Interdisziplinär und praxisbezogen – Röntgenkongress 2009

Juni 2, 2009
Neuer Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft ist Prof. Dr. Gerhard Adam

Neuer Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft ist Prof. Dr. Gerhard Adam

Es war ein „first“ in der Geschichte des Deutschen Röntgenkongresses: Die Deutschen Röntgengesellschaft gestaltete das Programm gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft. Diese Zusammenarbeit setzt ein Zeichen für die Bedeutung der Radiologie für die Onkologie – „Radiologen begleiten Krebspatienten oft über Jahre hinweg und liefern fortwährend wichtige Informationen für den Behandlungsprozess“, so Kongresspräsident Prof. Dr. Claus Claussen. Interdisziplinärer Austausch prägt zum einen die Radiologie seit ihrem Bestehen; zum anderen ist er ausschlaggebend für Outcome und Wirtschaftlichkeit in der Onkologie, der aufgrund höherer Lebenserwartung und veränderter Lebensbedingungen eine weiter wachsende Bedeutung zukommt.

Mehr als 7.000 Teilnehmer, darunter fast 4.000 Ärzte und Medizinphysiker, kamen im Mai nach Berlin. Der Kongress mit seinen Angeboten zur Fort- und Weiterbildung sowie die Forschungsvorträge, ebenso wie das Industrieforum mit seinen 130 Ausstellern, erhielten somit wieder einen beachtlichen Zuspruch. Die Deutsche Röntgengesellschaft führt diese Resonanz auf die „ausgezeichnete Qualität von Vorträgen und Präsentationen sowie die professionelle Organisation“ zurück.

Ein breites Spektrum rund um bildgebende Diagnostik und minimal-invasive Therapieverfahren, einschließlich Neuroradiologie und Kinderradiologie, stand auf dem Programm. Einen Themenschwerpunkt bildeten die Onkologie und onkologische Diagnostik.

Neuer Präsident

Zum Präsidenten der Deutschen Röntgengesellschaft wurde für die anstehende Amtsperiode Prof. Dr. Gerhard Adam gewählt. Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf löst Prof. Dr. Michael Laniado (Dresden) ab, der der Deutschen Röntgengesellschaft von 2007 bis 2009 vorstand. Die Amtszeit von Professor Adam läuft bis 2011.

Preisverleihungen

Die Veranstaltung bot wieder den Rahmen für eine Reihe von Ehrungen. Der Röntgenpreis ist die wohl renommierteste – mit 10.000 € dotierte – Auszeichnung; mit ihr würdigt alljährlich die Deutsche Röntgengesellschaft Radiologen, die sich in besonderer Weise um die bildgebende Medizin verdient machen. In diesem Jahr ging sie an Dr. Marc Dewey; der Berliner Radiologe wurde für seine Arbeiten zur Diagnose der koronaren Herzerkrankung (KHK) ausgezeichnet. Sie zählt zu den häufigsten und gefährlichsten Zivilisationskrankheiten; Dr. Dewey konnte nachweisen, dass die schonende und nichtinvasive CT der Untersuchung mit dem Herzkatheter oftmals ebenbürtig ist. „In Deutschland werden jährlich rund 700.000 Eingriffe mit dem Herzkatheter durchgeführt, die meisten nur zur diagnostischen Zwecken. Unsere Studien haben gezeigt, dass wir auf den CT-Bildern behandlungswürdige Gefäßverengungen mit der gleichen Genauigkeit erkennen können wie mithilfe des Herzkatheters – einem nicht risikofreien, invasiven Eingriff“, erklärte der Experte aus der Charité. Auch die Patientenzufriedenheit erhöht sich nach Auskunft des Preisträgers: „Wir befragten Patienten, die sich sowohl einer Katheterisierung als auch einer CT-Untersuchung unterzogen hatten. Drei viertel bevorzugen demnach die schmerzfreie CT-Diagnostik.“

Dr. Dewey sieht den Preis als Ansporn für weitere Forschungen: „Ein großes Zukunftsfeld ist die Herzdiagnostik mithilfe von MRT. Hier sind noch viele medizinische und technische Möglichkeiten zu entdecken und zu entwickeln.“

