TopClinica-Kongress – „Medizin braucht Zukunft“

Juni 2, 2009

Fachkongress im Mittelpunkt der TopClinica 2009

„Medizin braucht Zukunft“ – unter diesem Titel startet die Messe Stuttgart im Rahmen der TopClinica vom 24. bis 26. Juni auf der Neuen Messe Stuttgart mit einem völlig neuen und hochkarätigen Kongress. International renommierte Referenten werden die spannendsten Innovationen vorstellen, die es zurzeit in den Bereichen Medizintechnik, Medizinforschung und Klinikorganisation gibt. An den drei Vormittagen stehen die medizinischen Fortschritte im Vordergrund, an den Nachmittagen geht es um ökonomische Themen, die das wirtschaftliche Überleben von Krankenhäusern sichern.

Das Bild bestimmt die Zukunft der Medizin

Der erste Vormittag auf dem Kongress „Medizin braucht Zukunft“ ist ganz dem Bild gewidmet. In seinem Impulsreferat wird Prof. Bamberg, Direktor des Universitätsklinikums Tübingen, den Bogen von der innovativen Diagnostik bis zur individualisierten Therapie spannen. In drei Panels geht es dann um die neuesten Methoden zur Diagnostik von Herz-, Krebs- und Gehirnerkrankungen. Schneller, besser, schonender ist das Motto von Prof. Achenbach aus Erlangen, der über die Zukunft der Kardio-CT sprechen wird. Prof. Langer aus Freiburg stellt den neuen 4D-MRT zur Diagnostik des Herz-Kreislaufsystems vor, Torsten Krümmel aus Jena das Magnetfeld-Imaging-System und Dr. Beer aus München erklärt die Bedeutung von PET/CT und SPECT/CT für die Diagnostik des Herzens.

Vor allem in der onkologischen Bildgebung führen die neuen Hybridgeräte zu einem Paradigmenwechsel. „Sie verschieben den Fokus von einer rein organbezogenen Sicht hin zu einer ganzheitlichen Krankheitsdiagnostik“, so Prof. Claussen aus Tübingen. Die Verlaufsbeobachtung und Optimierung von Tumortherapien mittels hybrider Bildgebung ist der Schwerpunkt des Vortrags von Dr. Antoch aus Essen. Prof. Schulz-Wendtland aus Erlangen wird über seine Erfahrungen mit der digitalen Mammographie mit Tomosynthese berichten und Prof. Günter Layer aus Ludwigshafen die Frage stellen, ob die virtuelle Endoskopie mittels CT oder Kernspin eine gleichwertige Alternative zur herkömmlichen Magen-Darmspiegelung darstellt.

Auch das Gehirn gibt allmählich seine Geheimnisse preis. Faszinierende Einblicke in unser Denkorgan wird Prof. Forsting aus Essen dem Publikum zeigen. „Was kann die moderne Bildgebung zur Früherkennung von Alzheimer leisten?“ fragt Prof. Daniela Berg aus Tübingen. Prof. Hampel aus Dublin stellt die gleiche Frage für die Parkinson-Krankheit und Prof. Henkes aus Stuttgart macht sich auf die Spur des Schlaganfall-Risikos.

Wie kommt das Neue in die Medizin?

Eine Medizin mit Zukunft braucht einen ständigen Fluss an Innovationen – aber auch die kritische Reflexion, ob das Neue in jedem Fall besser ist als das Alte. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, Prof. Bauer, wird sich am zweiten Kongresstag in seinem Impulsreferat mit dem Innovationstransfer in der Chirurgie auseinandersetzen. Im Panel „Chirurgie ohne Skalpell“ stellt Prof. Lange aus München eine Herzklappen-OP mittels Katheter vor und Prof. Gerlinde Debus aus Dachau die fokussierte Ultraschalltherapie, mit der sie bereits Myome in der Gebärmutter entfernt. Prof. Rösch aus Hamburg ist einer der wenigen, die sich mit dem Endoskop an den Darmkrebs herantrauen. Und was von Blinddarmoperationen durch den Mund oder Gallenblasen-OP’s durch die Vagina zu halten ist, wird Prof. Buhr aus Berlin in seinem Vortrag über NOTES sehr kritisch beleuchten.

