Trends und Themen der Healthcare-IT

April 14, 2009
conhIT - der deutsche Branchentreff für Healthcare-IT

conhIT - der deutsche Branchentreff für Healthcare-IT

conhIT – Berlin, 21.-23. April

Der deutsche Branchentreff für Healthcare-IT (www.conhit.de) legt trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds zu: Bereits fünf Wochen vor dem Start der conhIT war die Ausstellerzahl des Vorjahres überschritten worden. Zu den Ausstellern der Industrie-Messe gehören die großen Player der Branche sowie zahlreiche Mittelständler, die zeigen, wie der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik die medizinische Versorgung ganz konkret verbessern kann. In der„messefreien Zeit” am Vormittag können sich Aussteller und Besucher im Kongress oder in den vertiefenden Seminaren der Akademie fortbilden.

Ambulant-stationäre Vernetzung, digitale Bildgebung und Prozessoptimierung in ambulanten und stationären medizinischen Einrichtungen: Das sind nur einige der Themen, über die sich Besucher auf der diesjährigen conhIT informieren können. Wie im Vorjahr präsentieren die Aussteller eine breite Palette an Neuheiten und Weiterentwicklungen. Auch wenn die Gesundheitsbranche von der Finanzkrise nicht in dem Maße betroffen ist wie andere Branchen: der ökonomische Druck auf die medizinischen Einrichtungen nimmt vorläufig nicht ab. Kein Wunder also, dass zahlreiche Aussteller Lösungen zur Prozessoptimierung und zum Controlling anbieten, die Kliniken und ambulanten medizinischen Einrichtungen helfen können, bei bestmöglicher Patientenversorgung optimal zu wirtschaften. Im ambulanten Bereich haben unter anderem Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und Ärztenetze einen hohen Bedarf an effizienten Strukturen und transparenten Prozessen. Dem tragen die Gesundheits-IT-Hersteller zunehmend Rechnung. In Ärztenetzen kann eine Optimierung der Patientenversorgung oft schon dadurch erreicht werden, dass relevante Patientendaten jederzeit zur Verfügung stehen. Das gewährleisten so genannte Netzakten, die Ärzten den sicheren Zugriff auf von Kollegen eingestellte Patientendaten ermöglichen. Entsprechende Lösungen werden auf der Industrie-Messe vorgestellt.

Digitale Diagnose
Dass Gesundheits-IT mehr ist als Prozessoptimierung und Bereitstellung von Patientendaten, zeigen auf der conhIT die zahlreichen Hersteller von Lösungen für die klinische Diagnostik. Zwar sind digitale RIS- und PACS-Lösungen in vielen Einrichtungen längst zum Standard geworden. Trotzdem geht die Entwicklung weiter, etwa in Richtung zunehmend mobiler Lösungen sowie einer immer tieferen Integration zwischen digitaler Bildgebung und medizintechnischen Lösungen anderer Art.

Auch Anbieter digitaler Sprachlösungen zeigen, wie man der Bürokratie Herr werden kann. Denn Kliniken, die bei der Erstellung von Dokumenten auf digitales Diktat und Spracherkennung setzen, beschleunigen nicht nur die Erstellung von Arztbriefen und Befunden; sie entlasten auch die Ärzte, erhöhen die Patientensicherheit und unterstützen die einrichtungsübergreifende Vernetzung. Dauerte es in der Vergangenheit oft mehrere Tage, bis ein Arztbrief oder ein Befund tatsächlich zur Verfügung stand, kann das durch IT-Einsatz dramatisch beschleunigt werden.