Aus der Industrieausstellung

Carestream Health: Als Neuheit kündigte der Anbieter eine flexible DR-Suite an, mit voller Kompatibilität zum kabellosen DRX-1. Das DRX-Evolution System vereint den ersten kassettengroßen kabellosen DR-Detektor – ab Juni in Deutschland verfügbar – mit der Funktionalität des Kodak DirectView DR 7500-Systems. Diese Kombination ermöglicht einen modularen Übergang zu einem Röntgenraum mit einem oder zwei Detektoren. Eine weitere Verbesserung des Workflows bietet die SuperPACS-Architektur. Damit ist die standortübergreifende und herstellerunabhängige Kommunikation und Befundung möglich: PACS-Lösungen verschiedener Hersteller können miteinander synchronisiert, die vorhandene Infrastruktur kann über mehrere Standorte genutzt werden. Anwender haben Zugriff auf eine umfassende Arbeitsliste, unabhängig davon, wo im Netzwerk sich der Standort oder die Daten befinden. Die Architektur wird ab Jahresmitte verfügbar sein. – „Um Patientenkomfort, Produktivität und diagnostische Genauigkeit“, so Todd Minnigh, Worldwide Director of Marketing, Digital X-Ray in Berlin, „dreht sich die Produktentwicklung auf diesem Gebiet“. Die Einflussfaktoren, die in der Radiologie prägend wirken, sind in allen entwickelten Ländern dieselben; Modalitäten und IT-Lösungen müssen den Ärzten erlauben, ihre Aufgaben rund um die Patientenbehandlung rascher und effizienter zu verrichten.“

Eizo: Seine hochpräzisen Monitore für die Befundung und Betrachtung präsentierte der japanische Hersteller, darunter jüngste Produktentwicklungen. Highlights waren das 56“-Bildsystem LX560W für OP-Räume und der 3-Megapixel-Farbmonitor RX320 für die Befundung. Der LX560W stellt mit acht Megapixeln sowohl farbige als auch monochrome Aufnahmen in fast beliebiger Anordnung und Größe dar. Durch die Flexibilität in der Anordnung der Bilder und bei den Bildgrößen gewinnt der operierende Arzt eine optimale Bildgebung. Die Bildwiedergabe mit einer nativen Auflösung von 3.840 × 2.160 Pixeln eignet sich bestens für die Anwendung im vaskulären Einsatzfeld. Herzstück dieses Monitors ist sein digitales Video-Verteilersystem LMM 56800: Es sammelt Eingangssignale von bis zu 27 unterschiedlichen Videoquellen, arrangiert diese Informationen je nach Aufgabenstellung und überträgt das zusammengestellte Bild auf den Schirm.

Fujifilm: Als Highlight im Bereich Gesundheitsvorsorge für Frauen präsentiert Fujifilm mit Amulet sein erstes digitales DR-System für die Mammographie. Aufgebaut aus zwei Schichten amorphen Selens (a-Se), DR-Detektor-Technologie und einer innovativen direkten Konvertierungsmethode bietet das System eine hohe Bildqualität, während zeitgleich die Dosis verringert und die Effizienz der Arbeitsabläufe verbessert werden können. Mit 50μm in der Direkt-Konvertierung bietet dieses System für Mammo-DR die weltweit kleinste Auflösung (Stand 12/2008), was sowohl zu einer hohen Bildschärfe als auch zu verringertem Rauschen führt. – Die Synapse Breast Imaging Diagnostic Workstation (BIDW) wurde speziell als Ergänzung für DR und CR für Mammographie-Produkte von Fujifilm entwickelt und bietet verbesserte Workstation-Möglichkeiten für Einrichtungen, die PACS-Lösungen anderer Hersteller benutzen. Mit der vollständigen Funktionalität von Synapse PACS versehen, wurde diese neue Arbeitsstation dazu entwickelt, ein vorhandenes System zu ergänzen; hiermit reagiert das Unternehmen auf die Nachfrage nach klinischen und betrieblich effizienten Systemen und ermöglicht neue Mammographieverfahren.

NEC: Am Stand seines Vertriebspartners BW Plus stellte das Unternehmen die aktuellen Displays für den Medizinbereich vor. Schwerpunkte waren die Farbdisplays NEC MD304MC und NEC MD212MC sowie das neue Graustufen-Display NEC MD213MG, das in Berlin erstmalig präsentiert wurde. Die Befundbildschirme nach DIN V-6868-57 garantieren eine exakte Darstellung und präzise Bildwiedergabe sowie das Anzeigen selbst feinster Details.

