Leistungserbringer aus Erlangen und Heidelberg.

Zur künftigen Norm IEC 80001-1

„Werden Medizingeräte in IT-Netzwerke eingebunden, müssen die Sicherheitsanforderungen, die der Gesetzgeber für Medizinprodukte erlassen hat, auf den ‚zuverlässigen Betrieb im Netz’ übertragen werden“, beschrieb Michael Bothe vom VDE-Institut die Problemstellung. „Werden in einem System Produkte mehrerer Hersteller verwendet [was üblicherweise der Fall ist], so bietet die neue Norm IEC 80001 einen Risikomanagement-Ansatz, um die Zusammenarbeit der Parteien, die an der Integration der Geräte in dieses Netzwerk beteiligt sind, unter Federführung des Betreibers sicherheits- und vertragskonform zu regeln“. Die Norm enthält Vorschläge für Zuständigkeitsvereinbarungen, mit denen Inbetriebnahme, Anwendung, Neukonfigurierung und Außerbetriebnahme von IT-Netzwerken über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu regeln sind. Der Schwerpunkt der IEC 80001-1, so Oliver Christ von Prosystem, „liegt auf Sicherheit, Leistungsfähigkeit, Datenschutz und Interoperabilität“; mit der Veröffentlichung als Norm ist Ende 2010 zu rechnen.

Krankenhäuser in den Dialog integrieren

In einem Panel, das der IT-Anbieter Oracle sponserte, diskutierten Expertenanwender aus Heidelberg und Mannheim, Vertreter von IT- und Medizintechnikunternehmen sowie aus dem Bereich Regulierung und Berater darüber, welche Konsequenzen sich aus den veränderten Rahmenbedingungen ergeben und wie sich Leistungserbringer heute auf die Veränderungen vorbereiten können. So beschrieb CIO Prof. Dr. Björn Bergh, wie das Heidelberger Uniklinikum eine Trennung von Medizintechnik- und IT-Netz realisiert, um Schwierigkeiten etwa bei der Datensicherheit zu vermeiden – ist also der Weg zurück in die getrennten Welten der richtige Ansatz?

Weitere Veranstaltungen zur Wissensvermittlung und Stärkung des Dialogs sind laut Bothe und Christ in Vorbereitung.

Lunch Panel: Expertenanwender diskutierten mit Vertretern von IT-, Medizintechnik- und Beratungsunternehmen sowie Regulierungseinrichtungen (Fotos: MR)

Lunch Panel: Expertenanwender diskutierten mit Vertretern von IT-, Medizintechnik- und Beratungsunternehmen sowie Regulierungseinrichtungen (Fotos: MR)


TopClinica-Kongress – „Medizin braucht Zukunft“

Juni 2, 2009

Fachkongress im Mittelpunkt der TopClinica 2009

„Medizin braucht Zukunft“ – unter diesem Titel startet die Messe Stuttgart im Rahmen der TopClinica vom 24. bis 26. Juni auf der Neuen Messe Stuttgart mit einem völlig neuen und hochkarätigen Kongress. International renommierte Referenten werden die spannendsten Innovationen vorstellen, die es zurzeit in den Bereichen Medizintechnik, Medizinforschung und Klinikorganisation gibt. An den drei Vormittagen stehen die medizinischen Fortschritte im Vordergrund, an den Nachmittagen geht es um ökonomische Themen, die das wirtschaftliche Überleben von Krankenhäusern sichern.

Das Bild bestimmt die Zukunft der Medizin

Der erste Vormittag auf dem Kongress „Medizin braucht Zukunft“ ist ganz dem Bild gewidmet. In seinem Impulsreferat wird Prof. Bamberg, Direktor des Universitätsklinikums Tübingen, den Bogen von der innovativen Diagnostik bis zur individualisierten Therapie spannen. In drei Panels geht es dann um die neuesten Methoden zur Diagnostik von Herz-, Krebs- und Gehirnerkrankungen. Schneller, besser, schonender ist das Motto von Prof. Achenbach aus Erlangen, der über die Zukunft der Kardio-CT sprechen wird. Prof. Langer aus Freiburg stellt den neuen 4D-MRT zur Diagnostik des Herz-Kreislaufsystems vor, Torsten Krümmel aus Jena das Magnetfeld-Imaging-System und Dr. Beer aus München erklärt die Bedeutung von PET/CT und SPECT/CT für die Diagnostik des Herzens.