Kongress, Akademie und Messe
Die conhIT bietet vormittags fokussierte Weiterbildungsangebote zu branchenspezifischen, praxisrelevanten Themen. Aussteller und Besucher können aus insgesamt 15 Sessions des Kongresses und sechs interaktiven Seminaren der conhIT-Akademie auswählen und sich ein Programm nach den eigenen Interessen zusammenstellen. Ärzte und berufliche Pflegende erhalten für die Teilnahme am zertifizierten conhIT-Programm auch in diesem Jahr Fortbildungspunkte. Nachmittags öffnet die Industrie-Messe mit einem umfassenden Überblick des Produkt- und Dienstleistungsangebotes von Healthcare-IT. Dem immer wichtigeren Networking wird breiter Raum eingeräumt, z.B. mit ganztägig geöffneten Networking-Bereichen.

Die zeitliche Aufteilung der Elemente soll auch den aktiven Austausch zwischen Herstellern, Anwendern und den maßgeblichen Innovationstreibern im Markt fördern – ein Anspruch der Branche, der sich im Grußwort der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt wiederfindet. Sie hat erstmalig die Schirmherrschaft der conhIT übernommen.

Highlights im Überblick
Dienstag, 21. April
- 09.00 – ca. 10.30 Uhr: Eröffnungsveranstaltung mit Keynotes von Neil Jordan, Microsoft, und Dr. Doris Pfeiffer, GKV-Spitzenverband
- ab 19.00 Uhr conhIT-Party für Fachbesucher und Aussteller im Messeeingang Süd
Mittwoch, 22. April


Neuer Präsident und CEO – GE Healthcare Deutschland

April 7, 2009
Dr. Rolf Lucas, Präsident und CEO GE Healthcare Deutschland

Dr. Rolf Lucas, Präsident und CEO GE Healthcare Deutschland

GE Healthcare – der Geschäftsbereich Gesundheitswesen der General Electric Company mit 17 Milliarden US-$ Umsatz – hat am 6. April die Ernennung von Dr.  Rolf Lucas zum neuen Präsidenten und CEO von GE Healthcare Deutschland bekannt gegeben.

Dr. Lucas wird im Geschäftsbereich eine führende Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung von Strategien einnehmen, um die Marktposition auszubauen und das Wachstumspotenzial des Unternehmens voll auszuschöpfen.

Reinaldo Garcia, Präsident und CEO für GE Healthcare in der EMEA-Region (Europa, Mittlerer Osten & Afrika), betonte: „Deutschland ist einer der strategischen Schlüsselmärkte für GE Healthcare mit starken Wachstumsmöglichkeiten in den kommenden Jahren. Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrungen im Gesundheitswesen und seiner Führungsqualitäten wird Dr. Rolf Lucas das von uns in Deutschland gelegte Fundament ausbauen.”

Dr. Lucas kommentierte seine Ernennung: „Für GE Healthcare ist Deutschland ein bedeutender Wachstumsmarkt, deshalb müssen wir unsere langfristige Strategie in diesem Markt fortsetzen. Unser Ziel ist es, Wachstum durch innovative diagnostische Bildgebungs- und Informationstechnologien zu erreichen, die zu einem effizienteren, kosteneffektiveren und qualitativ höherwertigen Gesundheitssystem in Deutschland beitragen. GE Healthcare kann umfassende Lösungen von der medizinischen Bildgebung über Life Sciences bis zur medizinischen Diagnostik liefern. Indem wir unseren Kunden und dem Gesundheitswesen helfen, Erkrankungen früher zu entdecken und zu behandeln, hoffen wir, die Patientenversorgung in Deutschland verändern zu können.”

Dr. Lucas leitete zuvor das familieneigene Unternehmen für medizintechnische Geräte und war mit unterschiedlichen Führungspositionen bei großen Konzernen wie Philips und Picker betraut.  Darüber hinaus war er COO am Universitätsklinikum Mainz. Zuletzt war Lucas Geschäftsführer der Asklepios International GmbH.

Er studierte in Münster und St. Gallen in der Schweiz und schloss das Studium mit einem Doktor in Betriebswirtschaft ab. Darüber hinaus erhielt er am Institute of Technology, Florida, USA, einen MBA.


