Neuer Präsident und CEO – GE Healthcare Deutschland

April 7, 2009
Dr. Rolf Lucas, Präsident und CEO GE Healthcare Deutschland

Dr. Rolf Lucas, Präsident und CEO GE Healthcare Deutschland

GE Healthcare – der Geschäftsbereich Gesundheitswesen der General Electric Company mit 17 Milliarden US-$ Umsatz – hat am 6. April die Ernennung von Dr.  Rolf Lucas zum neuen Präsidenten und CEO von GE Healthcare Deutschland bekannt gegeben.

Dr. Lucas wird im Geschäftsbereich eine führende Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung von Strategien einnehmen, um die Marktposition auszubauen und das Wachstumspotenzial des Unternehmens voll auszuschöpfen.

Reinaldo Garcia, Präsident und CEO für GE Healthcare in der EMEA-Region (Europa, Mittlerer Osten & Afrika), betonte: „Deutschland ist einer der strategischen Schlüsselmärkte für GE Healthcare mit starken Wachstumsmöglichkeiten in den kommenden Jahren. Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrungen im Gesundheitswesen und seiner Führungsqualitäten wird Dr. Rolf Lucas das von uns in Deutschland gelegte Fundament ausbauen.”

Dr. Lucas kommentierte seine Ernennung: „Für GE Healthcare ist Deutschland ein bedeutender Wachstumsmarkt, deshalb müssen wir unsere langfristige Strategie in diesem Markt fortsetzen. Unser Ziel ist es, Wachstum durch innovative diagnostische Bildgebungs- und Informationstechnologien zu erreichen, die zu einem effizienteren, kosteneffektiveren und qualitativ höherwertigen Gesundheitssystem in Deutschland beitragen. GE Healthcare kann umfassende Lösungen von der medizinischen Bildgebung über Life Sciences bis zur medizinischen Diagnostik liefern. Indem wir unseren Kunden und dem Gesundheitswesen helfen, Erkrankungen früher zu entdecken und zu behandeln, hoffen wir, die Patientenversorgung in Deutschland verändern zu können.”

Dr. Lucas leitete zuvor das familieneigene Unternehmen für medizintechnische Geräte und war mit unterschiedlichen Führungspositionen bei großen Konzernen wie Philips und Picker betraut.  Darüber hinaus war er COO am Universitätsklinikum Mainz. Zuletzt war Lucas Geschäftsführer der Asklepios International GmbH.

Er studierte in Münster und St. Gallen in der Schweiz und schloss das Studium mit einem Doktor in Betriebswirtschaft ab. Darüber hinaus erhielt er am Institute of Technology, Florida, USA, einen MBA.


„Eine prägende Persönlichkeit der IT fürs Gesundheitswesen“

März 15, 2009

Prof. Paul Schmücker feiert runden Geburtstag

 

Prof. Paul Schmücker (links) und sein ehemaliger Schüler, Dr. Carl Dujat (Foto: MR)

Prof. Paul Schmücker (links) und sein ehemaliger Schüler, Dr. Carl Dujat (Foto: MR)

 „Paul Schmücker hat sich als glühender Verfechter praktikabler Lösungsansätze im Bereich Healthcare IT einen Namen gemacht“, fasst sein ehemaliger Schüler Dr. Carl Dujat zusammen. Der „stete, mitunter unbequeme Mahner für Praxisnähe und Wirtschaftlichkeit der Lösungen“ wurde Mitte März 60 Jahre alt.

Die Entwicklung der Medizininformatik prägte Prof. Schmücker mehr als ein Vierteljahrhundert hindurch in mehreren Funktionen mit: Als Referent und Organisator von Fachveranstaltungen, als Vorsitzender mehrerer Arbeitsgruppen, als Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen – insbesondere des „Leitfadens für das rechnerunterstützte Dokumentenmanagement und die digitale Archivierung von Patientenunterlagen im Gesundheitswesen“ in Zusammenarbeit mit dem GIT Verlag – sowie als Professor für das Lehrgebiet Medizinische Informatik an der Hochschule Mannheim, wo er heute als Institutsleiter tätig ist.