Komplizierte Eingriffe werden durch Navigationsgeräte immer perfekter und risikoärmer. Sie legen den roten Faden durch sensible Körperregionen und führen via Bildgebung den Operateur sicher ans Ziel. Am Beispiel der Strahlentherapie erläutert dies Prof. Wenz aus Mannheim, für die Neurochirurgie Prof. Seifert aus Frankfurt, für die Endoprothetik Dr. Bäthis aus Köln. Wie die Rekonstruktion eines zerstörten Gesichts mithilfe des Computers möglich ist, zeigt Prof. Zeilhofer aus Basel mit aufregenden Vor- und Nachher-Bildern.

Ingenieure, Physiker und Mediziner arbeiten gemeinsam an elektronischen Implantaten, die verloren gegangene Körperfunktionen wiederherstellen sollen. Prof. Pfister leitet das Cochlear-Implantat-Zentrum in Tübingen, neue Schrittmacher für die Tiefe Hirnstimulation setzt Prof. Volkmann aus Kiel ins Gehirn seiner Parkinson- oder Depressionspatienten ein. Neuronale Prothesen für Gelähmte entwickelt Prof. Andrea Kübler aus Tübingen und Prof. Körfer aus Bad Oeynhausen forscht an immer besseren Kunstherzen, die die Zeit bis zur Transplantation überbrücken.

Präzision statt Standard: Zielgerichtete Therapien

Auch die Pharmaindustrie braucht Zukunft. Deshalb ist der Freitagvormittag den Innovationen aus der Biotechnologie gewidmet. Ob gegen Demenz oder Depression, gegen Gehirntumor, Darm- oder Brustkrebs: Personalisierte Arzneien werden bald die Blockbuster ersetzen. Wie winzigste Nanopartikel mit chemischen Wirkstoffen zu Krebsstammzellen gelangen, wird Prof. Borlak aus Hannover erklären. Die Züchtung von Gewebe zeitigt erste Erfolge. Inzwischen gibt es nicht nur Haut und Knorpel aus dem Labor, wie Dr. Sittinger aus Berlin erläutern wird. Dr. Sodian aus München arbeitet an mitwachsenden Herzklappen für Babys aus Nabelschnurblut und Dr. Johanne Schanz aus Stuttgart an Trägerstrukturen für neue Organe aus Darmgewebe.

Überlebensstrategien für Kliniken

Die High-Tech-Medizin wird immer schneller und schonender – billiger wird sie nicht. Der technologische Fortschritt muss aber nicht nur Geld kosten – er kann auch helfen, Geld einzusparen. In seinem Impulsreferat wird am Freitag der Klinische Direktor des Klinikums Stuttgart, Prof. Krier, die Entwicklung des Krankenhauses von der Manufaktur zum modernen Dienstleistungsunternehmen nachzeichnen. 

An den Nachmittagen des Kongresses „Medizin braucht Zukunft“ stehen die ökonomische Fragen der Kliniken im Vordergrund: Können durch kluge Strukturveränderungen Rationierungen vermieden und Kliniken trotzdem wirtschaftlich geführt werden? Was tragen IT-Systeme, Patientenpfade, Logistik und Controlling zur Prozessoptimierung bei? Können Krankenhausinformationssysteme und biometrische Methoden eine Klinik in die Zukunft führen? Welche Einsparpotentiale und Gewinnchancen bergen Kooperationen?