Philips: Ein Forscher-Team aus dem Unternehmen stellte erstmals die neuesten Entwicklungsfortschritte auf dem Gebiet des nicht-invasiven therapeutisch angewandten Ultraschalls vor. Die kombinierte Methode aus MRT und fokussiertem Ultraschall wird auch „Magnetic Resonance imaging-guided High Intensity Focused Ultrasound“, kurz MR-HIFU genannt. Das Besondere an dieser nicht-invasiven Operationsmethode: Sie kommt ohne Verletzungen der Haut aus, wirkt ausschließlich im Körperinneren, und in der Regel können die Patienten am Folgetag bereits wieder ihrer gewohnten Tätigkeit nachgehen.

Die HIFU-Einheit ist in die Tischplatte eines Magnetresonanz-Tomographen integriert. Durch eine spezielle Anordnung der Ultraschall-Quellen durchdringt der Schall die Haut des Patienten, ohne sie zu beschädigen; erst in der Tiefe entwickelt er durch seine Bündelung die Wirkung. Dort erwärmt sich das Gewebe im Zielgebiet bis auf 70 Grad und stirbt ab. Die ständige Echtzeit-Bildkontrolle mittels Magnetresonanztomographie bietet dem Behandler dabei eine wichtige Kontrolle über den Therapieverlauf und ihren Erfolg. Für den Patienten ist die ca. zwei Stunden dauernde Prozedur vollkommen schmerzfrei.

Bisher wurde von Philips Healthcare ein MR-HIFU Gerät zur Behandlung von Uterusmyomen entwickelt. Dieses befindet sich derzeitig in der klinischen Erprobung. „Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend“, berichtete Thomas Andreae, Direktor MR Marketing Emerging Systems & Therapy für Philips Healthcare. „Die HIFU-Therapie ist für die Patientinnen viel weniger belastend und deutlich risikoärmer als die heute bei Uterusmyomen übliche Kleinst-Operation oder eine Entfernung der Gebärmutter als Ganzes.“

Jetzt gilt es, das Anwendungsspektrum auf andere Krankheitsbilder zu erweitern. Es zeichnet sich bereits ab, dass künftig auch komplexere Eingriffe denkbar sind, z. B. das Behandeln bösartiger Tumore wie Mamma- oder Prostata-Karzinome. Die Philips-Forschung hat in Zusammenarbeit mit der Gruppe von Prof. Chrit Moonen, Universität Bordeaux, für dieses wichtige klinische Einsatzgebiet bereits weiterführende und vielversprechende Technologien entwickelt. Zum einen kann mit diesen Lösungen eine absolut homogene Temperaturverteilung erreicht werden, die für das vollständige Abtöten von Tumorgewebe zwingend nötig ist, und zum anderen muss die HIFU-Einheit die Fähigkeit besitzen, auch große Areale zu erreichen.

Siemens: Mit der neuen Applikation Syngo iFlow lässt sich erstmals, so Unternehmenssprecher, eine komplette digitale Subtraktionsangiographie (DSA) in einem einzigen Farbbild darstellen. Um zu visualisieren, wie sich Kontrastmittel innerhalb der Gefäße ausbreitet, konnte bisher mit Hilfe mehrerer Röntgenbilder lediglich eine Schwarz-Weiß-Filmsequenz erzeugt werden. Nun zeigen die unterschiedlichen Farben in dem Syngo-iFlow-Bild an, in welchen Gefäßen das Kontrastmittel zuerst ankommt und wo zuletzt.

Die Applikation verbessert beispielsweise die prä- und postprozedurale Bildgebung bei Patienten, die wegen einer Stenose am Bein behandelt werden: Hier sind vor dem Eingriff Flussabweichungen des Blutes in die Kollateralgefäße leichter festzustellen, da die Anomalie dem Arzt dank der speziellen Farbe schneller auffällt. Nach dem Eingriff wird der Erfolg einer Ballondilatation oder Stent-Implantation sofort sichtbar, da entsprechende Farben den verbesserten Fluss des Kontrastmittels, und damit auch des Blutes, anzeigen.

Der Röntgenkongress 2010 ist für 12. bis 15. Mai angekündigt.


Strategische Allianz

Juni 2, 2009

Bekanntgabe der Zusammenarbeit Ende Mai: Fujifilm entwickelt und produziert biomolekulare Systeme in der Bildgebung für GE Healthcare. Die Produkte werden unter GE-Branding weltweit insbesondere in den Märkten Life Sciences und Drug Discovery vertrieben.