In seinen „Heidelberger Jahren“ war Prof. Schmücker Stellvertreter des Lehrstuhlinhabers Prof. Dr. Reinhold Haux, der heute Geschäftsführender Direktor am Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig ist. Wie beurteilt Prof. Haux die Person und die Arbeit des Jubilars? „Paul Schmücker hat fachlich äußerst viel bewegt. Er ist eine beeindruckende Persönlichkeit, die – auch wenn es einmal Gegenwind gibt – die Position hält und die Akteure auf den verschiedenen Seiten verbindet.“

Was wünschen ihm der ehemalige Vorgesetzte und der Schüler für die Zukunft? „Weiterhin ganz viele Projekte, an denen er mitwirken und die er – mit Ruhe und Gelassenheit – auf einen guten Weg bringen kann.“ Sollten große Vorhaben, bei denen Prof. Schmücker eine tragende Rolle innehat, nicht vor seinem (Un)Ruhestand realisiert werden – fügt Dr. Dujat mit einem Schmunzeln hinzu – „so gehen wir davon aus, dass Paul auch nach diesem sich langsam abzeichnenden Termin die wesentlichen Veranstaltungen der Branche in gekannter Art und Weise kompetent begleiten und kommentieren wird!“.

Kollegen, Partner, Freunde und der Verlag wünschen dem Jubilar alles Gute.

 

Stationen eines engagierten Lebens

 

Nach seinem Studium der Informatik mit Nebenfach Betriebswirtschaftslehre forschte Prof. Schmücker am Physiologischen Institut der Universität Kiel und arbeitete im Institut für Medizinische Informatik der Universität Gießen. Als IT-Leiter des Universitätsklinikums Heidelberg war er mit der Planung und Koordination der Informationsverarbeitung und der Durchführung von Projekten im Bereich der Patientenversorgung betraut. Daraufhin wurde er als Professor für das Lehrgebiet Medizinische Informatik an der Hochschule Mannheim tätig, wo er heute die Funktion des Institutsleiters innehat.

 

Seine Arbeitsschwerpunkte bilden u. a.:

Strategisches und taktisches Informationsmanagement im Gesundheitswesen

Workflow im Krankenhaus

Elektronisches Dokumentenmanagement und digitale Archivierung

Elektronische Patientenakte

Elektronische Gesundheitsakte

Elektronische Gesundheitskarte

Gesundheitstelematik und telemedizinische Anwendungen

Klinische Arbeitsplatzsysteme

Rechtsfragen zur Dokumentation, Kommunikation und Archivierung im Gesundheitswesen

Bewertung von Informationssystemen des Gesundheitswesens

 

Zu diesen Themen ist er auf zahlreichen Tagungen und Seminaren als Redner vertreten. Außerdem kann er auf über 150 Fachaufsätze in Zeitschriften oder Sammelbänden verweisen. Er ist Veranstalter von mehr als 30 Fachkonferenzen zu elektronischen Dokumentenmanagement- und Archivierungssystemen bzw. rechnerunterstützten Informationssystemen des Gesundheitswesens.

 

Er übernahm die Konsortialführerschaft im Verbundprojekt „ArchiSig – Beweiskräftige und sichere Langzeitarchivierung digital signierter Dokumente”, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wurde. Ferner erarbeitete er federführend das Gutachten „SEPA BaWü – die sektorenübergreifende elektronische Patientenakte: Spezifikation für prototypische Anwendungen zur rechnerunterstützten regionalen Informationsversorgung im Gesundheitswesen des Landes Baden-Württemberg” für das Sozialministerium Baden-Württemberg und das Gesundheitsforum Baden-Württemberg.

 

In den letzten Jahren beschäftigte er sich intensiv mit der Integration der Elektronischen Gesundheitskarte in rechnerunterstützte Krankenhausinformationssysteme und mit der Anbindung der Krankenhäuser an die Gesundheitstelematikplattform, insbesondere mit den Schnittstellen zwischen Krankenhaus und Telematikplattform und den dadurch bedingten Änderungen der rechnerunterstützten Behandlungsprozesse im Krankenhaus.

 

Prof. Schmücker leitete über lange Jahre die Arbeitsgruppen „Archivierung von Krankenunterlagen” und „Informationssysteme im Gesundheitswesen” der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) e.V. Seit 2008 ist er Leiter des GMDS-Fachausschusses „Medizinische Informatik”.