Auf Messers Schneide: Live aus dem OP der Zukunft

Auf Messers Schneide steht der Donnerstagnachmittag. Prof. Wallwiener wird eine Live-Übertragung aus dem Innovations-OP OR1 der Tübinger Universitätsfrauenklinik moderieren. Dieser Operationssaal – einer der modernsten in Europa – wurde von den Firmen Karl Storz und Erbe installiert. Hier gibt es weder Stolperfallen aus Kabeln noch Probleme mit den Schnittstellen. Über einen zentralen Touchscreen sind sämtliche Geräte zu bedienen. Auch das Problem der Hygiene scheint hier gelöst. Doch viele Kliniken und OP’s kämpfen noch gegen den Angriff der Superbakterien. Der Hygieniker Dr. Zastrow aus Berlin weiß die Antwort, wie diese unsichtbaren Feinde zu stoppen sind. Kurze Liegezeiten sind angenehm für den Patienten und gut für das Budget der Klinik. Doch wie erreicht man dies ohne „blutige Entlassungen“? Fast-Track-Chirurgie scheint die Lösung. Wie sie funktionieren kann, erläutern Prof. Schwenk aus Hamburg, Dr. Sander aus Berlin, Prof. Köninger und Dr. Junger aus Stuttgart.

Medizin ohne Grenzen

Der Freitagnachmittag öffnet die Grenzen weit über Deutschland hinaus. Telemedizinprojekte werden auf ihre Machbarkeit überprüft, ebenso die viel beschworene Globalisierung, die im Gesundheitsmarkt angeblich Einzug hält und doch immer wieder an den nationalen Schlagbäumen scheitert. Grenzen überwindet der internationale Patiententourismus, doch wie wird er sich entwickeln in Zeiten der Krise? Und haben Thailand, Indien und Singapur nicht längst schon die Nase vorn?

Neben den Fortschritten der Medizin wird auf dem Kongress auch eine der wichtigsten Zukunftsfragen unserer Gesellschaft erörtert werden: Können wir uns das alles noch für alle leisten? Impulsvorträge von bekannten Persönlichkeiten thematisieren ethische Fragen des medizinischen Fortschritts. In Podiums- sowie in Pro-und-Contra-Diskussionen stoßen gegensätzliche Meinungen aufeinander, die sicherlich zu spannenden Debatten mit dem Publikum führen werden.

Am 24. Juni findet von 16 bis 17 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema statt “MPG-Novelle greift 2010 – Wie bereiten sich Krankenhäuser bei IT und Medizintechnik vor?”.

Mehr Informationen zu Kongress und Ausstellung gibt es in der Juni-Ausgabe von Management & Krankenhaus. Leser können eines von zehn Tagestickets im Wert von 89 € gewinnen. E-Mail mit Stichwort “TopClinica” an die Redaktion genügt – mk@gitverlag.com; Einsendeschluss ist der 17. Juni. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

www.topclinica.de


Neues Vorstandsteam

April 30, 2009
Winfried Post, Agfa HealthCare

Winfried Post, Agfa HealthCare

Im April wurde Dr. Volker Wetekam, Executive Vice President IT-Division, Agfa-Gevaert N.V., Mortsel/Belgien, zum Vorstandsvorsitzenden der Agfa HealthCare AG, Trier, berufen. Er arbeitet seit dem September 2008 im Unternehmen und verantwortet weltweit das IT-Geschäft des Anbieters im Gesundheitssektor. Zu weiteren Vorständen der AG wurden Winfried Post (General Manager Agfa HealthCare D-A-CH) und Albrecht Müller (Geschäftsführer Agfa HealthCare GmbH) ernannt.


Trends und Themen der Healthcare-IT

April 14, 2009
conhIT - der deutsche Branchentreff für Healthcare-IT

conhIT - der deutsche Branchentreff für Healthcare-IT

conhIT – Berlin, 21.-23. April

Der deutsche Branchentreff für Healthcare-IT (www.conhit.de) legt trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds zu: Bereits fünf Wochen vor dem Start der conhIT war die Ausstellerzahl des Vorjahres überschritten worden. Zu den Ausstellern der Industrie-Messe gehören die großen Player der Branche sowie zahlreiche Mittelständler, die zeigen, wie der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik die medizinische Versorgung ganz konkret verbessern kann. In der„messefreien Zeit” am Vormittag können sich Aussteller und Besucher im Kongress oder in den vertiefenden Seminaren der Akademie fortbilden.

