Neue Aufgaben für Krankenhaus-IT-Leiter

September 2, 2009

Welche Erwartungen wird die IT in deutschen Krankenhäusern künftig erfüllen? Welche Entwicklungen kommen auf das Berufsbild des IT-Leiters zu? Das sind die Kernfragen, um deren Beantwortung es auf der Herbsttagung des Bundesverbandes der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter KH-IT gehen wird.

Smartphone mit Organizer für die Terminorganisation, Tablet PC am Patientenbett zur Pflege der Patientendaten – IT ist inzwischen auch im Krankenhaus der Treiber für Innovation und Prozessoptimierung. IT-Leiter sollen einerseits strategisch agieren, zugleich jedoch auch eine wachsende Zahl von Organisationswerkzeugen projektieren und in Betrieb halten – ein schwieriger Spagat. Den Erfahrungsaustausch mit den Kollegen über diese hohen Anforderungen ermöglicht die Veranstaltung am 23. und 24. September in Rotenburg/Fulda. Themen wie Neues aus der Kommunikationstechnik, Integration von IT und Medizintechnik sowie IT in Medizinischen Versorgungszentren stehen ebenso auf der Tagesordnung wie die Veränderungen im Berufsfeld – aus den Perspektiven eines kleinen Krankenhauses wie eines Klinikverbundes. Informationen gibt es unter www.kh-it.de/uploads/media/Einladungsflyer-KH-IT-Herbsttagung-2009.pdf.


“Die bessere Zukunft ist unvermeidbar”

August 1, 2009
Medlounge 2009: "An Telemedizin führt kein Weg vorbei" (Foto MR)

Medlounge 2009: "An Telemedizin führt kein Weg vorbei" (Foto MR)

Medlounge-Diskussion zur Telemedizin – Neues zu KIS/RIS/PACS

Im Sande verlaufende Piloten, über die Republik verstreute Inselprojekte, hürdenreiche Rahmenbedingungen insbesondere beim Datenschutz sowie die alles überragende Frage nach der Finanzierung – die Telemedizin ist noch lange nicht im Versorgungsalltag angekommen. Dieses Fazit zogen kürzlich Redner und Branchenpublikum auf der medlounge-Veranstaltung am Vorabend des KIS-RIS-PACS- und DICOM-Treffens in Mainz. Die Verantwortlichen im Gesundheitswesen sind aufgefordert, diesen modernen Technologien den Weg zu ebnen.

Langfristig führt an den Ansätzen kein Weg vorbei – da ist sich Holger Strehlau, Sprecher der Geschäftsführung HSK Rhein-Main und Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft, sicher: Der Versorgungsauftrag lässt sich in Zukunft aufgrund der allbekannten demographischen Entwicklung und der resultierenden Budgetsituation nur unter Mitnutzung von Telemedizin erfüllen. Auch der Mangel an qualifiziertem Personal macht diesen Ausweg notwendig. „Die Politik wird künftig Regelungen schaffen, die beispielsweise die neurologische Versorgung ganzer Regionen durch ein Konsortium von Leistungsanbietern vorsehen. Hierfür ist der Austausch von Befunden und Daten mittels Telemedizin notwendig“, prognostizierte Strehlau. Schon jetzt lässt sich in einer bemerkenswerten Zahl von Fällen eine Einlieferung ins Krankenhaus vermeiden, wenn man sich für die Option des Telemonitoring entscheidet. „Was wir brauchen, ist ein standardisierter, qualifizierter Austausch von Daten“, so Strehlau weiter.

Die bestehenden Brüche in der Datenübertragung beleuchtete auch Prof. Peter Mildenberger. Hierzulande, stellte der GeSIT-Geschäftsführer zur Diskussion, fehlt noch immer die notwendige Infrastruktur – in anderen europäischen Ländern „ist man da bereits weiter“. Dr. Robert Porcher, Ärztlicher Direktor der Emma Klinik in Seligenstadt und weiterer Diskutant im Schloss Waldthausen, betonte allerdings: Telemedizinische Anwendungen stellen keine geeignete Lösung dar, da sie nicht den direkten Kontakt zum Patienten ersetzen können. Er konterte außerdem: „Jede neue Technik verteuert die medizinische Versorgung. Telemedizin wird die Medizin nicht billiger machen.“ Telemedizin wird bezahlbar – so VHitG-Geschäftsführer Andreas Kassner – sobald man endlich aufhört, in Sektoren zu denken. Allerdings – die Erwartungshaltung, die Krankenkassen würden in Bezug auf die Telemedizin in Vorleistung gehen, hat sich nicht erfüllt.

Erschwert wird der Technologie-Einsatz ferner durch die Maßnahmen zum Datenschutz. Sie führen bei den Behandlern zu erheblichem Aufwand, postulierte Dr. Porcher. Bringt die Zukunft den Einklang von Datenschutz und Fortschritt? Kassner zeigte sich zuversichtlich; nicht zuletzt gilt es, die Vernetzung mit dem Behandelten zu verbessern – laut Kassner ein mit Telemedizin erreichbares Ziel. Auch der Wettstreit um die Akzeptanz beim Patienten bleibt noch zu gewinnen.