Vor allem in der onkologischen Bildgebung führen die neuen Hybridgeräte zu einem Paradigmenwechsel. „Sie verschieben den Fokus von einer rein organbezogenen Sicht hin zu einer ganzheitlichen Krankheitsdiagnostik“, so Prof. Claussen aus Tübingen. Die Verlaufsbeobachtung und Optimierung von Tumortherapien mittels hybrider Bildgebung ist der Schwerpunkt des Vortrags von Dr. Antoch aus Essen. Prof. Schulz-Wendtland aus Erlangen wird über seine Erfahrungen mit der digitalen Mammographie mit Tomosynthese berichten und Prof. Günter Layer aus Ludwigshafen die Frage stellen, ob die virtuelle Endoskopie mittels CT oder Kernspin eine gleichwertige Alternative zur herkömmlichen Magen-Darmspiegelung darstellt.

Auch das Gehirn gibt allmählich seine Geheimnisse preis. Faszinierende Einblicke in unser Denkorgan wird Prof. Forsting aus Essen dem Publikum zeigen. „Was kann die moderne Bildgebung zur Früherkennung von Alzheimer leisten?“ fragt Prof. Daniela Berg aus Tübingen. Prof. Hampel aus Dublin stellt die gleiche Frage für die Parkinson-Krankheit und Prof. Henkes aus Stuttgart macht sich auf die Spur des Schlaganfall-Risikos.

Wie kommt das Neue in die Medizin?

Eine Medizin mit Zukunft braucht einen ständigen Fluss an Innovationen – aber auch die kritische Reflexion, ob das Neue in jedem Fall besser ist als das Alte. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, Prof. Bauer, wird sich am zweiten Kongresstag in seinem Impulsreferat mit dem Innovationstransfer in der Chirurgie auseinandersetzen. Im Panel „Chirurgie ohne Skalpell“ stellt Prof. Lange aus München eine Herzklappen-OP mittels Katheter vor und Prof. Gerlinde Debus aus Dachau die fokussierte Ultraschalltherapie, mit der sie bereits Myome in der Gebärmutter entfernt. Prof. Rösch aus Hamburg ist einer der wenigen, die sich mit dem Endoskop an den Darmkrebs herantrauen. Und was von Blinddarmoperationen durch den Mund oder Gallenblasen-OP’s durch die Vagina zu halten ist, wird Prof. Buhr aus Berlin in seinem Vortrag über NOTES sehr kritisch beleuchten.

Komplizierte Eingriffe werden durch Navigationsgeräte immer perfekter und risikoärmer. Sie legen den roten Faden durch sensible Körperregionen und führen via Bildgebung den Operateur sicher ans Ziel. Am Beispiel der Strahlentherapie erläutert dies Prof. Wenz aus Mannheim, für die Neurochirurgie Prof. Seifert aus Frankfurt, für die Endoprothetik Dr. Bäthis aus Köln. Wie die Rekonstruktion eines zerstörten Gesichts mithilfe des Computers möglich ist, zeigt Prof. Zeilhofer aus Basel mit aufregenden Vor- und Nachher-Bildern.

Ingenieure, Physiker und Mediziner arbeiten gemeinsam an elektronischen Implantaten, die verloren gegangene Körperfunktionen wiederherstellen sollen. Prof. Pfister leitet das Cochlear-Implantat-Zentrum in Tübingen, neue Schrittmacher für die Tiefe Hirnstimulation setzt Prof. Volkmann aus Kiel ins Gehirn seiner Parkinson- oder Depressionspatienten ein. Neuronale Prothesen für Gelähmte entwickelt Prof. Andrea Kübler aus Tübingen und Prof. Körfer aus Bad Oeynhausen forscht an immer besseren Kunstherzen, die die Zeit bis zur Transplantation überbrücken.