Ambulant-stationäre Vernetzung, digitale Bildgebung und Prozessoptimierung in ambulanten und stationären medizinischen Einrichtungen: Das sind nur einige der Themen, über die sich Besucher auf der diesjährigen conhIT informieren können. Wie im Vorjahr präsentieren die Aussteller eine breite Palette an Neuheiten und Weiterentwicklungen. Auch wenn die Gesundheitsbranche von der Finanzkrise nicht in dem Maße betroffen ist wie andere Branchen: der ökonomische Druck auf die medizinischen Einrichtungen nimmt vorläufig nicht ab. Kein Wunder also, dass zahlreiche Aussteller Lösungen zur Prozessoptimierung und zum Controlling anbieten, die Kliniken und ambulanten medizinischen Einrichtungen helfen können, bei bestmöglicher Patientenversorgung optimal zu wirtschaften. Im ambulanten Bereich haben unter anderem Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und Ärztenetze einen hohen Bedarf an effizienten Strukturen und transparenten Prozessen. Dem tragen die Gesundheits-IT-Hersteller zunehmend Rechnung. In Ärztenetzen kann eine Optimierung der Patientenversorgung oft schon dadurch erreicht werden, dass relevante Patientendaten jederzeit zur Verfügung stehen. Das gewährleisten so genannte Netzakten, die Ärzten den sicheren Zugriff auf von Kollegen eingestellte Patientendaten ermöglichen. Entsprechende Lösungen werden auf der Industrie-Messe vorgestellt.

Digitale Diagnose
Dass Gesundheits-IT mehr ist als Prozessoptimierung und Bereitstellung von Patientendaten, zeigen auf der conhIT die zahlreichen Hersteller von Lösungen für die klinische Diagnostik. Zwar sind digitale RIS- und PACS-Lösungen in vielen Einrichtungen längst zum Standard geworden. Trotzdem geht die Entwicklung weiter, etwa in Richtung zunehmend mobiler Lösungen sowie einer immer tieferen Integration zwischen digitaler Bildgebung und medizintechnischen Lösungen anderer Art.

Auch Anbieter digitaler Sprachlösungen zeigen, wie man der Bürokratie Herr werden kann. Denn Kliniken, die bei der Erstellung von Dokumenten auf digitales Diktat und Spracherkennung setzen, beschleunigen nicht nur die Erstellung von Arztbriefen und Befunden; sie entlasten auch die Ärzte, erhöhen die Patientensicherheit und unterstützen die einrichtungsübergreifende Vernetzung. Dauerte es in der Vergangenheit oft mehrere Tage, bis ein Arztbrief oder ein Befund tatsächlich zur Verfügung stand, kann das durch IT-Einsatz dramatisch beschleunigt werden.

Kongress, Akademie und Messe
Die conhIT bietet vormittags fokussierte Weiterbildungsangebote zu branchenspezifischen, praxisrelevanten Themen. Aussteller und Besucher können aus insgesamt 15 Sessions des Kongresses und sechs interaktiven Seminaren der conhIT-Akademie auswählen und sich ein Programm nach den eigenen Interessen zusammenstellen. Ärzte und berufliche Pflegende erhalten für die Teilnahme am zertifizierten conhIT-Programm auch in diesem Jahr Fortbildungspunkte. Nachmittags öffnet die Industrie-Messe mit einem umfassenden Überblick des Produkt- und Dienstleistungsangebotes von Healthcare-IT. Dem immer wichtigeren Networking wird breiter Raum eingeräumt, z.B. mit ganztägig geöffneten Networking-Bereichen.

Die zeitliche Aufteilung der Elemente soll auch den aktiven Austausch zwischen Herstellern, Anwendern und den maßgeblichen Innovationstreibern im Markt fördern – ein Anspruch der Branche, der sich im Grußwort der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt wiederfindet. Sie hat erstmalig die Schirmherrschaft der conhIT übernommen.