KIS/RIS/PACS- und DICOM-Treffen

Zum „deutschsprachigen Symposium rund um das Thema Bildmanagement für Anwender, Medizininformatiker und Firmen“ kamen in diesem Jahr deutlich über 200 Teilnehmer – rund 10 % mehr als im Vorjahr, so die Veranstalter. Prof. Peter Mildenberger, Radiologe und Leiter des Bildmanagementbereichs beim Veranstalter Universitätsmedizin Mainz, resümiert die aktuelle Situation in der Radiologie: „Wir verzeichnen ein zunehmendes Interesse an der Nutzung von Bilddatenkompression – aufgrund der Konsensuskonferenz und Unterstützung von Behördenseite lässt sie sich inzwischen auch klinisch einsetzen. Viele PACS-Anbieter sind bereits darauf vorbereitet.“ Die regionale Vernetzung schreitet voran, somit steigt das Interesse an der Nutzung interoperabler Systeme deutlich; Prof. Mildenberger: „die internationale IHE-Initiative findet daher seitens der IT-Leiter und Medizininformatiker verstärkt Wahrnehmung.“ – Für die Akzeptanz von E-Health-Anwendungen in Klinik und Praxis, dies wurde auf der Veranstaltung klar, ist der medizinische Nutzen relevant – d. h. die Unterstützung des Informationsaustauschs (insbesondere hinsichtlich Befunden und Bilddaten). Der Vortrag von Dr. Remy Demuth aus Luxemburg lieferte hier konkrete Anwendungsbeispiele.

Die meisten Vorträge des KIS/RIS/PACS- und DICOM-Treffens sind im pdf-Format unter http://www.uni-mainz.de/FB/Medizin/Radiologie/agit/veranstaltung/frameset_veranstaltung.htm verfügbar.


„Heutiger Versorgungsstandard setzt effektive IT voraus“

Juli 31, 2009
Dr. Björn Kabisch

Dr. Björn Kabisch

Vom Intranet der Elemente – Kodierungsschema und einheitliche Schnittstellen

Die Bedeutung der IT-Systeme und die Informationsdichte im Krankenhaus haben in den letzten Jahren drastisch zugenommen. Welche Herausforderungen und Chancen birgt diese Entwicklung für Leistungserbringer? Michael Reiter im Gespräch mit Dr. Björn Kabisch, verantwortlich für Forschung und Entwicklung am Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnologie des Universitätsklinikums Jena.

Management & Krankenhaus:

Worin liegt die strategische Bedeutung dieses Wandels?

Dr. Björn Kabisch: Ohne ein effektives IT-Management ist der Qualitätsstandard der medizinischen Versorgung, den wir heute in der Maximalversorgung erreicht haben, nicht denkbar. So stehen die Ergebnisse einer radiologischen Untersuchung Sekunden nach Befunderstellung durch die Fachabteilung am Krankenbett zur Verfügung; eine Veränderung der verordneten Medikamente in der elektronischen Krankenakte wird sofort von der Zentralapotheke registriert und bei der nächsten für diesen Patienten individuell zusammengestellten Lieferung berücksichtigt.

Bei 250.000 Behandlungen im Jahr alleine im Universitätsklinikum Jena ist klar, dass es sich um ein gewaltiges Datenaufkommen handelt, das in einem heterogenen IT-Umfeld besonders zuverlässig verarbeitet werden muss. Da die Aufgabenstellungen für die IT in den verschiedenen Funktionseinheiten einer Klinik sehr komplex und heterogen sind, steht die klinikumsinterne IT vor der Herausforderung, die vielen hoch spezialisierter Anwendungen unterschiedlicher Hersteller zu koordinieren. Nur so lassen sich die durch die Digitalisierung ermöglichten Synergien nutzen und beispielsweise alle Informationen in einer elektronischen Patientenakte zusammenführen. Durch zunehmend von der IT vernetzte und moderierte Prozesse hat die fachlich versierte und leistungsfähige klinikumsinterne IT an strategischer Bedeutung gewonnen. Es wäre sicherlich fahrlässig, die entstandenen Abhängigkeiten zu unterschätzen.

Vor welcher Aufgabenstellung sehen sich die Krankenhäuser jetzt?

Kabisch: Unsere wichtigste Herausforderung besteht darin, die kontinuierlich zunehmenden medizinischen Möglichkeiten – mit stagnierenden oder sinkenden finanziellen Ressourcen – zum Wohle unserer Patienten zu nutzen. Was wie ein Paradox klingt, kann nur durch Effizienzsteigerung und kritisches Abwägen der eingesetzten Mitte gelingen. Ziel ist es, die nachgewiesen wirkungsvollste Therapie möglichst frühzeitig und effizient anzuwenden.

Die klinikumsinterne IT wirkt hier vielfältig unterstützend: Beispielsweise kann ein optimierter Informationsfluss zwischen den Funktionseinheiten die Zeit, die bis zu einer effektiven Behandlung vergeht, stark verkürzen, und eine sinnvolle Dokumentation aller Behandlungsschritte kann die rentable Abrechnung mit den Leistungsträgern sicherstellen. Auch ermöglicht die Anbindung anonymisierter Datenquellen an medizinische Benchmark-Server (z.B. unser www.quips-projekt.de) die Verbesserung und ständige Überwachung der Behandlungsqualität. Das Reservoir an IT-unterstützten Optimierungsmöglichkeiten scheint auf absehbare Zeit unerschöpflich.

Sie sprechen – im Gegensatz zum Internet der Dinge – vom Intranet der Elemente. Was verstehen Sie darunter?

Kabisch: Damit sich über mehrere Funktionseinheiten hinweg Optimierungspotentiale ausschöpfen lassen, ist eine wichtige Aufgabe der klinikumsinternen IT, für ein gemeinsame ‚Sprache’ – also ein Kodierungsschema der Informationselemente – und für einheitliche robuste Schnittstellen aller IT-Systeme im ‚Mikrouniversum Klinikum’ zu sorgen.