Präzision statt Standard: Zielgerichtete Therapien

Auch die Pharmaindustrie braucht Zukunft. Deshalb ist der Freitagvormittag den Innovationen aus der Biotechnologie gewidmet. Ob gegen Demenz oder Depression, gegen Gehirntumor, Darm- oder Brustkrebs: Personalisierte Arzneien werden bald die Blockbuster ersetzen. Wie winzigste Nanopartikel mit chemischen Wirkstoffen zu Krebsstammzellen gelangen, wird Prof. Borlak aus Hannover erklären. Die Züchtung von Gewebe zeitigt erste Erfolge. Inzwischen gibt es nicht nur Haut und Knorpel aus dem Labor, wie Dr. Sittinger aus Berlin erläutern wird. Dr. Sodian aus München arbeitet an mitwachsenden Herzklappen für Babys aus Nabelschnurblut und Dr. Johanne Schanz aus Stuttgart an Trägerstrukturen für neue Organe aus Darmgewebe.

Überlebensstrategien für Kliniken

Die High-Tech-Medizin wird immer schneller und schonender – billiger wird sie nicht. Der technologische Fortschritt muss aber nicht nur Geld kosten – er kann auch helfen, Geld einzusparen. In seinem Impulsreferat wird am Freitag der Klinische Direktor des Klinikums Stuttgart, Prof. Krier, die Entwicklung des Krankenhauses von der Manufaktur zum modernen Dienstleistungsunternehmen nachzeichnen. 

An den Nachmittagen des Kongresses „Medizin braucht Zukunft“ stehen die ökonomische Fragen der Kliniken im Vordergrund: Können durch kluge Strukturveränderungen Rationierungen vermieden und Kliniken trotzdem wirtschaftlich geführt werden? Was tragen IT-Systeme, Patientenpfade, Logistik und Controlling zur Prozessoptimierung bei? Können Krankenhausinformationssysteme und biometrische Methoden eine Klinik in die Zukunft führen? Welche Einsparpotentiale und Gewinnchancen bergen Kooperationen?

Auf Messers Schneide: Live aus dem OP der Zukunft

Auf Messers Schneide steht der Donnerstagnachmittag. Prof. Wallwiener wird eine Live-Übertragung aus dem Innovations-OP OR1 der Tübinger Universitätsfrauenklinik moderieren. Dieser Operationssaal – einer der modernsten in Europa – wurde von den Firmen Karl Storz und Erbe installiert. Hier gibt es weder Stolperfallen aus Kabeln noch Probleme mit den Schnittstellen. Über einen zentralen Touchscreen sind sämtliche Geräte zu bedienen. Auch das Problem der Hygiene scheint hier gelöst. Doch viele Kliniken und OP’s kämpfen noch gegen den Angriff der Superbakterien. Der Hygieniker Dr. Zastrow aus Berlin weiß die Antwort, wie diese unsichtbaren Feinde zu stoppen sind. Kurze Liegezeiten sind angenehm für den Patienten und gut für das Budget der Klinik. Doch wie erreicht man dies ohne „blutige Entlassungen“? Fast-Track-Chirurgie scheint die Lösung. Wie sie funktionieren kann, erläutern Prof. Schwenk aus Hamburg, Dr. Sander aus Berlin, Prof. Köninger und Dr. Junger aus Stuttgart.

Medizin ohne Grenzen

Der Freitagnachmittag öffnet die Grenzen weit über Deutschland hinaus. Telemedizinprojekte werden auf ihre Machbarkeit überprüft, ebenso die viel beschworene Globalisierung, die im Gesundheitsmarkt angeblich Einzug hält und doch immer wieder an den nationalen Schlagbäumen scheitert. Grenzen überwindet der internationale Patiententourismus, doch wie wird er sich entwickeln in Zeiten der Krise? Und haben Thailand, Indien und Singapur nicht längst schon die Nase vorn?

Neben den Fortschritten der Medizin wird auf dem Kongress auch eine der wichtigsten Zukunftsfragen unserer Gesellschaft erörtert werden: Können wir uns das alles noch für alle leisten? Impulsvorträge von bekannten Persönlichkeiten thematisieren ethische Fragen des medizinischen Fortschritts. In Podiums- sowie in Pro-und-Contra-Diskussionen stoßen gegensätzliche Meinungen aufeinander, die sicherlich zu spannenden Debatten mit dem Publikum führen werden.