Triebfeder für die elektronische Signatur

März 4, 2009

Kompetenzzentrum mit Ziel der Durchsetzung im Gesundheitswesen

 

Kostengünstiger, rascher, sicherer informieren und kommunizieren: Eine Modernisierung im Bereich Dokumentenmanagement, Informationsfluss und Archivierung bietet dem Gesundheitssektor Milliarden an Einsparungen und eine Vielzahl von Prozessvorteilen. Eine wichtige Grundlage hierfür bildet die elektronische Signatur; hier mangelt es nicht an plausiblen Methoden und erprobten Lösungen, sondern an der Bereitwilligkeit zum Wandel. Die Vermittlung der Ansätze und Vorteile hat sich der Verein „Competence Center für die elektronische Signatur im Gesundheitswesen“ (CCESigG) zum Ziel gesetzt, der Anfang März in Braunschweig gegründet wurde.

 

Qualifizierte Signaturen und Zeitstempel sind laut dem deutschen Signaturgesetz eine Voraussetzung für die rechtssichere elektronische Archivierung klinischer Dokumente. Das Einsparpotential, das eine branchenweite Einführung digitaler Ansätze erschließen würde, ist beeindruckend: In Deutschland wird für die mehr als 500.000 Betten der Leistungserbringer jährlich jeweils ca. ein Meter Papier archiviert. Die Gesamtkosten für die Verwaltung und Archivierung der konventionellen Akten betragen ca. 2,5 Mrd. €.

 

Eine beweissichere elektronische Archivierung klinischer Dokumente setzt den Einsatz elektronischer Signaturen voraus. Auch andere Verfahren – wie etwa die Mikroverfilmung – bieten im Übrigen keine gesetzlich festgeschriebene Beweissicherheit. Für den Einsatz der elektronischen beweissicheren Archivierung -  auch über einen Zeitraum von 30 Jahren – haben in den letzten Jahren zahlreiche Projekte und Vorarbeiten die Basis bereitet. Ein Einsatz dieser Verfahren im Gesundheitswesen hat jedoch bislang nicht im größeren Umfang stattgefunden; Aktivitäten beschränken sich auf Einzelprojekte. Deshalb begeben sich manche Kliniken auf den unsicheren Weg der elektronischen Archivierung ohne den Einsatz elektronischer Signaturen und unter Verzicht auf eine beweissichere Archivierung. Zur Verfahrensabsicherung werden Einzelvereinbarungen mit Haftpflichtversicherungen getroffen.

 

Ziele und Aktivitäten des Kompetenzzentrums

Vor diesem Hintergrund hat sich eine Reihe von Akteuren zur Zusammenarbeit entschlossen, um eine flächendeckende Einführung der elektronischen Signatur und ihren langfristig gesicherten Einsatz im Gesundheits- und Sozialwesen voranzubringen. Dies ist auch eine wichtige Voraussetzung für die Einführung des Heilberufeausweises und der elektronischen Gesundheitskarte. – Als bundesweite Plattform für Kliniken, Institutionen und Arbeitsgruppen, Softwarehersteller, Trustcenter und Dienstleister beschäftigt sich das neu gegründete CCESigG beispielsweise mit standardisierten Schnittstellen zwischen beteiligten Komponenten, mit der Einbettung der Signatur in Prozesse oder der Klärung des Verfahrens zum ersetzenden Scannen. Folgende Maßnahmen sind geplant:

·         Einrichtung einer neutralen Plattform zur Verbreitung der elektronischen Signatur im Gesundheitswesen, die die Interessen von Arbeitsgruppen und Organisationen, Kliniken, Herstellerfirmen von Krankenhaus- und Signatursoftware, Trustcentern und Scandienstleistern bündelt.

·         Durchführung von Informationsveranstaltungen zur elektronischen Signatur im Gesundheitswesen.

·         Zur Information der Mitglieder des CCESigG wird ein Informationsdienst über Gesetzesänderungen, Standardisierungen und ablaufende Sicherheitsanforderungen eingerichtet.

·         Konzeption und Entwicklung von standardisierten Schnittstellen zwischen Langzeitarchivierungssystemen und Unterstützung der GMDS-Arbeitsgruppe Archivierung von Krankenunterlagen.

·         „Entwicklung von Best Practice-Lösungen“ für den Umgang mit der elektronischen Signatur bei der Integration in die bestehenden Prozesse im Klinikalltag.

·         Initialberatung bei der Einführung von elektronischen Signaturen.

 

Finanzieren wird sich das Kompetenzzentrum – das für weitere Mitglieder offen ist – in den ersten drei Jahren durch eine Kombination aus den Mitgliedsbeiträgen, eigenen Erlösen sowie einer Förderung durch das Land Niedersachen und die Stadt Braunschweig.