Ich spreche nicht von Dingen, da es sich in unserem Fall häufig auch um Menschen handelt. Wenn wir ein Untersuchungsergebnis einem Patienten sicher zuordnen wollen, brauchen wir in der Datenbank sowohl eine ‚Identität’ der Untersuchung, als auch eine eindeutige Kennung für jeden Patienten. Von Intranet spreche ich, um deutlich zu machen, dass wir nicht auf eine große weltweite Lösung warten können, sondern im Hier und Jetzt beginnen müssen – und das nicht mit einem proprietären Ansatz, sondern auf der Basis internationaler ISO-Empfehlungen.

Was wir anstreben, ist eine pragmatische ‚Lingua Franca’ und keine ungemein komplizierte Universalsprache.

Sobald all diese Hausaufgaben erledigt sind – wie hat man sich das System Klinik dann vorzustellen?

Kabisch: Nicht nur deutlich komplexere Vernetzungsszenarien werden denkbar, auch für die schon realisierte Vernetzung von Informationen ergeben sich enorme Vorteile. Wenn alle lokalen IT-Anwendungen mittelfristig eine ‚Sprache’ sprechen, also die Kodierung von Informationen und die Schnittstellengestaltung vereinheitlicht sind, kann auch das heterogene Gefüge aus hunderten Spezialanwendungen effektiv zusammenarbeiten.

Der Aufwand für die Schnittstellengestaltung und die Abhängigkeit von individuell erstellten Integrationskonzepten sinkt, die Zuverlässigkeit des Gesamtsystems steigt. So vorbereitet kann die klinikumsinterne IT den sicherlich auch in Zukunft steigenden Erwartungen gerecht werden.

www.med.uni-jena.de

Veranstaltung im Kontext

Unser Interviewpartner und weitere renommierte Experten sprechen im Rahmen des Healthcaretages 2009. Qualität, Patientensicherheit und Effizienz im Gesundheitswesen stehen auf der Tagesordnung. Die Veranstaltung zeigt Lösungen zur Bewältigung fehlerbehafteter und unwirtschaftlicher Abläufe auf.

Termin: 27. Oktober

Ort: Frankfurt/Main

Veranstalter: EHIBCC – European Health Industry Business Communication Council

Programm und Anmeldung: www.healthcaretag.de


Usabil-IT-Studie zur Anwendbarkeit von IT im Krankenhaus – Erhebungsfrist verlängert

Juli 28, 2009

Rund 140 Kliniken haben bereits an der Usabil-IT-Studie zur Anwendbarkeit von Krankenhaus-IT teilgenommen. Die Laufzeit der Erhebung wurde nun bis zum 1. August verlängert. Klinikleitungen erhalten daher eine weitere Einladung zur Studienteilnahme, die sie innerhalb der Klinik an ihre Mitarbeiter weiterleiten können. Adressaten der Usabil-IT-Studie sind insbesondere Klinikmitarbeiter mit patientennahen Tätigkeiten (Ärztlicher und Pflegerischer Dienst).

Das Ausfüllen des Fragebogens, bei dem Chancen, Stärken und Schwächen der in deutschen Kliniken genutzten Systeme im Mittelpunkt stehen, dauert ca. 15 bis 20 Minuten. Die Ergebnisse der Studie können zum einen als Grundlage für krankenhausinterne Entscheidungen herangezogen, aber auch zu Verbesserungen in der Softwareweiterentwicklung eingesetzt werden.

Die Teilnahme an der Studie erfolgt über einen von zwei möglichen Links: die IT-Anwender können auswählen, ob sie den Fragebogen anonym oder unter einem Pseudonym ausfüllen. Bei der anonymen Teilnahme ist keinerlei Rückschluss auf die Klinik möglich; bei der pseudonymisierten Teilnahme besteht die Option, eine kostenlose individuelle Auswertung der IT-Ausstattung der eigenen Klinik in Bezug zum Referenzkollektiv zu erhalten (Benchmark). Von den bisher rund 140 teilnehmenden Kliniken wählten 22 die Teilnahme über den pseudonymisierten Link.

Datenschutz und Diskretion garantiert

Alle Daten werden streng vertraulich behandelt. Die Rohdaten werden ausschließlich für die Auswertung aufgehoben und sind außer dem Team der Usabil-IT-Studie niemandem zugänglich. Falls die Teilnahme über den pseudonymisierten Link erfolgt, wird die individuelle Auswertung an den IT-Leiter der teilnehmenden Klinik gesendet und die Tabelle nach der Empfangsbestätigung gelöscht. Damit erfolgt jede weitere Speicherung, Auswertung und Archivierung der Daten ohne irgendeinen Personen-, Klinik- oder Herstellerbezug. Sowohl bei der anonymen als auch bei der pseudonymisierten Teilnahme ist keine Verbindung zur teilnehmenden Klinik mehr herstellbar. Die Studie erfolgt gemäß dem ICC/ESOMAR-Kodex.

Die Usabil-IT-Studie wird von der GMDS-AG KAS durchgeführt und vom VHitG unterstützt. Erste Ergebnisse werden im November 2009 auf der Medica vorgestellt; die vollständige Präsentation erfolgt auf der conhIT 2010 in Berlin (20. bis 22. April 2010). Als Dank für die Teilnahme werden unter den Teilnehmern zehn Apple iPod Shuffle verlost.

Weitere Informationen zur Studienteilnahme und zum Datenschutz unter www.usabil-it.de

Interessierte IT-Anwender, die keine Einladung erhalten haben, können direkt mit der Studienleitung in Kontakt treten.

Ansprechpartner für die Studie: Dr. Rainer Röhrig, Studienleiter, Tel. 06 41 / 99 – 444 94, usabil-it@informatik.med.uni-giessen.de.