Neue Verfahren und Methoden der Bildverarbeitung für die Medizin

April 2, 2009
Die Macher des BVM 2009

Die Macher des BVM 2009

Workshop dient dem Erfahrungsaustausch und präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse

Von Ralf Buchholz und Michael Reiter

Im Jahr 1993 trafen sich auf Initiative von Prof. Thomas Tolxdorff in Freiburg Medizininformatiker, Naturwissenschaftler und Mediziner, um sich über Fragen und Projekte rund um die Bildverarbeitung in der Medizin auszutauschen. Das Interesse bei den Teilnehmern war groß und man stellte schnell fest, dass an verschiedenen Stellen vielversprechende Forschungen zum Thema angestoßen worden waren. Also musste ein Forum her, in dem sich die Gemeinschaft austauschen kann. So war die Idee zum Workshop “Bildverarbeitung für die Medizin” (BVM) geboren. Der Berliner Medizininformatiker fand in Prof. Hans-Peter Meinzer aus Heidelberg, Prof. Thomas Martin Deserno aus Aachen und Prof. Heinz Handels aus Hamburg drei Mitstreiter für die Organisation der jährlich stattfindenden Veranstaltung.

Zur 17. Auflage kamen jetzt mehr als 230 Teilnehmer im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg zusammen. Neben dem Erfahrungsaustausch unter und zwischen Entwicklern und Anwendern von Bildverarbeitungssoftware stand wieder die Weiterbildung im Fokus. “Wir möchten allen Akteuren auch die Denk- und Sichtweisen der jeweils anderen vermitteln. Daher haben wir z.B. bewusst zwei verschiedenartige Tutorials angeboten. Das eine beschäftigte sich mit der Frage, wie Radiologen sehen, im anderen wurde das Medical Imaging Interaction Toolkit (MITK, www.mitk.org) vorgestellt, eine freie Softwarebibliothek zur Vereinfachung der Entwicklung interaktiver medizinischer Bildverarbeitungsprogramme”, beschreibt Dr. Uwe Engelmann, Senior Research Scientist in der Abt. Medizinische und Biologische Informatik am DKFZ, einen wichtigen Aspekt des viertägigen Workshops.

Im Programm wurden alle Aspekte der Bildverarbeitungsprozesse aufgegriffen. Beginnend mit der Diagnoseunterstützung und Therapieplanung gewinnt der Aspekt der Therapieunterstützung immer mehr Gewicht, wie Mitorganisator Dr. Ingmar Wegner sagt: “Assistenzsysteme zur intraoperativen Navigation können Eingriffe deutlich vereinfachen und beschleunigen. Hier geht es jedoch ausschließlich um eine Unterstützung bei der Entscheidungsfindung. Letztlich hat der Chirurg oder Orthopäde während der Intervention das letzte Wort, abhängig von der individuellen Situation.” Den Initiatoren und Veranstaltern des BVM geht es nicht zuletzt um die Förderung des Miteinanders von Medizin und Informatik.

OP-Navigation bei Weichgewebeeingriffen

Dass das konkrete Auswirkungen in der Praxis hat, zeigt exemplarisch die Arbeit von Dr. Matthias Baumhauer, für die ihm das Programmkomitee in diesem Jahr den BVM Award für herausragende Abschlussarbeiten verliehen hat. Er beschäftigt sich mit der Kompensation der Organverschieblichkeit bei der laparoskopischen Chirurgie in Echtzeit.

Das Problem: Computergestützte Informations- und Navigationssysteme sind heute lediglich für Eingriffe an starren Organen kommerziell verfügbar. Bei Eingriffen an Organen, die sich durch Atmung oder Herzschlag des Patienten verschieben, sind sie nur sehr eingeschränkt praktikabel.