 

„Einen Markt schaffen“

Die Vorteile des Einsatzes moderner digitaler Technologien für Dokumentenmanagement, Informationsfluss und Archivierung sind in den Augen Helmut Schüttigs klar erkennbar. Der Geschäftsführer des Klinikums Braunschweig, das in Zusammenarbeit insbesondere mit der TU Braunschweig bei elektronischen Signaturen bereits eine Vorreiterrolle einnimmt, erläuterte: „Wir sind angesichts von 11 km konventionellen Akten und 2 km Befunden äußerst bestrebt, Einsparungen an Räumen, Infrastruktur und auch Personal zu erzielen. Kürzere Abläufe – weniger Telefonate, weniger Turnschuhakrobatik – werden die Effizienz steigern und auch die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter erhöhen. Es ist an der Zeit, dass die gesamte Branche dies erkennt und dazu beiträgt, dass ein tragfähiger Markt für Lösungen entsteht.“ Dr. Christoph Seidel zeigte sich „über den Zuspruch seitens Kliniken, Institutionen und der Industrie sehr erfreut.“ Anfang März, so der IT-Leiter am Klinikum Braunschweig und soeben gewählte CCESigG-Vorsitzende, „haben wir den Grundstein gelegt für die Bündelung der Aktivitäten im Bereich der elektronischen Signatur – damit in vielen Punkten Klarheit geschaffen werden kann, die heute noch Kliniken verunsichern.“ Das Geld, das bislang in die konventionelle Archivierung fließt, lässt sich künftig unter Ausnutzung des gesamten Potentials zweckdienlicher IT für die Patientenversorgung, auch intersektoral, nutzbringend verwenden.

Prägende Köpfe des CCESigG - Braunschweig, Anfang März (Foto: MR)

Prägende Köpfe des CCESigG - Braunschweig, Anfang März (Foto: MR)


Die Entscheiderfabrik macht aus IT-Leitern CIOs

Februar 25, 2009

„Unsere Entscheiderfabrik ‚produziert’ den CIO“: Dr. Pierre-Michael Meier, Leiter/Sprecher des IuiG-Initiativ-Rates (Foto: MR)

„Unsere Entscheiderfabrik ‚produziert’ den CIO“: Dr. Pierre-Michael Meier, Leiter/Sprecher des IuiG-Initiativ-Rates (Foto: MR)

Ergebnisse und Perspektiven vom Entscheiderevent in Düsseldorf

Mehr als 120 Teilnehmer kamen Mitte Februar in die NRW-Landeshauptstadt, um sich über wichtige aktuelle IT-Ansätze zu informieren und deren Beitrag zum Erfolg von Gesundheitsunternehmen zu diskutieren. Eingeladen hatte die Initiative für Unternehmensführung & IT-Service-Management in der Gesundheitswirtschaft (IuiG) gemeinsam mit den fördernden Verbänden wie bdvb, BMC, BVMI, CeMPEG, GMDS, VBGW, VKD und VuiG. Ein Hauptpunkt auf der Agenda: Die Festlegung der fünf IT-Schlüssel-Themen der Krankenhaus-Unternehmensführung für 2009.

 

 

 

Was sind die Ziele dieser Initiative und ihrer Aktivitäten? „Unsere Entscheiderfabrik zu dem Nutzenbeitrag der IT ‚produziert’ durch die Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus-Unternehmensführung und IT in den Projekten den CIO – auch wenn der IT-Verantwortliche nicht offiziell diesen Titel trägt“, erläuterte Dr. Pierre-Michael Meier. „Wer gemeinsam mit seiner Unternehmensführung durch die Entscheiderfabrik gegangen ist, der wird danach als CIO angesehen“, so der Leiter/Sprecher des IuiG-Initiativ-Rates weiter.

Die Ergebnisse aus den Vorjahres-Aktivitäten dieser „Fabrik“ standen am Anfang der Veranstaltung im renommierten Düsseldorfer Industrie-Club. Die Paten, Experten und die fünf IT-Schlüssel-Themen der Krankenhaus Unternehmensführung des Jahres 2008 waren:

          Heinz Kölking, Geschäftsführer des Diakoniekrankenhauses Rotenburg an der Wümme und Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD); Experte Dr. Gerd Renner. Thema: „Neue Geschäfts- und Preismodelle/Beispiel Diakonissen-Mutterhaus Rotenburg an der Wümme“.

          Peter Löbus, Geschäftsführer Klinikum Bernburg, 1. Vizepräsident des VKD; Thema „Prozess-Lastenheft/Beispiel der IT-Konsolidierung der Kliniken des Salzlandkreises“.