„Green Hospital“-Projekt gestartet

Juli 28, 2009
Feierlich beging GE Anfang Juli das fünfjährige Jubiläum seines Europa-Forschungszentrums nahe München. Neben dem Rückblick auf aktive Jahre setzte die Zusammenarbeit des Anbieters mit einer großen Klinikgruppe einen perspektivischen Schwerpunkt.
Vertragsunterzeichnung: Der Um- und Neubau der Asklepios Klinik Hamburg-Harburg wird vollständig unter ökologischen Gesichtspunkten geplant und gestaltet.

Vertragsunterzeichnung: Der Um- und Neubau der Asklepios Klinik Hamburg-Harburg wird vollständig unter ökologischen Gesichtspunkten geplant und gestaltet.

Asklepios und GE kooperieren für mehr Nachhaltigkeit

„Green Hospital“ lautet der Name eines umfassenden Kooperationsprojekts für mehr Nachhaltigkeit im deutschen Gesundheitswesen: Der Um- und Neubau der Asklepios Klinik Hamburg-Harburg wird „als erster Pilot in Europa vollständig unter ökologischen Gesichtspunkten geplant und gestaltet“, wie bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages in Garching verlautete. Mit der Fertigstellung rechnet man für 2013.

„In Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnern planen und gestalten wir Gesundheitseinrichtungen, mit denen es uns gelingen kann, den Energieverbrauch zu senken, Wasserreserven zu schützen, erneuerbare Energien zu gewinnen, die Luftqualität zu verbessern, Abfall zu vermeiden sowie die Produktivität der Mitarbeiter und die Patientenzufriedenheit zu steigern,“ so Jeff Immelt, Chairman & CEO von GE. Angesichts knapper werdender natürlicher Ressourcen und steigender Kosten gewinnen nachhaltiger und umweltbewusster Bau und Betrieb auch im Gesundheitssektor zunehmend an Bedeutung. Das Projekt „Green Hospital“ berücksichtigt – laut den Vertragspartnern als erstes in Europa – die Komplexität sämtlicher ökologischen Aspekte. Neben dieser engen Kooperation steht GE in Kontakt mit weiteren Partnern innerhalb und außerhalb Europas.

Die Ziele erfordern ein vielschichtiges Maßnahmenkonzept; GE verfügt in verschiedenen Geschäftsbereichen über die nötigen Technologien. „Das [Forschungszentrum] in München bietet den Vorteil, dass hier neue Technologien entwickelt und getestet werden können“, unterstrich Immelt. Dazu zählen Lösungen wie Kraft-Wärme-Kälteanlagen, Solartechnik für die Wärme- und Kältegewinnung, energieeffiziente Medizintechnik, Beleuchtungskonzepte sowie Systeme für die Wasseraufbereitung.

Integratives Konzept

Das Projekt basiert auf einem mehrdimensionalen Ansatz: der Verbindung von Ökologie, Ökonomie und dem Wohlbefinden der Menschen in einem Krankenhaus. „`Green Hospital´ ist ein integratives Konzept, das sich die Synergien zwischen Innovation, technologischem Fortschritt und dem verantwortlichen Umgang mit natürlichen Ressourcen zunutze macht“, erläuterte Dr. Tobias Kaltenbach, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Asklepios Kliniken. „Alle Maßnahmen aus den Bereichen Baukonstruktion, Energiewirtschaft, Medien, Licht, Steuerungssysteme sowie Hygiene und Arbeitssicherheit greifen eng ineinander“, fügte Dr. Rolf Lucas, President & CEO GE Healthcare in Deutschland, hinzu. Die erforderlichen Investitionen sollen sich innerhalb von drei bis sechs Jahren amortisieren.


Messe Düsseldorf entwickelt mit Partnern Strategiekonzept „MEDICA 2015“

Juni 18, 2009

medica_logo_4cDas Gesundheitswesen befindet sich weltweit in einem tief greifenden Umstrukturierungsprozess. Daraus ergeben sich für die Medizintechnik-Industrie neue Herausforderungen hinsichtlich der Vermarktung ihrer Produkte. Um auch zukünftig die Hersteller von medizintechnischen Systemen und Lösungen optimal bei der Umsetzung ihrer Marktbearbeitungsstrategien unterstützen zu können, hat die Messe Düsseldorf als Organisator der MEDICA von der Unternehmensberatung Droege & Comp. die Studie „MEDICA 2015“ erarbeiten lassen.

Droege & Comp. arbeitet seit vielen Jahren als Beratungsunternehmen im Gesundheitssektor und ist dabei auch Kooperationspartner der Industrieverbände BVMed, SPECTARIS und ZVEI.

Die Studie „MEDICA 2015“ hat die Megatrends erfasst, die die medizinische Versorgung in den kommenden Jahren stark beeinflussen werden: Steigende Morbidität basierend auf der erhöhten Lebenserwartung in Verbindung mit weltweitem Bevölkerungswachstum, zunehmendes Gesundheitsbewusstsein, stärkere Globalisierung des Gesundheitsmarktes, Änderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen sowie entsprechender Auflagen, Weiterentwicklungen neuer Technologien, zunehmende Bedeutung von E-Health, stärkerer Ausbau des privaten Gesundheitssektors und erhöhter Effizienzdruck im Gesundheitswesen.

„Die Ergebnisse der Studie tragen dazu bei, die MEDICA auch künftig in ihrer Rolle als fachübergreifende Plattform der Gesundheitswirtschaft zu stärken und ihren Status als Weltleitmesse zu sichern“, erklärt Wilhelm Niedergöker, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf.