Die Lösung: Durch den Einsatz vollautomatisierter Methoden zur Verarbeitung gewonnener Bilddaten und einer Echtzeitverarbeitung der endoskopischen Videobilder wird das Endoskop stets mit der aktuellen Patientenanatomie registriert (in Übereinstimmung gebracht). So können während der Operation verdeckte anatomische Strukturen mit dem Live-Videobild des Endoskops überlagert und so dem Operateur sichtbar gemacht werden. Diese Unterstützung kann beispielsweise bei kritischen Präparationsphasen der Tumorchirurgie eingesetzt werden, um die Lage eines Tumors im Organinneren und umliegende Risikostrukturen beurteilen zu können. Da auf externe Trackingsysteme verzichtet wird, ist eine schnelle und sichere Handhabung im OP gewährleistet.

Das Ergebnis: Auf Basis dieses Verfahrens ist ein prototypisches Navigationssystem entwickelt worden, das derzeit an 50 Patienten zum Einsatz in der computerassistierten Behandlung von Prostatakarzinomen klinisch evaluiert wird. Das System ermöglicht eine neue Qualität der operativen Therapie, da vorab die genaue anatomische Lage von Tumor und umliegenden Risikostrukturen bekannt ist. Interventionen werden dadurch kürzer, sicherer und schonender für den Patienten, Krankenhäuser können mehr Patienten in derselben Zeit behandeln.

BVM 2010

Im nächsten Jahr findet der Workshop “Bildverarbeitung für die Medizin” vom 14. bis 16. März im Universitätsklinikum der RWTH Aachen statt.

Weitere Informationen im Internet unter http://www.bvm-workshop.org.

 

 

 

 


Triebfeder für die elektronische Signatur

März 4, 2009

Kompetenzzentrum mit Ziel der Durchsetzung im Gesundheitswesen

 

Kostengünstiger, rascher, sicherer informieren und kommunizieren: Eine Modernisierung im Bereich Dokumentenmanagement, Informationsfluss und Archivierung bietet dem Gesundheitssektor Milliarden an Einsparungen und eine Vielzahl von Prozessvorteilen. Eine wichtige Grundlage hierfür bildet die elektronische Signatur; hier mangelt es nicht an plausiblen Methoden und erprobten Lösungen, sondern an der Bereitwilligkeit zum Wandel. Die Vermittlung der Ansätze und Vorteile hat sich der Verein „Competence Center für die elektronische Signatur im Gesundheitswesen“ (CCESigG) zum Ziel gesetzt, der Anfang März in Braunschweig gegründet wurde.

 

Qualifizierte Signaturen und Zeitstempel sind laut dem deutschen Signaturgesetz eine Voraussetzung für die rechtssichere elektronische Archivierung klinischer Dokumente. Das Einsparpotential, das eine branchenweite Einführung digitaler Ansätze erschließen würde, ist beeindruckend: In Deutschland wird für die mehr als 500.000 Betten der Leistungserbringer jährlich jeweils ca. ein Meter Papier archiviert. Die Gesamtkosten für die Verwaltung und Archivierung der konventionellen Akten betragen ca. 2,5 Mrd. €.

 

Eine beweissichere elektronische Archivierung klinischer Dokumente setzt den Einsatz elektronischer Signaturen voraus. Auch andere Verfahren – wie etwa die Mikroverfilmung – bieten im Übrigen keine gesetzlich festgeschriebene Beweissicherheit. Für den Einsatz der elektronischen beweissicheren Archivierung -  auch über einen Zeitraum von 30 Jahren – haben in den letzten Jahren zahlreiche Projekte und Vorarbeiten die Basis bereitet. Ein Einsatz dieser Verfahren im Gesundheitswesen hat jedoch bislang nicht im größeren Umfang stattgefunden; Aktivitäten beschränken sich auf Einzelprojekte. Deshalb begeben sich manche Kliniken auf den unsicheren Weg der elektronischen Archivierung ohne den Einsatz elektronischer Signaturen und unter Verzicht auf eine beweissichere Archivierung. Zur Verfahrensabsicherung werden Einzelvereinbarungen mit Haftpflichtversicherungen getroffen.