Am 24. Juni findet von 16 bis 17 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema statt “MPG-Novelle greift 2010 – Wie bereiten sich Krankenhäuser bei IT und Medizintechnik vor?”.

Mehr Informationen zu Kongress und Ausstellung gibt es in der Juni-Ausgabe von Management & Krankenhaus. Leser können eines von zehn Tagestickets im Wert von 89 € gewinnen. E-Mail mit Stichwort “TopClinica” an die Redaktion genügt – mk@gitverlag.com; Einsendeschluss ist der 17. Juni. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

www.topclinica.de


Neues Vorstandsteam

April 30, 2009
Winfried Post, Agfa HealthCare

Winfried Post, Agfa HealthCare

Im April wurde Dr. Volker Wetekam, Executive Vice President IT-Division, Agfa-Gevaert N.V., Mortsel/Belgien, zum Vorstandsvorsitzenden der Agfa HealthCare AG, Trier, berufen. Er arbeitet seit dem September 2008 im Unternehmen und verantwortet weltweit das IT-Geschäft des Anbieters im Gesundheitssektor. Zu weiteren Vorständen der AG wurden Winfried Post (General Manager Agfa HealthCare D-A-CH) und Albrecht Müller (Geschäftsführer Agfa HealthCare GmbH) ernannt.


“Bis 30 Prozent Sachkostenersparnis in Krankenhäusern”

April 14, 2009

Erster Workshop des ISiGO-Kompetenznetzwerks am 12. Mai in Berlin

Der Obama-Slogan „Yes We Can” war schon vor den US-Präsidentschaftswahlen Leitspruch des auf Sachkosteneinsparung in Krankenhäusern zielenden Firmen-Kompetenznetzwerks ISiGO. Wie es dem in Berlin ansässigen Firmenverbund gelingt, in 13 Sachkostenbereichen von A wie Apotheke über I wie IT bis V wie Verwaltung Ersparnisse von dauerhaft bis zu 30 Prozent, verbunden mit sichtbarer Qualitätsverbesserung (!) zu erzielen, ist Gegenstand eines kostenfreien Workshops am 12. Mai 2009 in Berlin. Krankenhausmanager, Verwaltungsleiter und Vertreter von Trägereinrichtungen mittelgroßer Häuser erhalten Einblick in die oft erstaunliche Praxis des innovativen Sparmanagements im Gesundheits- und Organisationswesen.

Die bereits in die Krankenhauspraxis überführten Thesen, mit denen Netzwerkmanager Helmut Unützer aufwartet, klingen durchaus spektakulär. So gibt es in ersten Krankenhäusern kein Food & Beverage-Lager mehr, erhalten Patienten Buffet- statt Bestellverpflegung, sinken gleichzeitig die Verpflegungssätze pro Patient und Tag auf 3,90 €. Weitere Themen des Workshops, die von den rund 20 ISiGO-Verbundpartnern vorgestellt werden: „Haustechnik all inclusive: Energie optimal – wie geht das?”, „Im Krankenhaus nicht an IT sparen, sondern mit IT sparen”, „Das gewinnbringende Labor” und „Chirurgische Instrumente als Investment”.

Termin: Dienstag, 12.5.09, 9.30 bis 15.30 Uhr
Veranstaltungsort: Konferenzraum des Netzwerks ISiGO,
Ollenhauerstraße 15-16, 13403 Berlin
(Nähe Flughafen Tegel, U 6 bis Kurt-Schumacher-Platz)

Anmeldungen (bis 5. 5.): formlos unter Tel. +49 (0) 30 26309950
oder Mail: info@isigo.de


Trends und Themen der Healthcare-IT

April 14, 2009
conhIT - der deutsche Branchentreff für Healthcare-IT

conhIT - der deutsche Branchentreff für Healthcare-IT

conhIT – Berlin, 21.-23. April

Der deutsche Branchentreff für Healthcare-IT (www.conhit.de) legt trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds zu: Bereits fünf Wochen vor dem Start der conhIT war die Ausstellerzahl des Vorjahres überschritten worden. Zu den Ausstellern der Industrie-Messe gehören die großen Player der Branche sowie zahlreiche Mittelständler, die zeigen, wie der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik die medizinische Versorgung ganz konkret verbessern kann. In der„messefreien Zeit” am Vormittag können sich Aussteller und Besucher im Kongress oder in den vertiefenden Seminaren der Akademie fortbilden.