TopClinica-Kongress – „Medizin braucht Zukunft“

Juni 2, 2009

Fachkongress im Mittelpunkt der TopClinica 2009

„Medizin braucht Zukunft“ – unter diesem Titel startet die Messe Stuttgart im Rahmen der TopClinica vom 24. bis 26. Juni auf der Neuen Messe Stuttgart mit einem völlig neuen und hochkarätigen Kongress. International renommierte Referenten werden die spannendsten Innovationen vorstellen, die es zurzeit in den Bereichen Medizintechnik, Medizinforschung und Klinikorganisation gibt. An den drei Vormittagen stehen die medizinischen Fortschritte im Vordergrund, an den Nachmittagen geht es um ökonomische Themen, die das wirtschaftliche Überleben von Krankenhäusern sichern.

Das Bild bestimmt die Zukunft der Medizin

Der erste Vormittag auf dem Kongress „Medizin braucht Zukunft“ ist ganz dem Bild gewidmet. In seinem Impulsreferat wird Prof. Bamberg, Direktor des Universitätsklinikums Tübingen, den Bogen von der innovativen Diagnostik bis zur individualisierten Therapie spannen. In drei Panels geht es dann um die neuesten Methoden zur Diagnostik von Herz-, Krebs- und Gehirnerkrankungen. Schneller, besser, schonender ist das Motto von Prof. Achenbach aus Erlangen, der über die Zukunft der Kardio-CT sprechen wird. Prof. Langer aus Freiburg stellt den neuen 4D-MRT zur Diagnostik des Herz-Kreislaufsystems vor, Torsten Krümmel aus Jena das Magnetfeld-Imaging-System und Dr. Beer aus München erklärt die Bedeutung von PET/CT und SPECT/CT für die Diagnostik des Herzens.

Vor allem in der onkologischen Bildgebung führen die neuen Hybridgeräte zu einem Paradigmenwechsel. „Sie verschieben den Fokus von einer rein organbezogenen Sicht hin zu einer ganzheitlichen Krankheitsdiagnostik“, so Prof. Claussen aus Tübingen. Die Verlaufsbeobachtung und Optimierung von Tumortherapien mittels hybrider Bildgebung ist der Schwerpunkt des Vortrags von Dr. Antoch aus Essen. Prof. Schulz-Wendtland aus Erlangen wird über seine Erfahrungen mit der digitalen Mammographie mit Tomosynthese berichten und Prof. Günter Layer aus Ludwigshafen die Frage stellen, ob die virtuelle Endoskopie mittels CT oder Kernspin eine gleichwertige Alternative zur herkömmlichen Magen-Darmspiegelung darstellt.

Auch das Gehirn gibt allmählich seine Geheimnisse preis. Faszinierende Einblicke in unser Denkorgan wird Prof. Forsting aus Essen dem Publikum zeigen. „Was kann die moderne Bildgebung zur Früherkennung von Alzheimer leisten?“ fragt Prof. Daniela Berg aus Tübingen. Prof. Hampel aus Dublin stellt die gleiche Frage für die Parkinson-Krankheit und Prof. Henkes aus Stuttgart macht sich auf die Spur des Schlaganfall-Risikos.

Wie kommt das Neue in die Medizin?

Eine Medizin mit Zukunft braucht einen ständigen Fluss an Innovationen – aber auch die kritische Reflexion, ob das Neue in jedem Fall besser ist als das Alte. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, Prof. Bauer, wird sich am zweiten Kongresstag in seinem Impulsreferat mit dem Innovationstransfer in der Chirurgie auseinandersetzen. Im Panel „Chirurgie ohne Skalpell“ stellt Prof. Lange aus München eine Herzklappen-OP mittels Katheter vor und Prof. Gerlinde Debus aus Dachau die fokussierte Ultraschalltherapie, mit der sie bereits Myome in der Gebärmutter entfernt. Prof. Rösch aus Hamburg ist einer der wenigen, die sich mit dem Endoskop an den Darmkrebs herantrauen. Und was von Blinddarmoperationen durch den Mund oder Gallenblasen-OP’s durch die Vagina zu halten ist, wird Prof. Buhr aus Berlin in seinem Vortrag über NOTES sehr kritisch beleuchten.