Das Konzept sieht eine konsequente Fokussierung der MEDICA auf innovative Produkte und Dienstleistungen vor. Globale Aspekte werden dabei ebenso Berücksichtigung finden wie speziell die europäischen Dimensionen etwa hinsichtlich einer voranschreitenden Harmonisierung von Versorgungsprozessen innerhalb der Europäischen Union.

Ebenfalls geplant ist eine Ausweitung des internationalen Seminarprogramms des MEDICA Kongresses.

Jochen Franke ist neuer Vorsitzender des MEDICA-Beirates

Die Umsetzung des auf der Studie basierenden Strategiekonzeptes „MEDICA 2015“ wird in enger Abstimmung mit dem MEDICA-Messebeirat erfolgen, der sich in seiner ersten Sitzung im Jahr 2009 neu konstituiert hat. Den Vorsitz übernommen hat Jochen Franke, Geschäftsführer der Philips GmbH, Unternehmensbereich Healthcare. Die stellvertretenden Vorsitzenden sind Michael Koller, geschäftsführender Gesellschafter der Münchner Medizin Mechanik GmbH, sowie Prof. Dr. Werner A. Scherbaum, Präsident der MEDICA – Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Medizin e. V.. „Der Beirat hat sich zum Ziel gesetzt, das Konzept MEDICA 2015 zum Erfolg zu führen. Durch die Abdeckung verschiedenster Kernkompetenzen innerhalb des Beirats ist gewährleistet, dass allen Aspekten des sich verändernden Gesundheitsmarktes Rechnung getragen wird“, so Jochen Franke.

Hier geht es zur MEDICA 2009 – 18.-21.  November.


Rund um die Bildgebung

Juni 4, 2009

Die KIS-RIS-PACS-Tagung und das DICOM-Treffen finden am 3. und 4. Juli in Mainz statt. Die Themen RIS und PACS werden wieder ergänzt mit aktuellen Beiträgen zu allgemeinen Entwicklungen der IT, die auch zunehmend Auswirkungen auf RIS und PACS haben. Die Bedeutung der IT für die Unterstützung von Forschung und Lehre sowie die Aspekte zur übergreifenden Vernetzung bilden einen weiteren Schwerpunkt. Aussagestarke Vorträge, engagierte Diskussionen und eine attraktive Tagungsatmosphäre kennzeichnen die Veranstaltung. Das Treffen wird ergänzt durch einen Hands-on-Workshop zum Thema Fallsammlung sowie – am 2. Juli ab 18 Uhr als Auftaktveranstaltung – durch die medlounge rhein-main: „Wie viel Vernetzung braucht das Gesundheitswesen?“.

Anmeldung unter Dicom.Mainz@web.de.


Werden Betreiber zu Herstellern?

Juni 2, 2009
Organisatoren und herausragende Referenten des Symposiums

Organisatoren und herausragende Referenten des Symposiums

VDE-Symposium – IT-Vernetzung von Medizinsystemen

Die informationstechnische Vernetzung medizinischer Geräte und Systeme nimmt zu. Die Inhalte der in der EU harmonisierten internationalen Normen zum Risikomanagement (ISO 14971), zur Gebrauchsergonomie („Usability“ – IEC 62366) und Software (IEC 62304) wirken sich künftig bei der Systemintergration von Medizinprodukten (IEC 80001) auch für Betreiber aus. Diese beiden Einflussfaktoren führen zu weitreichenden Veränderungen in den Rahmenbedingungen von Krankenhäusern: War bislang der Hersteller eines Einzelgerätes im Gesamtsystem von Medizintechnik und IT für den störungsfreien Betrieb und die Interoperabilität im Prozess verantwortlich, so wird künftig der Betreiber des Gesamtsystems in die Pflicht genommen – also der Leistungserbringer. In dieser Ausgabe lesen Sie mehrere Artikel zu dieser aktuellen Herausforderung; der vorliegende Artikel fasst eine zweisprachige Veranstaltung des VDE-Institutes, Offenbach, und der Beratungsfirma Prosystem, Hamburg, Ende März in Frankfurt/Main zusammen.

Dies ist die Historie vernetzter Medizingeräte: „In Krankenhäusern existierten zwei physikalisch getrennte Netzwerk-Welten: Medizingeräte-Netzwerke etwa für Monitoring und Radiologie sowie Krankenhaus IT-Netzwerke insbesondere für die Verwaltung“, so Gerhard Weller von Siemens. Seine Liste charakteristischer Kriterien liest sich wie folgt: „Medizingeräte-Netzwerke wurden von Medizingeräteherstellern spezifiziert, geliefert, gewartet; sie waren den Qualitätsmaßnahmen der Medizingerätehersteller unterworfen; zur Verbindung der Medizingeräte ausgelegt, technisch unkompliziert; nicht für andere Geräte oder Netzwerke zugänglich; keinen ungeplanten Veränderungen ausgesetzt; sicher und zuverlässig im Betrieb; preiswert in Anschaffung und Betrieb; langjährig beschaffbar sowie beim Betreiber in der fachkundigen Verantwortung der Medizintechnik“. Heute, so der Experte weiter, verlieren physikalisch getrennte Medizingeräte-Netzwerke an Bedeutung; die Geräte werden zunehmend über allgemeine IT vernetzt. Patientenakten, KIS und das Postulat orts- und zeitunabhängiger Verfügbarkeit von Patienteninformationen fördern dies. Anwenderanforderungen, regulierte Medizingeräte und nicht regulierte IT-Geräte – Produktgruppen mit unterschiedlichen Sicherheitskonzepten – müssen unter einem Dach zusammengeführt werden. Die Zuständigkeit für die Vernetzung liegt bei der EDV-Abteilung – wer verantwortet die Medizingeräte?