 

Ziele und Aktivitäten des Kompetenzzentrums

Vor diesem Hintergrund hat sich eine Reihe von Akteuren zur Zusammenarbeit entschlossen, um eine flächendeckende Einführung der elektronischen Signatur und ihren langfristig gesicherten Einsatz im Gesundheits- und Sozialwesen voranzubringen. Dies ist auch eine wichtige Voraussetzung für die Einführung des Heilberufeausweises und der elektronischen Gesundheitskarte. – Als bundesweite Plattform für Kliniken, Institutionen und Arbeitsgruppen, Softwarehersteller, Trustcenter und Dienstleister beschäftigt sich das neu gegründete CCESigG beispielsweise mit standardisierten Schnittstellen zwischen beteiligten Komponenten, mit der Einbettung der Signatur in Prozesse oder der Klärung des Verfahrens zum ersetzenden Scannen. Folgende Maßnahmen sind geplant:

·         Einrichtung einer neutralen Plattform zur Verbreitung der elektronischen Signatur im Gesundheitswesen, die die Interessen von Arbeitsgruppen und Organisationen, Kliniken, Herstellerfirmen von Krankenhaus- und Signatursoftware, Trustcentern und Scandienstleistern bündelt.

·         Durchführung von Informationsveranstaltungen zur elektronischen Signatur im Gesundheitswesen.

·         Zur Information der Mitglieder des CCESigG wird ein Informationsdienst über Gesetzesänderungen, Standardisierungen und ablaufende Sicherheitsanforderungen eingerichtet.

·         Konzeption und Entwicklung von standardisierten Schnittstellen zwischen Langzeitarchivierungssystemen und Unterstützung der GMDS-Arbeitsgruppe Archivierung von Krankenunterlagen.

·         „Entwicklung von Best Practice-Lösungen“ für den Umgang mit der elektronischen Signatur bei der Integration in die bestehenden Prozesse im Klinikalltag.

·         Initialberatung bei der Einführung von elektronischen Signaturen.

 

Finanzieren wird sich das Kompetenzzentrum – das für weitere Mitglieder offen ist – in den ersten drei Jahren durch eine Kombination aus den Mitgliedsbeiträgen, eigenen Erlösen sowie einer Förderung durch das Land Niedersachen und die Stadt Braunschweig.

 

„Einen Markt schaffen“

Die Vorteile des Einsatzes moderner digitaler Technologien für Dokumentenmanagement, Informationsfluss und Archivierung sind in den Augen Helmut Schüttigs klar erkennbar. Der Geschäftsführer des Klinikums Braunschweig, das in Zusammenarbeit insbesondere mit der TU Braunschweig bei elektronischen Signaturen bereits eine Vorreiterrolle einnimmt, erläuterte: „Wir sind angesichts von 11 km konventionellen Akten und 2 km Befunden äußerst bestrebt, Einsparungen an Räumen, Infrastruktur und auch Personal zu erzielen. Kürzere Abläufe – weniger Telefonate, weniger Turnschuhakrobatik – werden die Effizienz steigern und auch die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter erhöhen. Es ist an der Zeit, dass die gesamte Branche dies erkennt und dazu beiträgt, dass ein tragfähiger Markt für Lösungen entsteht.“ Dr. Christoph Seidel zeigte sich „über den Zuspruch seitens Kliniken, Institutionen und der Industrie sehr erfreut.“ Anfang März, so der IT-Leiter am Klinikum Braunschweig und soeben gewählte CCESigG-Vorsitzende, „haben wir den Grundstein gelegt für die Bündelung der Aktivitäten im Bereich der elektronischen Signatur – damit in vielen Punkten Klarheit geschaffen werden kann, die heute noch Kliniken verunsichern.“ Das Geld, das bislang in die konventionelle Archivierung fließt, lässt sich künftig unter Ausnutzung des gesamten Potentials zweckdienlicher IT für die Patientenversorgung, auch intersektoral, nutzbringend verwenden.