Komplizierte Eingriffe werden durch Navigationsgeräte immer perfekter und risikoärmer. Sie legen den roten Faden durch sensible Körperregionen und führen via Bildgebung den Operateur sicher ans Ziel. Am Beispiel der Strahlentherapie erläutert dies Prof. Wenz aus Mannheim, für die Neurochirurgie Prof. Seifert aus Frankfurt, für die Endoprothetik Dr. Bäthis aus Köln. Wie die Rekonstruktion eines zerstörten Gesichts mithilfe des Computers möglich ist, zeigt Prof. Zeilhofer aus Basel mit aufregenden Vor- und Nachher-Bildern.

Ingenieure, Physiker und Mediziner arbeiten gemeinsam an elektronischen Implantaten, die verloren gegangene Körperfunktionen wiederherstellen sollen. Prof. Pfister leitet das Cochlear-Implantat-Zentrum in Tübingen, neue Schrittmacher für die Tiefe Hirnstimulation setzt Prof. Volkmann aus Kiel ins Gehirn seiner Parkinson- oder Depressionspatienten ein. Neuronale Prothesen für Gelähmte entwickelt Prof. Andrea Kübler aus Tübingen und Prof. Körfer aus Bad Oeynhausen forscht an immer besseren Kunstherzen, die die Zeit bis zur Transplantation überbrücken.

Präzision statt Standard: Zielgerichtete Therapien

Auch die Pharmaindustrie braucht Zukunft. Deshalb ist der Freitagvormittag den Innovationen aus der Biotechnologie gewidmet. Ob gegen Demenz oder Depression, gegen Gehirntumor, Darm- oder Brustkrebs: Personalisierte Arzneien werden bald die Blockbuster ersetzen. Wie winzigste Nanopartikel mit chemischen Wirkstoffen zu Krebsstammzellen gelangen, wird Prof. Borlak aus Hannover erklären. Die Züchtung von Gewebe zeitigt erste Erfolge. Inzwischen gibt es nicht nur Haut und Knorpel aus dem Labor, wie Dr. Sittinger aus Berlin erläutern wird. Dr. Sodian aus München arbeitet an mitwachsenden Herzklappen für Babys aus Nabelschnurblut und Dr. Johanne Schanz aus Stuttgart an Trägerstrukturen für neue Organe aus Darmgewebe.

Überlebensstrategien für Kliniken

Die High-Tech-Medizin wird immer schneller und schonender – billiger wird sie nicht. Der technologische Fortschritt muss aber nicht nur Geld kosten – er kann auch helfen, Geld einzusparen. In seinem Impulsreferat wird am Freitag der Klinische Direktor des Klinikums Stuttgart, Prof. Krier, die Entwicklung des Krankenhauses von der Manufaktur zum modernen Dienstleistungsunternehmen nachzeichnen. 

An den Nachmittagen des Kongresses „Medizin braucht Zukunft“ stehen die ökonomische Fragen der Kliniken im Vordergrund: Können durch kluge Strukturveränderungen Rationierungen vermieden und Kliniken trotzdem wirtschaftlich geführt werden? Was tragen IT-Systeme, Patientenpfade, Logistik und Controlling zur Prozessoptimierung bei? Können Krankenhausinformationssysteme und biometrische Methoden eine Klinik in die Zukunft führen? Welche Einsparpotentiale und Gewinnchancen bergen Kooperationen?

Auf Messers Schneide: Live aus dem OP der Zukunft

Auf Messers Schneide steht der Donnerstagnachmittag. Prof. Wallwiener wird eine Live-Übertragung aus dem Innovations-OP OR1 der Tübinger Universitätsfrauenklinik moderieren. Dieser Operationssaal – einer der modernsten in Europa – wurde von den Firmen Karl Storz und Erbe installiert. Hier gibt es weder Stolperfallen aus Kabeln noch Probleme mit den Schnittstellen. Über einen zentralen Touchscreen sind sämtliche Geräte zu bedienen. Auch das Problem der Hygiene scheint hier gelöst. Doch viele Kliniken und OP’s kämpfen noch gegen den Angriff der Superbakterien. Der Hygieniker Dr. Zastrow aus Berlin weiß die Antwort, wie diese unsichtbaren Feinde zu stoppen sind. Kurze Liegezeiten sind angenehm für den Patienten und gut für das Budget der Klinik. Doch wie erreicht man dies ohne „blutige Entlassungen“? Fast-Track-Chirurgie scheint die Lösung. Wie sie funktionieren kann, erläutern Prof. Schwenk aus Hamburg, Dr. Sander aus Berlin, Prof. Köninger und Dr. Junger aus Stuttgart.