Hin zur Eigenverantwortung

Betreiber von Krankenhäusern, so der Tenor der beiden Veranstaltungstage, tragen nach Umsetzung der Richtlinie 2007/47/EG im nächsten Jahr die Verantwortung für Planung, Verifikation, Validierung, Prüfung, Zertifizierung, Betrieb, Dokumentation und kontinuierliche Überprüfung ihrer Netzwerke, in die sie eigenständig Medizinprodukte einbinden. Dafür müssen sie entsprechend qualifiziertes Personal und geeignete Qualitäts- und Risikomanagementsysteme vorhalten. Krankenhausverantwortliche sollten deshalb verstärkt ihre Position in den Normierungsgremien einbringen; zum Zweck eines Dialogs mit Herstellern und Normierungsexperten hatten die Veranstalter international renommierte Referenten nach Frankfurt geholt. Hersteller wie Dräger, Medtronic, Philips und Siemens waren ebenso vertreten wie Normierungsexperten, Benannte Stellen, Berater sowie Leistungserbringer aus Erlangen und Heidelberg.

Zur künftigen Norm IEC 80001-1

„Werden Medizingeräte in IT-Netzwerke eingebunden, müssen die Sicherheitsanforderungen, die der Gesetzgeber für Medizinprodukte erlassen hat, auf den ‚zuverlässigen Betrieb im Netz’ übertragen werden“, beschrieb Michael Bothe vom VDE-Institut die Problemstellung. „Werden in einem System Produkte mehrerer Hersteller verwendet [was üblicherweise der Fall ist], so bietet die neue Norm IEC 80001 einen Risikomanagement-Ansatz, um die Zusammenarbeit der Parteien, die an der Integration der Geräte in dieses Netzwerk beteiligt sind, unter Federführung des Betreibers sicherheits- und vertragskonform zu regeln“. Die Norm enthält Vorschläge für Zuständigkeitsvereinbarungen, mit denen Inbetriebnahme, Anwendung, Neukonfigurierung und Außerbetriebnahme von IT-Netzwerken über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu regeln sind. Der Schwerpunkt der IEC 80001-1, so Oliver Christ von Prosystem, „liegt auf Sicherheit, Leistungsfähigkeit, Datenschutz und Interoperabilität“; mit der Veröffentlichung als Norm ist Ende 2010 zu rechnen.

Krankenhäuser in den Dialog integrieren

In einem Panel, das der IT-Anbieter Oracle sponserte, diskutierten Expertenanwender aus Heidelberg und Mannheim, Vertreter von IT- und Medizintechnikunternehmen sowie aus dem Bereich Regulierung und Berater darüber, welche Konsequenzen sich aus den veränderten Rahmenbedingungen ergeben und wie sich Leistungserbringer heute auf die Veränderungen vorbereiten können. So beschrieb CIO Prof. Dr. Björn Bergh, wie das Heidelberger Uniklinikum eine Trennung von Medizintechnik- und IT-Netz realisiert, um Schwierigkeiten etwa bei der Datensicherheit zu vermeiden – ist also der Weg zurück in die getrennten Welten der richtige Ansatz?

Weitere Veranstaltungen zur Wissensvermittlung und Stärkung des Dialogs sind laut Bothe und Christ in Vorbereitung.

Lunch Panel: Expertenanwender diskutierten mit Vertretern von IT-, Medizintechnik- und Beratungsunternehmen sowie Regulierungseinrichtungen (Fotos: MR)

Lunch Panel: Expertenanwender diskutierten mit Vertretern von IT-, Medizintechnik- und Beratungsunternehmen sowie Regulierungseinrichtungen (Fotos: MR)


Interdisziplinär und praxisbezogen – Röntgenkongress 2009

Juni 2, 2009
Neuer Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft ist Prof. Dr. Gerhard Adam

Neuer Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft ist Prof. Dr. Gerhard Adam

Es war ein „first“ in der Geschichte des Deutschen Röntgenkongresses: Die Deutschen Röntgengesellschaft gestaltete das Programm gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft. Diese Zusammenarbeit setzt ein Zeichen für die Bedeutung der Radiologie für die Onkologie – „Radiologen begleiten Krebspatienten oft über Jahre hinweg und liefern fortwährend wichtige Informationen für den Behandlungsprozess“, so Kongresspräsident Prof. Dr. Claus Claussen. Interdisziplinärer Austausch prägt zum einen die Radiologie seit ihrem Bestehen; zum anderen ist er ausschlaggebend für Outcome und Wirtschaftlichkeit in der Onkologie, der aufgrund höherer Lebenserwartung und veränderter Lebensbedingungen eine weiter wachsende Bedeutung zukommt.

Mehr als 7.000 Teilnehmer, darunter fast 4.000 Ärzte und Medizinphysiker, kamen im Mai nach Berlin. Der Kongress mit seinen Angeboten zur Fort- und Weiterbildung sowie die Forschungsvorträge, ebenso wie das Industrieforum mit seinen 130 Ausstellern, erhielten somit wieder einen beachtlichen Zuspruch. Die Deutsche Röntgengesellschaft führt diese Resonanz auf die „ausgezeichnete Qualität von Vorträgen und Präsentationen sowie die professionelle Organisation“ zurück.

Ein breites Spektrum rund um bildgebende Diagnostik und minimal-invasive Therapieverfahren, einschließlich Neuroradiologie und Kinderradiologie, stand auf dem Programm. Einen Themenschwerpunkt bildeten die Onkologie und onkologische Diagnostik.