Ambulant-stationäre Vernetzung, digitale Bildgebung und Prozessoptimierung in ambulanten und stationären medizinischen Einrichtungen: Das sind nur einige der Themen, über die sich Besucher auf der diesjährigen conhIT informieren können. Wie im Vorjahr präsentieren die Aussteller eine breite Palette an Neuheiten und Weiterentwicklungen. Auch wenn die Gesundheitsbranche von der Finanzkrise nicht in dem Maße betroffen ist wie andere Branchen: der ökonomische Druck auf die medizinischen Einrichtungen nimmt vorläufig nicht ab. Kein Wunder also, dass zahlreiche Aussteller Lösungen zur Prozessoptimierung und zum Controlling anbieten, die Kliniken und ambulanten medizinischen Einrichtungen helfen können, bei bestmöglicher Patientenversorgung optimal zu wirtschaften. Im ambulanten Bereich haben unter anderem Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und Ärztenetze einen hohen Bedarf an effizienten Strukturen und transparenten Prozessen. Dem tragen die Gesundheits-IT-Hersteller zunehmend Rechnung. In Ärztenetzen kann eine Optimierung der Patientenversorgung oft schon dadurch erreicht werden, dass relevante Patientendaten jederzeit zur Verfügung stehen. Das gewährleisten so genannte Netzakten, die Ärzten den sicheren Zugriff auf von Kollegen eingestellte Patientendaten ermöglichen. Entsprechende Lösungen werden auf der Industrie-Messe vorgestellt.

Digitale Diagnose
Dass Gesundheits-IT mehr ist als Prozessoptimierung und Bereitstellung von Patientendaten, zeigen auf der conhIT die zahlreichen Hersteller von Lösungen für die klinische Diagnostik. Zwar sind digitale RIS- und PACS-Lösungen in vielen Einrichtungen längst zum Standard geworden. Trotzdem geht die Entwicklung weiter, etwa in Richtung zunehmend mobiler Lösungen sowie einer immer tieferen Integration zwischen digitaler Bildgebung und medizintechnischen Lösungen anderer Art.

Auch Anbieter digitaler Sprachlösungen zeigen, wie man der Bürokratie Herr werden kann. Denn Kliniken, die bei der Erstellung von Dokumenten auf digitales Diktat und Spracherkennung setzen, beschleunigen nicht nur die Erstellung von Arztbriefen und Befunden; sie entlasten auch die Ärzte, erhöhen die Patientensicherheit und unterstützen die einrichtungsübergreifende Vernetzung. Dauerte es in der Vergangenheit oft mehrere Tage, bis ein Arztbrief oder ein Befund tatsächlich zur Verfügung stand, kann das durch IT-Einsatz dramatisch beschleunigt werden.

Kongress, Akademie und Messe
Die conhIT bietet vormittags fokussierte Weiterbildungsangebote zu branchenspezifischen, praxisrelevanten Themen. Aussteller und Besucher können aus insgesamt 15 Sessions des Kongresses und sechs interaktiven Seminaren der conhIT-Akademie auswählen und sich ein Programm nach den eigenen Interessen zusammenstellen. Ärzte und berufliche Pflegende erhalten für die Teilnahme am zertifizierten conhIT-Programm auch in diesem Jahr Fortbildungspunkte. Nachmittags öffnet die Industrie-Messe mit einem umfassenden Überblick des Produkt- und Dienstleistungsangebotes von Healthcare-IT. Dem immer wichtigeren Networking wird breiter Raum eingeräumt, z.B. mit ganztägig geöffneten Networking-Bereichen.

Die zeitliche Aufteilung der Elemente soll auch den aktiven Austausch zwischen Herstellern, Anwendern und den maßgeblichen Innovationstreibern im Markt fördern – ein Anspruch der Branche, der sich im Grußwort der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt wiederfindet. Sie hat erstmalig die Schirmherrschaft der conhIT übernommen.