          Peter Asché, Geschäftsführer des Klinikums der Stadt Ludwigshafen am Rhein, Mitglied des VKD-Präsidiums; Experten Dr. Uwe Gansert und Elke Lehnert, Dr. Ralf-Michael Schmitz, Geschäftsführer des Klinikums Stuttgart, Mitglied des VKD-Präsidiums; Experte Gerhard Härdter, Thema: „Personalentwicklung in der IT-Abteilung“.

          Frank Dünnwald, Leiter Patientenmanagement, Kliniken Essen-Mitte; Experte Christian Müller, Thema: „Keine Schnitt-, sondern Verbindungsstellen“.

          Robert Schmeiser, Kaufmännischer Leiter des Krankenhauses Barmherzige Brüder Regensburg, 2. VKD-Vizepräsident; Experte Jürgen Weinzierl, Thema: „Pflichtenhefte von Kliniken gegenüber Industrie und Beratern“.

Diese fünf im Jahr 2008 gewählten Projektthemen, die im Rahmen des IuiG-Sommercamps von den Teams durchgearbeitet wurden, spiegeln Herausforderungen wieder, denen sich die Krankenhaus-Unternehmensführung heute gegenüber sieht.

 

Themen für 2009

Vor demselben Hintergrund wählten die Veranstaltungsteilnehmer im Februar die Themen für dieses Jahr aus: „Die Unternehmensführung muss Kosten senken – siehe Thema Energieeffizienz, Krankenhäuser sind mit stärkerem Wettbewerb konfrontiert – siehe die Themen Unternehmenssteuerung und Versorgungsmanagement; die Leistungserbringung muss effektiver gestaltet werden – siehe das Thema der Mobilität und der Potentiale im Zusammenspiel von IT und Medizintechnik“, führte Dr. Meier aus. „Die Entscheiderfabrik bringt erneut die Themen nach vorne, die den Erfolg eines Krankenhauses kritisch beeinflussen, und liefert mit den Experten aus den IT-Abteilungen – auch unter Berücksichtigung der Medizintechnik – Lösungen.“

 

Information für Eliten oder die gesamte Branche?

Wie positioniert sich die Initiative mit ihren Aktivitäten – ist sie ein Eliteprojekt, oder ist sie bestrebt, das Branchenpublikum in Diskussionen und Aktivitäten einzubeziehen? Dadurch, dass pro Jahr nur fünf IT-Schlüssel-Themen der Krankenhaus Unternehmensführung ausgelobt werden, „haben wir sicher eine Elitesituation. Andererseits ermöglichen wir auch Häusern, die sehr gut zusammen arbeiten, gemeinsam die Patenschaft für ein Thema zu übernehmen bzw. die gesponserte Umsetzung des Themas in die Hand zu nehmen“, unterstrich der Leiter des IuiG-Initiativ-Rates [Anmerkung der Redaktion: beispielsweise die Kliniken Ludwigshafen und Stuttgart, Bad Oeynhausen und proDiako, Das Diak und die Kreiskliniken Esslingen]. Die Ausarbeitungen werden zur Kommunikation in der Branche in den Branchen-IT-Reports der Krankenhaus-Unternehmensführung veröffentlicht (www.iuig.org).

Die Initiative leistet aber noch mehr zur Verbreitung der Erkenntnisse: Die CIOs, die aus der „Entscheiderfabrik“ herauskommen, werden der Branche mit ihren Projekten auf der conhIT und auf der Medica vorgestellt; ferner gibt es vor der Medica und vor dem Entscheiderevent jeweils einen Branchen-IT-Report der Krankenhaus-Unternehmensführung. Dies erzielt eine „Breitenstreuung“, die dem gesamten Sektor zum Vorteil gereicht. – „Im Übrigen hat jedes Krankenhaus in Deutschland die Möglichkeit, ein Thema zu gewinnen“, so Dr. Meier.

 

Der nächste Entscheiderevent für IT in der Gesundheitswirtschaft ist für 10.-11. Februar 2010 in Düsseldorf geplant.

 

Die fünf IT-Schlüssel-Themen der Krankenhaus-Unternehmensführung 2009

Die Projektarbeit wird auf dem Sommercamp geleistet, die Präsentation der Ergebnisse erfolgt im Rahmen von Medica und Deutschem Krankenhaus Tag am 19. November in Düsseldorf:

 

Green IT: Realisierung von Energieeinsparungen über effizienten IT-Einsatz.