Neuer Präsident

Zum Präsidenten der Deutschen Röntgengesellschaft wurde für die anstehende Amtsperiode Prof. Dr. Gerhard Adam gewählt. Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf löst Prof. Dr. Michael Laniado (Dresden) ab, der der Deutschen Röntgengesellschaft von 2007 bis 2009 vorstand. Die Amtszeit von Professor Adam läuft bis 2011.

Preisverleihungen

Die Veranstaltung bot wieder den Rahmen für eine Reihe von Ehrungen. Der Röntgenpreis ist die wohl renommierteste – mit 10.000 € dotierte – Auszeichnung; mit ihr würdigt alljährlich die Deutsche Röntgengesellschaft Radiologen, die sich in besonderer Weise um die bildgebende Medizin verdient machen. In diesem Jahr ging sie an Dr. Marc Dewey; der Berliner Radiologe wurde für seine Arbeiten zur Diagnose der koronaren Herzerkrankung (KHK) ausgezeichnet. Sie zählt zu den häufigsten und gefährlichsten Zivilisationskrankheiten; Dr. Dewey konnte nachweisen, dass die schonende und nichtinvasive CT der Untersuchung mit dem Herzkatheter oftmals ebenbürtig ist. „In Deutschland werden jährlich rund 700.000 Eingriffe mit dem Herzkatheter durchgeführt, die meisten nur zur diagnostischen Zwecken. Unsere Studien haben gezeigt, dass wir auf den CT-Bildern behandlungswürdige Gefäßverengungen mit der gleichen Genauigkeit erkennen können wie mithilfe des Herzkatheters – einem nicht risikofreien, invasiven Eingriff“, erklärte der Experte aus der Charité. Auch die Patientenzufriedenheit erhöht sich nach Auskunft des Preisträgers: „Wir befragten Patienten, die sich sowohl einer Katheterisierung als auch einer CT-Untersuchung unterzogen hatten. Drei viertel bevorzugen demnach die schmerzfreie CT-Diagnostik.“

Dr. Dewey sieht den Preis als Ansporn für weitere Forschungen: „Ein großes Zukunftsfeld ist die Herzdiagnostik mithilfe von MRT. Hier sind noch viele medizinische und technische Möglichkeiten zu entdecken und zu entwickeln.“

Aus der Industrieausstellung

Carestream Health: Als Neuheit kündigte der Anbieter eine flexible DR-Suite an, mit voller Kompatibilität zum kabellosen DRX-1. Das DRX-Evolution System vereint den ersten kassettengroßen kabellosen DR-Detektor – ab Juni in Deutschland verfügbar – mit der Funktionalität des Kodak DirectView DR 7500-Systems. Diese Kombination ermöglicht einen modularen Übergang zu einem Röntgenraum mit einem oder zwei Detektoren. Eine weitere Verbesserung des Workflows bietet die SuperPACS-Architektur. Damit ist die standortübergreifende und herstellerunabhängige Kommunikation und Befundung möglich: PACS-Lösungen verschiedener Hersteller können miteinander synchronisiert, die vorhandene Infrastruktur kann über mehrere Standorte genutzt werden. Anwender haben Zugriff auf eine umfassende Arbeitsliste, unabhängig davon, wo im Netzwerk sich der Standort oder die Daten befinden. Die Architektur wird ab Jahresmitte verfügbar sein. – „Um Patientenkomfort, Produktivität und diagnostische Genauigkeit“, so Todd Minnigh, Worldwide Director of Marketing, Digital X-Ray in Berlin, „dreht sich die Produktentwicklung auf diesem Gebiet“. Die Einflussfaktoren, die in der Radiologie prägend wirken, sind in allen entwickelten Ländern dieselben; Modalitäten und IT-Lösungen müssen den Ärzten erlauben, ihre Aufgaben rund um die Patientenbehandlung rascher und effizienter zu verrichten.“

Eizo: Seine hochpräzisen Monitore für die Befundung und Betrachtung präsentierte der japanische Hersteller, darunter jüngste Produktentwicklungen. Highlights waren das 56“-Bildsystem LX560W für OP-Räume und der 3-Megapixel-Farbmonitor RX320 für die Befundung. Der LX560W stellt mit acht Megapixeln sowohl farbige als auch monochrome Aufnahmen in fast beliebiger Anordnung und Größe dar. Durch die Flexibilität in der Anordnung der Bilder und bei den Bildgrößen gewinnt der operierende Arzt eine optimale Bildgebung. Die Bildwiedergabe mit einer nativen Auflösung von 3.840 × 2.160 Pixeln eignet sich bestens für die Anwendung im vaskulären Einsatzfeld. Herzstück dieses Monitors ist sein digitales Video-Verteilersystem LMM 56800: Es sammelt Eingangssignale von bis zu 27 unterschiedlichen Videoquellen, arrangiert diese Informationen je nach Aufgabenstellung und überträgt das zusammengestellte Bild auf den Schirm.

Fujifilm: Als Highlight im Bereich Gesundheitsvorsorge für Frauen präsentiert Fujifilm mit Amulet sein erstes digitales DR-System für die Mammographie. Aufgebaut aus zwei Schichten amorphen Selens (a-Se), DR-Detektor-Technologie und einer innovativen direkten Konvertierungsmethode bietet das System eine hohe Bildqualität, während zeitgleich die Dosis verringert und die Effizienz der Arbeitsabläufe verbessert werden können. Mit 50μm in der Direkt-Konvertierung bietet dieses System für Mammo-DR die weltweit kleinste Auflösung (Stand 12/2008), was sowohl zu einer hohen Bildschärfe als auch zu verringertem Rauschen führt. – Die Synapse Breast Imaging Diagnostic Workstation (BIDW) wurde speziell als Ergänzung für DR und CR für Mammographie-Produkte von Fujifilm entwickelt und bietet verbesserte Workstation-Möglichkeiten für Einrichtungen, die PACS-Lösungen anderer Hersteller benutzen. Mit der vollständigen Funktionalität von Synapse PACS versehen, wurde diese neue Arbeitsstation dazu entwickelt, ein vorhandenes System zu ergänzen; hiermit reagiert das Unternehmen auf die Nachfrage nach klinischen und betrieblich effizienten Systemen und ermöglicht neue Mammographieverfahren.