Highlights im Überblick
Dienstag, 21. April
- 09.00 – ca. 10.30 Uhr: Eröffnungsveranstaltung mit Keynotes von Neil Jordan, Microsoft, und Dr. Doris Pfeiffer, GKV-Spitzenverband
- ab 19.00 Uhr conhIT-Party für Fachbesucher und Aussteller im Messeeingang Süd
Mittwoch, 22. April


Neuer Präsident und CEO – GE Healthcare Deutschland

April 7, 2009
Dr. Rolf Lucas, Präsident und CEO GE Healthcare Deutschland

Dr. Rolf Lucas, Präsident und CEO GE Healthcare Deutschland

GE Healthcare – der Geschäftsbereich Gesundheitswesen der General Electric Company mit 17 Milliarden US-$ Umsatz – hat am 6. April die Ernennung von Dr.  Rolf Lucas zum neuen Präsidenten und CEO von GE Healthcare Deutschland bekannt gegeben.

Dr. Lucas wird im Geschäftsbereich eine führende Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung von Strategien einnehmen, um die Marktposition auszubauen und das Wachstumspotenzial des Unternehmens voll auszuschöpfen.

Reinaldo Garcia, Präsident und CEO für GE Healthcare in der EMEA-Region (Europa, Mittlerer Osten & Afrika), betonte: „Deutschland ist einer der strategischen Schlüsselmärkte für GE Healthcare mit starken Wachstumsmöglichkeiten in den kommenden Jahren. Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrungen im Gesundheitswesen und seiner Führungsqualitäten wird Dr. Rolf Lucas das von uns in Deutschland gelegte Fundament ausbauen.”

Dr. Lucas kommentierte seine Ernennung: „Für GE Healthcare ist Deutschland ein bedeutender Wachstumsmarkt, deshalb müssen wir unsere langfristige Strategie in diesem Markt fortsetzen. Unser Ziel ist es, Wachstum durch innovative diagnostische Bildgebungs- und Informationstechnologien zu erreichen, die zu einem effizienteren, kosteneffektiveren und qualitativ höherwertigen Gesundheitssystem in Deutschland beitragen. GE Healthcare kann umfassende Lösungen von der medizinischen Bildgebung über Life Sciences bis zur medizinischen Diagnostik liefern. Indem wir unseren Kunden und dem Gesundheitswesen helfen, Erkrankungen früher zu entdecken und zu behandeln, hoffen wir, die Patientenversorgung in Deutschland verändern zu können.”

Dr. Lucas leitete zuvor das familieneigene Unternehmen für medizintechnische Geräte und war mit unterschiedlichen Führungspositionen bei großen Konzernen wie Philips und Picker betraut.  Darüber hinaus war er COO am Universitätsklinikum Mainz. Zuletzt war Lucas Geschäftsführer der Asklepios International GmbH.

Er studierte in Münster und St. Gallen in der Schweiz und schloss das Studium mit einem Doktor in Betriebswirtschaft ab. Darüber hinaus erhielt er am Institute of Technology, Florida, USA, einen MBA.


Neue Verfahren und Methoden der Bildverarbeitung für die Medizin

April 2, 2009
Die Macher des BVM 2009

Die Macher des BVM 2009

Workshop dient dem Erfahrungsaustausch und präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse

Von Ralf Buchholz und Michael Reiter

Im Jahr 1993 trafen sich auf Initiative von Prof. Thomas Tolxdorff in Freiburg Medizininformatiker, Naturwissenschaftler und Mediziner, um sich über Fragen und Projekte rund um die Bildverarbeitung in der Medizin auszutauschen. Das Interesse bei den Teilnehmern war groß und man stellte schnell fest, dass an verschiedenen Stellen vielversprechende Forschungen zum Thema angestoßen worden waren. Also musste ein Forum her, in dem sich die Gemeinschaft austauschen kann. So war die Idee zum Workshop “Bildverarbeitung für die Medizin” (BVM) geboren. Der Berliner Medizininformatiker fand in Prof. Hans-Peter Meinzer aus Heidelberg, Prof. Thomas Martin Deserno aus Aachen und Prof. Heinz Handels aus Hamburg drei Mitstreiter für die Organisation der jährlich stattfindenden Veranstaltung.