Unternehmenssteuerung: Definition und Darstellung von Informationen, die heute strategisch wichtig sind.

Versorgungsmanagement: Effektivere intersektorale Versorgung durch schnelle Informationsverfügbarkeit.

Mobil: Verbesserte Leistungserbringung durch unmittelbaren IT-Einsatz am Patienten.

IT und Medizintechnik: Prozessverbesserungen durch das Zusammenführen von Medizintechnik und IT.


„Branchentreff für Healthcare IT“

Februar 24, 2009

conhIT 2009 holt im April die wichtigen Akteure in die Bundeshauptstadt

 

Es ist schon ein Meisterstück, das den Veranstaltern in Berlin gelungen ist: Die vielfach geforderte zeitliche Trennung von Kongress bzw. Akademie und Industrieausstellung, die Einbindung praxisnaher Veranstaltungen führender Fachorganisationen und eine Ausstellerliste, die nach den Wirren der letzten Zeit und trotz der Sparmaßnahmen in der Anbieterlandschaft beachtlich ist. Jetzt müssen nur noch die Krankenhausvertreter ihre Reiseanträge unterzeichnet bekommen.

 

Doch genau dieser Aspekt – mit seiner Schlüsselfunktion für einen nachhaltigen Erfolg der neuen Struktur – sieht vielversprechend aus. Reisebudgets sind zwar knapp, und die Fahrt zur Spree ist für die meisten Teilnehmer aufwändig; das geballte Informationsangebot mit Deckung durch die Verbände gibt den IT-Leitern jedoch allzu gute Argumente an die Hand.

 

Bedeutung der IT weiter ansteigend

In den Führungsetagen setzt sich nämlich zunehmend das Verständnis durch, dass IT für zahlreiche Facetten des Geschäfts mit der Gesundheit unabdinglich – und neueste Trendinformationen hierzu geschäftskritisch ist. „So setzen etwa Morbi-RSA-orientierte Kodierung und Selektivverträge IT voraus“, wie Jens Naumann im Rahmen der kürzlichen conhIT-Presserunde erläuterte. Allgemein vollzieht sich im Markt nach der Etablierung von KIS und anderer Primärsysteme jetzt laut dem VHitG-Vorsitzenden – der zugleich im conhIT-Präsidium sitzt – eine Vertiefung der Applikationen, etwa bei der Dokumentation und Prozessführung.

 

Die wichtigsten IT-Anwendungsgebiete

Neben dem Prozessmanagement – mit Data Warehousing – zählen zu den strategischen Anwendungsgebieten der IT nach Angaben von Prof. Dr. Klaus Kuhn die Vermeidung von Fehlern des Personals – auch in Deutschland ein zunehmend in der Öffentlichkeit wahrgenommenes Problem – und die sektorenübergreifende „Continuity of care“. Derlei Themen haben in das umfangreiche Kongressprogramm mit seiner Vielzahl bekannter Köpfe Eingang gefunden. Auch das persönliche Gesundheitsmanagement der Patienten, in Deutschland insbesondere von den Kostenträger vorangetrieben, findet auf der Agenda seinen Platz; die translationale Bioinformatik – laut Prof. Kuhn ein viertes Aktionsgebiet zukunftsorientierter IT – mit dem Ziel der personalisierten Therapie wird die GMDS wohl eher auf ihrer wissenschaftlichen Herbstveranstaltung debattieren. Mit der Industrie bei der conhIT zusammenzugehen, lag für den GMDS-Präsidenten auf der Hand: Die Auseinandersetzung mit konkret im Markt verfügbaren Werkzeugen spielt eine entscheidende Rolle.

Einen internationalen Touch fügt Prof. Dr. Paul Schmücker von der GMDS der conhIT durch eine Session hinzu, die IT-Tendenzen in anderen Gesundheitssystemen präsentiert – aus der Schweiz, aus Russland und Japan. Sämtliche Vorträge des conhIT-Kongresses 2009 werden im Übrigen simultan ins Englische bzw. Deutsche übersetzt.

 

Die Vielfalt des Informationsangebotes zieht an – dies, so BVMI-Präsident Dr. Carl Dujat, sollte die Entscheidung für die Reise an die Spree erleichtern: Die Schlüsselthemen, die relevante Akteure und ziemlich sicher auch die Kollegen, mit denen man sich austauschen möchte, machen aus der conhIT ein „must“.

 


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