NEC: Am Stand seines Vertriebspartners BW Plus stellte das Unternehmen die aktuellen Displays für den Medizinbereich vor. Schwerpunkte waren die Farbdisplays NEC MD304MC und NEC MD212MC sowie das neue Graustufen-Display NEC MD213MG, das in Berlin erstmalig präsentiert wurde. Die Befundbildschirme nach DIN V-6868-57 garantieren eine exakte Darstellung und präzise Bildwiedergabe sowie das Anzeigen selbst feinster Details.

Philips: Ein Forscher-Team aus dem Unternehmen stellte erstmals die neuesten Entwicklungsfortschritte auf dem Gebiet des nicht-invasiven therapeutisch angewandten Ultraschalls vor. Die kombinierte Methode aus MRT und fokussiertem Ultraschall wird auch „Magnetic Resonance imaging-guided High Intensity Focused Ultrasound“, kurz MR-HIFU genannt. Das Besondere an dieser nicht-invasiven Operationsmethode: Sie kommt ohne Verletzungen der Haut aus, wirkt ausschließlich im Körperinneren, und in der Regel können die Patienten am Folgetag bereits wieder ihrer gewohnten Tätigkeit nachgehen.

Die HIFU-Einheit ist in die Tischplatte eines Magnetresonanz-Tomographen integriert. Durch eine spezielle Anordnung der Ultraschall-Quellen durchdringt der Schall die Haut des Patienten, ohne sie zu beschädigen; erst in der Tiefe entwickelt er durch seine Bündelung die Wirkung. Dort erwärmt sich das Gewebe im Zielgebiet bis auf 70 Grad und stirbt ab. Die ständige Echtzeit-Bildkontrolle mittels Magnetresonanztomographie bietet dem Behandler dabei eine wichtige Kontrolle über den Therapieverlauf und ihren Erfolg. Für den Patienten ist die ca. zwei Stunden dauernde Prozedur vollkommen schmerzfrei.

Bisher wurde von Philips Healthcare ein MR-HIFU Gerät zur Behandlung von Uterusmyomen entwickelt. Dieses befindet sich derzeitig in der klinischen Erprobung. „Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend“, berichtete Thomas Andreae, Direktor MR Marketing Emerging Systems & Therapy für Philips Healthcare. „Die HIFU-Therapie ist für die Patientinnen viel weniger belastend und deutlich risikoärmer als die heute bei Uterusmyomen übliche Kleinst-Operation oder eine Entfernung der Gebärmutter als Ganzes.“

Jetzt gilt es, das Anwendungsspektrum auf andere Krankheitsbilder zu erweitern. Es zeichnet sich bereits ab, dass künftig auch komplexere Eingriffe denkbar sind, z. B. das Behandeln bösartiger Tumore wie Mamma- oder Prostata-Karzinome. Die Philips-Forschung hat in Zusammenarbeit mit der Gruppe von Prof. Chrit Moonen, Universität Bordeaux, für dieses wichtige klinische Einsatzgebiet bereits weiterführende und vielversprechende Technologien entwickelt. Zum einen kann mit diesen Lösungen eine absolut homogene Temperaturverteilung erreicht werden, die für das vollständige Abtöten von Tumorgewebe zwingend nötig ist, und zum anderen muss die HIFU-Einheit die Fähigkeit besitzen, auch große Areale zu erreichen.

Siemens: Mit der neuen Applikation Syngo iFlow lässt sich erstmals, so Unternehmenssprecher, eine komplette digitale Subtraktionsangiographie (DSA) in einem einzigen Farbbild darstellen. Um zu visualisieren, wie sich Kontrastmittel innerhalb der Gefäße ausbreitet, konnte bisher mit Hilfe mehrerer Röntgenbilder lediglich eine Schwarz-Weiß-Filmsequenz erzeugt werden. Nun zeigen die unterschiedlichen Farben in dem Syngo-iFlow-Bild an, in welchen Gefäßen das Kontrastmittel zuerst ankommt und wo zuletzt.

Die Applikation verbessert beispielsweise die prä- und postprozedurale Bildgebung bei Patienten, die wegen einer Stenose am Bein behandelt werden: Hier sind vor dem Eingriff Flussabweichungen des Blutes in die Kollateralgefäße leichter festzustellen, da die Anomalie dem Arzt dank der speziellen Farbe schneller auffällt. Nach dem Eingriff wird der Erfolg einer Ballondilatation oder Stent-Implantation sofort sichtbar, da entsprechende Farben den verbesserten Fluss des Kontrastmittels, und damit auch des Blutes, anzeigen.

Der Röntgenkongress 2010 ist für 12. bis 15. Mai angekündigt.


Strategische Allianz

Juni 2, 2009

Bekanntgabe der Zusammenarbeit Ende Mai: Fujifilm entwickelt und produziert biomolekulare Systeme in der Bildgebung für GE Healthcare. Die Produkte werden unter GE-Branding weltweit insbesondere in den Märkten Life Sciences und Drug Discovery vertrieben.


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