Highlights im Überblick
Dienstag, 21. April
- 09.00 – ca. 10.30 Uhr: Eröffnungsveranstaltung mit Keynotes von Neil Jordan, Microsoft, und Dr. Doris Pfeiffer, GKV-Spitzenverband
- ab 19.00 Uhr conhIT-Party für Fachbesucher und Aussteller im Messeeingang Süd
Mittwoch, 22. April


„Eine prägende Persönlichkeit der IT fürs Gesundheitswesen“

März 15, 2009

Prof. Paul Schmücker feiert runden Geburtstag

 

Prof. Paul Schmücker (links) und sein ehemaliger Schüler, Dr. Carl Dujat (Foto: MR)

Prof. Paul Schmücker (links) und sein ehemaliger Schüler, Dr. Carl Dujat (Foto: MR)

 „Paul Schmücker hat sich als glühender Verfechter praktikabler Lösungsansätze im Bereich Healthcare IT einen Namen gemacht“, fasst sein ehemaliger Schüler Dr. Carl Dujat zusammen. Der „stete, mitunter unbequeme Mahner für Praxisnähe und Wirtschaftlichkeit der Lösungen“ wurde Mitte März 60 Jahre alt.

Die Entwicklung der Medizininformatik prägte Prof. Schmücker mehr als ein Vierteljahrhundert hindurch in mehreren Funktionen mit: Als Referent und Organisator von Fachveranstaltungen, als Vorsitzender mehrerer Arbeitsgruppen, als Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen – insbesondere des „Leitfadens für das rechnerunterstützte Dokumentenmanagement und die digitale Archivierung von Patientenunterlagen im Gesundheitswesen“ in Zusammenarbeit mit dem GIT Verlag – sowie als Professor für das Lehrgebiet Medizinische Informatik an der Hochschule Mannheim, wo er heute als Institutsleiter tätig ist.

In seinen „Heidelberger Jahren“ war Prof. Schmücker Stellvertreter des Lehrstuhlinhabers Prof. Dr. Reinhold Haux, der heute Geschäftsführender Direktor am Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig ist. Wie beurteilt Prof. Haux die Person und die Arbeit des Jubilars? „Paul Schmücker hat fachlich äußerst viel bewegt. Er ist eine beeindruckende Persönlichkeit, die – auch wenn es einmal Gegenwind gibt – die Position hält und die Akteure auf den verschiedenen Seiten verbindet.“

Was wünschen ihm der ehemalige Vorgesetzte und der Schüler für die Zukunft? „Weiterhin ganz viele Projekte, an denen er mitwirken und die er – mit Ruhe und Gelassenheit – auf einen guten Weg bringen kann.“ Sollten große Vorhaben, bei denen Prof. Schmücker eine tragende Rolle innehat, nicht vor seinem (Un)Ruhestand realisiert werden – fügt Dr. Dujat mit einem Schmunzeln hinzu – „so gehen wir davon aus, dass Paul auch nach diesem sich langsam abzeichnenden Termin die wesentlichen Veranstaltungen der Branche in gekannter Art und Weise kompetent begleiten und kommentieren wird!“.

Kollegen, Partner, Freunde und der Verlag wünschen dem Jubilar alles Gute.

 

Stationen eines engagierten Lebens

 

Nach seinem Studium der Informatik mit Nebenfach Betriebswirtschaftslehre forschte Prof. Schmücker am Physiologischen Institut der Universität Kiel und arbeitete im Institut für Medizinische Informatik der Universität Gießen. Als IT-Leiter des Universitätsklinikums Heidelberg war er mit der Planung und Koordination der Informationsverarbeitung und der Durchführung von Projekten im Bereich der Patientenversorgung betraut. Daraufhin wurde er als Professor für das Lehrgebiet Medizinische Informatik an der Hochschule Mannheim tätig, wo er heute die Funktion des Institutsleiters innehat.

 

Seine Arbeitsschwerpunkte bilden u. a.:

Strategisches und taktisches Informationsmanagement im Gesundheitswesen

Workflow im Krankenhaus

Elektronisches Dokumentenmanagement und digitale Archivierung

Elektronische Patientenakte

Elektronische Gesundheitsakte

Elektronische Gesundheitskarte

Gesundheitstelematik und telemedizinische Anwendungen

Klinische Arbeitsplatzsysteme

Rechtsfragen zur Dokumentation, Kommunikation und Archivierung im Gesundheitswesen

Bewertung von Informationssystemen des Gesundheitswesens

 

Zu diesen Themen ist er auf zahlreichen Tagungen und Seminaren als Redner vertreten. Außerdem kann er auf über 150 Fachaufsätze in Zeitschriften oder Sammelbänden verweisen. Er ist Veranstalter von mehr als 30 Fachkonferenzen zu elektronischen Dokumentenmanagement- und Archivierungssystemen bzw. rechnerunterstützten Informationssystemen des Gesundheitswesens.