Prägende Köpfe des CCESigG - Braunschweig, Anfang März (Foto: MR)

Prägende Köpfe des CCESigG - Braunschweig, Anfang März (Foto: MR)


Neuer General Manager

Dezember 15, 2008

Nach sieben Jahren im Bereich der klinischen Auftragsforschung bei Parexel hat Dr. Thomas Berger (46) die Position des General Manager Medical Division bei Fujifilm Deutschland in Düsseldorf übernommen. In dieser Rolle wird der Arzt, Medizininformatiker und Betriebswirt die strategische Ausrichtung des Unternehmens mit Healthcare als Kerngeschäftsfeld aktiv mitgestalten.


Neuer CEO

Dezember 15, 2008

 

Er gab sein Debüt in der Öffentlichkeit bei einer RSNA-Pressekonferenz am 1. Dezember: Hermann Requardt (53) ist der neue CEO von Siemens Healthcare Sektor. Er tritt die Nachfolge von Jim Reid-Anderson an, der sein Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt hatte. Requardt wird ferner weiterhin als CTO fungieren. Neuer CFO des Sektors ist Michael Sen in der Nachfolge von Klaus Stegemann.


Lust und Frust

Oktober 24, 2008

Heilen und Helfen sind die Kardinaltugenden von Ärzten und Apothekern, Pflegedienstleistenden oder auch Funktionären im Gesundheitswesen. Bei Erfolg stellt sich dann im Regelfall ein hoher Lustgewinn ein, denn was sollte es Schöneres und Befriedigenderes geben, als Mitmenschen auf dem Weg zur Besserung zu sehen und dabei mitgewirkt zu haben? Also pure Lust. Doch schon seit längerem macht sich Frust breit. Krankenkassen gehen am Krückstock, Krankenhäuser schreiben Defizite, Krankenschwestern sind Lohndumping ausgesetzt und Ärzte stöhnen unter immer neuen Verwaltungsvorschriften, die ihnen jene Zeit stehlen, die für Patienten fehlt.

Einig wie selten sind sich alle Ursachenforscher allerdings, warum der jetzige Zustand des angeblich besten und ziemlich teuren Gesundheitswesens auf Gottes Erdboden so unbefriedigend erscheint. Ein Jahrzehnte lang liebevoll gepflegter Flickenteppich aus Partikularinteressen, politischer Einflussnahme und Selbstbedienungsmentalität hat die deutsche Medizin in eine Sackgasse geführt. Immer stärker auf Details versessene politische Vorgaben haben das System verkompliziert, ja teilweise unsteuerbar gemacht. Verwaltung statt Heilen, Formularkrieg statt Helfen, Frust statt Lust.

Auswüchse, die zu einem unkontrollierbaren Wildwuchs führten, machen die Struktur letztlich kaputt. Den Herausforderungen zeigt sich eine in diesem Fachbereich regierungsunfähige, weil sich selbst paralysierende große Koalition nicht mehr gewachsen. Und vom Gesundheitsfonds ist nur zu erwarten, dass alles teuer wird und nichts einfacher, was de facto auf die schlechteste aller Varianten hinausläuft. Da wäre Weiterwursteln bis zu Neuwahlen mit einer dann hoffentlich klaren Richtungskompetenz die bessere Lösung. Denn, Hand aufs Herz, das ministerielle Weglächeln der Probleme nutzt herzlich wenig, sondern erzeugt beim staunenden Publikum nur Frust ohne Lust.

Eva Britsch

In der nächsten Ausgabe der Management & Krankenhaus erfahren Sie wieder Interessantes rund um den Klinikalltag – ob Medizintechnik, Pharma, Diagnostik oder Management-Lösungen – unser Redaktionsteam wirft einen Blick auf aktuelle Themen, lässt Experten zu Wort kommen und informiert Sie passend zur Medica mit einer extra umfangreichen Ausgabe: Welche Vorteile bringt eine PPP-Finanzierung? Wie bewährt sich die HPV-Impfung in der Praxis? Was gibt’s Neues zur elektronischen Gesundheitskarte? Erscheinungstermin ist der 14. November 2008!


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