Zur 17. Auflage kamen jetzt mehr als 230 Teilnehmer im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg zusammen. Neben dem Erfahrungsaustausch unter und zwischen Entwicklern und Anwendern von Bildverarbeitungssoftware stand wieder die Weiterbildung im Fokus. “Wir möchten allen Akteuren auch die Denk- und Sichtweisen der jeweils anderen vermitteln. Daher haben wir z.B. bewusst zwei verschiedenartige Tutorials angeboten. Das eine beschäftigte sich mit der Frage, wie Radiologen sehen, im anderen wurde das Medical Imaging Interaction Toolkit (MITK, www.mitk.org) vorgestellt, eine freie Softwarebibliothek zur Vereinfachung der Entwicklung interaktiver medizinischer Bildverarbeitungsprogramme”, beschreibt Dr. Uwe Engelmann, Senior Research Scientist in der Abt. Medizinische und Biologische Informatik am DKFZ, einen wichtigen Aspekt des viertägigen Workshops.

Im Programm wurden alle Aspekte der Bildverarbeitungsprozesse aufgegriffen. Beginnend mit der Diagnoseunterstützung und Therapieplanung gewinnt der Aspekt der Therapieunterstützung immer mehr Gewicht, wie Mitorganisator Dr. Ingmar Wegner sagt: “Assistenzsysteme zur intraoperativen Navigation können Eingriffe deutlich vereinfachen und beschleunigen. Hier geht es jedoch ausschließlich um eine Unterstützung bei der Entscheidungsfindung. Letztlich hat der Chirurg oder Orthopäde während der Intervention das letzte Wort, abhängig von der individuellen Situation.” Den Initiatoren und Veranstaltern des BVM geht es nicht zuletzt um die Förderung des Miteinanders von Medizin und Informatik.

OP-Navigation bei Weichgewebeeingriffen

Dass das konkrete Auswirkungen in der Praxis hat, zeigt exemplarisch die Arbeit von Dr. Matthias Baumhauer, für die ihm das Programmkomitee in diesem Jahr den BVM Award für herausragende Abschlussarbeiten verliehen hat. Er beschäftigt sich mit der Kompensation der Organverschieblichkeit bei der laparoskopischen Chirurgie in Echtzeit.

Das Problem: Computergestützte Informations- und Navigationssysteme sind heute lediglich für Eingriffe an starren Organen kommerziell verfügbar. Bei Eingriffen an Organen, die sich durch Atmung oder Herzschlag des Patienten verschieben, sind sie nur sehr eingeschränkt praktikabel.

Die Lösung: Durch den Einsatz vollautomatisierter Methoden zur Verarbeitung gewonnener Bilddaten und einer Echtzeitverarbeitung der endoskopischen Videobilder wird das Endoskop stets mit der aktuellen Patientenanatomie registriert (in Übereinstimmung gebracht). So können während der Operation verdeckte anatomische Strukturen mit dem Live-Videobild des Endoskops überlagert und so dem Operateur sichtbar gemacht werden. Diese Unterstützung kann beispielsweise bei kritischen Präparationsphasen der Tumorchirurgie eingesetzt werden, um die Lage eines Tumors im Organinneren und umliegende Risikostrukturen beurteilen zu können. Da auf externe Trackingsysteme verzichtet wird, ist eine schnelle und sichere Handhabung im OP gewährleistet.

Das Ergebnis: Auf Basis dieses Verfahrens ist ein prototypisches Navigationssystem entwickelt worden, das derzeit an 50 Patienten zum Einsatz in der computerassistierten Behandlung von Prostatakarzinomen klinisch evaluiert wird. Das System ermöglicht eine neue Qualität der operativen Therapie, da vorab die genaue anatomische Lage von Tumor und umliegenden Risikostrukturen bekannt ist. Interventionen werden dadurch kürzer, sicherer und schonender für den Patienten, Krankenhäuser können mehr Patienten in derselben Zeit behandeln.