 

Er übernahm die Konsortialführerschaft im Verbundprojekt „ArchiSig – Beweiskräftige und sichere Langzeitarchivierung digital signierter Dokumente”, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wurde. Ferner erarbeitete er federführend das Gutachten „SEPA BaWü – die sektorenübergreifende elektronische Patientenakte: Spezifikation für prototypische Anwendungen zur rechnerunterstützten regionalen Informationsversorgung im Gesundheitswesen des Landes Baden-Württemberg” für das Sozialministerium Baden-Württemberg und das Gesundheitsforum Baden-Württemberg.

 

In den letzten Jahren beschäftigte er sich intensiv mit der Integration der Elektronischen Gesundheitskarte in rechnerunterstützte Krankenhausinformationssysteme und mit der Anbindung der Krankenhäuser an die Gesundheitstelematikplattform, insbesondere mit den Schnittstellen zwischen Krankenhaus und Telematikplattform und den dadurch bedingten Änderungen der rechnerunterstützten Behandlungsprozesse im Krankenhaus.

 

Prof. Schmücker leitete über lange Jahre die Arbeitsgruppen „Archivierung von Krankenunterlagen” und „Informationssysteme im Gesundheitswesen” der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) e.V. Seit 2008 ist er Leiter des GMDS-Fachausschusses „Medizinische Informatik”.


Triebfeder für die elektronische Signatur

März 4, 2009

Kompetenzzentrum mit Ziel der Durchsetzung im Gesundheitswesen

 

Kostengünstiger, rascher, sicherer informieren und kommunizieren: Eine Modernisierung im Bereich Dokumentenmanagement, Informationsfluss und Archivierung bietet dem Gesundheitssektor Milliarden an Einsparungen und eine Vielzahl von Prozessvorteilen. Eine wichtige Grundlage hierfür bildet die elektronische Signatur; hier mangelt es nicht an plausiblen Methoden und erprobten Lösungen, sondern an der Bereitwilligkeit zum Wandel. Die Vermittlung der Ansätze und Vorteile hat sich der Verein „Competence Center für die elektronische Signatur im Gesundheitswesen“ (CCESigG) zum Ziel gesetzt, der Anfang März in Braunschweig gegründet wurde.

 

Qualifizierte Signaturen und Zeitstempel sind laut dem deutschen Signaturgesetz eine Voraussetzung für die rechtssichere elektronische Archivierung klinischer Dokumente. Das Einsparpotential, das eine branchenweite Einführung digitaler Ansätze erschließen würde, ist beeindruckend: In Deutschland wird für die mehr als 500.000 Betten der Leistungserbringer jährlich jeweils ca. ein Meter Papier archiviert. Die Gesamtkosten für die Verwaltung und Archivierung der konventionellen Akten betragen ca. 2,5 Mrd. €.

 

Eine beweissichere elektronische Archivierung klinischer Dokumente setzt den Einsatz elektronischer Signaturen voraus. Auch andere Verfahren – wie etwa die Mikroverfilmung – bieten im Übrigen keine gesetzlich festgeschriebene Beweissicherheit. Für den Einsatz der elektronischen beweissicheren Archivierung -  auch über einen Zeitraum von 30 Jahren – haben in den letzten Jahren zahlreiche Projekte und Vorarbeiten die Basis bereitet. Ein Einsatz dieser Verfahren im Gesundheitswesen hat jedoch bislang nicht im größeren Umfang stattgefunden; Aktivitäten beschränken sich auf Einzelprojekte. Deshalb begeben sich manche Kliniken auf den unsicheren Weg der elektronischen Archivierung ohne den Einsatz elektronischer Signaturen und unter Verzicht auf eine beweissichere Archivierung. Zur Verfahrensabsicherung werden Einzelvereinbarungen mit Haftpflichtversicherungen getroffen.

 

Ziele und Aktivitäten des Kompetenzzentrums

Vor diesem Hintergrund hat sich eine Reihe von Akteuren zur Zusammenarbeit entschlossen, um eine flächendeckende Einführung der elektronischen Signatur und ihren langfristig gesicherten Einsatz im Gesundheits- und Sozialwesen voranzubringen. Dies ist auch eine wichtige Voraussetzung für die Einführung des Heilberufeausweises und der elektronischen Gesundheitskarte. – Als bundesweite Plattform für Kliniken, Institutionen und Arbeitsgruppen, Softwarehersteller, Trustcenter und Dienstleister beschäftigt sich das neu gegründete CCESigG beispielsweise mit standardisierten Schnittstellen zwischen beteiligten Komponenten, mit der Einbettung der Signatur in Prozesse oder der Klärung des Verfahrens zum ersetzenden Scannen. Folgende Maßnahmen sind geplant:

·         Einrichtung einer neutralen Plattform zur Verbreitung der elektronischen Signatur im Gesundheitswesen, die die Interessen von Arbeitsgruppen und Organisationen, Kliniken, Herstellerfirmen von Krankenhaus- und Signatursoftware, Trustcentern und Scandienstleistern bündelt.

·         Durchführung von Informationsveranstaltungen zur elektronischen Signatur im Gesundheitswesen.

·         Zur Information der Mitglieder des CCESigG wird ein Informationsdienst über Gesetzesänderungen, Standardisierungen und ablaufende Sicherheitsanforderungen eingerichtet.

·         Konzeption und Entwicklung von standardisierten Schnittstellen zwischen Langzeitarchivierungssystemen und Unterstützung der GMDS-Arbeitsgruppe Archivierung von Krankenunterlagen.

·         „Entwicklung von Best Practice-Lösungen“ für den Umgang mit der elektronischen Signatur bei der Integration in die bestehenden Prozesse im Klinikalltag.

·         Initialberatung bei der Einführung von elektronischen Signaturen.

 

Finanzieren wird sich das Kompetenzzentrum – das für weitere Mitglieder offen ist – in den ersten drei Jahren durch eine Kombination aus den Mitgliedsbeiträgen, eigenen Erlösen sowie einer Förderung durch das Land Niedersachen und die Stadt Braunschweig.

 

„Einen Markt schaffen“

Die Vorteile des Einsatzes moderner digitaler Technologien für Dokumentenmanagement, Informationsfluss und Archivierung sind in den Augen Helmut Schüttigs klar erkennbar. Der Geschäftsführer des Klinikums Braunschweig, das in Zusammenarbeit insbesondere mit der TU Braunschweig bei elektronischen Signaturen bereits eine Vorreiterrolle einnimmt, erläuterte: „Wir sind angesichts von 11 km konventionellen Akten und 2 km Befunden äußerst bestrebt, Einsparungen an Räumen, Infrastruktur und auch Personal zu erzielen. Kürzere Abläufe – weniger Telefonate, weniger Turnschuhakrobatik – werden die Effizienz steigern und auch die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter erhöhen. Es ist an der Zeit, dass die gesamte Branche dies erkennt und dazu beiträgt, dass ein tragfähiger Markt für Lösungen entsteht.“ Dr. Christoph Seidel zeigte sich „über den Zuspruch seitens Kliniken, Institutionen und der Industrie sehr erfreut.“ Anfang März, so der IT-Leiter am Klinikum Braunschweig und soeben gewählte CCESigG-Vorsitzende, „haben wir den Grundstein gelegt für die Bündelung der Aktivitäten im Bereich der elektronischen Signatur – damit in vielen Punkten Klarheit geschaffen werden kann, die heute noch Kliniken verunsichern.“ Das Geld, das bislang in die konventionelle Archivierung fließt, lässt sich künftig unter Ausnutzung des gesamten Potentials zweckdienlicher IT für die Patientenversorgung, auch intersektoral, nutzbringend verwenden.

Prägende Köpfe des CCESigG - Braunschweig, Anfang März (Foto: MR)

Prägende Köpfe des CCESigG - Braunschweig, Anfang März (Foto: MR)


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