BVM 2010

Im nächsten Jahr findet der Workshop “Bildverarbeitung für die Medizin” vom 14. bis 16. März im Universitätsklinikum der RWTH Aachen statt.

Weitere Informationen im Internet unter http://www.bvm-workshop.org.

 

 

 

 


ECR – “Summit of Science”

März 24, 2009
Prof. Dr. Borut Marincek, Kongresspräsident ECR 2009 (Foto: MR)

Prof. Dr. Borut Marincek, Kongresspräsident ECR 2009 (Foto: MR)

„Fortschritte in der Bildgebungstechnologie haben unsere Disziplin in den vergangenen Jahren revolutioniert“, fasste Prof. Dr. Borut Marincek in Wien zusammen. „Heute integriert die Radiologie zugleich Naturwissenschaften und Technik, was Radiologen ein solides Verständnis für beide Bereiche abfordert.“

 

Der erste ECR-Kongresspräsident aus der Schweiz, und Direktor des Instituts für Diagnostische Radiologie am Universitätsklinikum Zürich, erläuterte, wie die Struktur des kürzlichen Kongresses diesen zweigleisigen Ansatz widerspiegelte. Neben praktischen Workshops zur Steigerung der Kompetenz im Klinikalltag dienten Veranstaltungselemente wie die “New Horizon Sessions” dazu, neu entstehende wissenschaftliche Trends aufzuzeigen. Zu ihnen zählt die Bildgebung auf zellulärer Ebene, die eine Diagnose von Arteriosklerosefällen ermöglichen wird. „Als ich Assistenzarzt war, dienten Fleckschatten auf Röntgenbildern als Grundlage für Diagnosen; heute können wir Läsionen beurteilen, und beginnen, die Basis für ein Verständnis der Vorgänge auf Zellebene zu schaffen“, beschrieb Prof. Marincek.

Für den Radiologen bringt die Arbeit mit Zell- und Molekularbildgebung ein Überschreiten der Grenzen konventioneller Anatomie und eine Hinbewegung zur Funktionsbildgebung mit sich. Diese Trends werden sich, so der Kongresspräsident, auch im Therapiebereich auswirken: Neue diagnostische Methoden werden durch verbesserte Informationen helfen, das Targeting von Therapien zu optimieren.

Mit hohen Teilnehmer- und Ausstellerzahlen zeigte sich der ECR von der gegenwärtigen Krise unbeeindruckt. Christian J. Herold, Prof. Christian J. Herold, Vorstand der Universitätsklinik für Radiodiagnostik, AKH Wien, ist der Präsident des nächsten ECR.

Die April-Ausgabe von Management & Krankenhaus (www.management-krankenhaus.de) bringt Highlights von der Industrieausstellung des ECR.


Neuer General Manager

Dezember 15, 2008

Nach sieben Jahren im Bereich der klinischen Auftragsforschung bei Parexel hat Dr. Thomas Berger (46) die Position des General Manager Medical Division bei Fujifilm Deutschland in Düsseldorf übernommen. In dieser Rolle wird der Arzt, Medizininformatiker und Betriebswirt die strategische Ausrichtung des Unternehmens mit Healthcare als Kerngeschäftsfeld aktiv mitgestalten.


Neuer CEO

Dezember 15, 2008

 

Er gab sein Debüt in der Öffentlichkeit bei einer RSNA-Pressekonferenz am 1. Dezember: Hermann Requardt (53) ist der neue CEO von Siemens Healthcare Sektor. Er tritt die Nachfolge von Jim Reid-Anderson an, der sein Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt hatte. Requardt wird ferner weiterhin als CTO fungieren. Neuer CFO des Sektors ist Michael Sen in der Nachfolge von Klaus Stegemann.


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