Medizin ohne Grenzen

Der Freitagnachmittag öffnet die Grenzen weit über Deutschland hinaus. Telemedizinprojekte werden auf ihre Machbarkeit überprüft, ebenso die viel beschworene Globalisierung, die im Gesundheitsmarkt angeblich Einzug hält und doch immer wieder an den nationalen Schlagbäumen scheitert. Grenzen überwindet der internationale Patiententourismus, doch wie wird er sich entwickeln in Zeiten der Krise? Und haben Thailand, Indien und Singapur nicht längst schon die Nase vorn?

Neben den Fortschritten der Medizin wird auf dem Kongress auch eine der wichtigsten Zukunftsfragen unserer Gesellschaft erörtert werden: Können wir uns das alles noch für alle leisten? Impulsvorträge von bekannten Persönlichkeiten thematisieren ethische Fragen des medizinischen Fortschritts. In Podiums- sowie in Pro-und-Contra-Diskussionen stoßen gegensätzliche Meinungen aufeinander, die sicherlich zu spannenden Debatten mit dem Publikum führen werden.

Am 24. Juni findet von 16 bis 17 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema statt “MPG-Novelle greift 2010 – Wie bereiten sich Krankenhäuser bei IT und Medizintechnik vor?”.

Mehr Informationen zu Kongress und Ausstellung gibt es in der Juni-Ausgabe von Management & Krankenhaus. Leser können eines von zehn Tagestickets im Wert von 89 € gewinnen. E-Mail mit Stichwort “TopClinica” an die Redaktion genügt – mk@gitverlag.com; Einsendeschluss ist der 17. Juni. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

www.topclinica.de


Neuer Präsident und CEO – GE Healthcare Deutschland

April 7, 2009
Dr. Rolf Lucas, Präsident und CEO GE Healthcare Deutschland

Dr. Rolf Lucas, Präsident und CEO GE Healthcare Deutschland

GE Healthcare – der Geschäftsbereich Gesundheitswesen der General Electric Company mit 17 Milliarden US-$ Umsatz – hat am 6. April die Ernennung von Dr.  Rolf Lucas zum neuen Präsidenten und CEO von GE Healthcare Deutschland bekannt gegeben.

Dr. Lucas wird im Geschäftsbereich eine führende Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung von Strategien einnehmen, um die Marktposition auszubauen und das Wachstumspotenzial des Unternehmens voll auszuschöpfen.

Reinaldo Garcia, Präsident und CEO für GE Healthcare in der EMEA-Region (Europa, Mittlerer Osten & Afrika), betonte: „Deutschland ist einer der strategischen Schlüsselmärkte für GE Healthcare mit starken Wachstumsmöglichkeiten in den kommenden Jahren. Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrungen im Gesundheitswesen und seiner Führungsqualitäten wird Dr. Rolf Lucas das von uns in Deutschland gelegte Fundament ausbauen.”

Dr. Lucas kommentierte seine Ernennung: „Für GE Healthcare ist Deutschland ein bedeutender Wachstumsmarkt, deshalb müssen wir unsere langfristige Strategie in diesem Markt fortsetzen. Unser Ziel ist es, Wachstum durch innovative diagnostische Bildgebungs- und Informationstechnologien zu erreichen, die zu einem effizienteren, kosteneffektiveren und qualitativ höherwertigen Gesundheitssystem in Deutschland beitragen. GE Healthcare kann umfassende Lösungen von der medizinischen Bildgebung über Life Sciences bis zur medizinischen Diagnostik liefern. Indem wir unseren Kunden und dem Gesundheitswesen helfen, Erkrankungen früher zu entdecken und zu behandeln, hoffen wir, die Patientenversorgung in Deutschland verändern zu können.”

Dr. Lucas leitete zuvor das familieneigene Unternehmen für medizintechnische Geräte und war mit unterschiedlichen Führungspositionen bei großen Konzernen wie Philips und Picker betraut.  Darüber hinaus war er COO am Universitätsklinikum Mainz. Zuletzt war Lucas Geschäftsführer der Asklepios International GmbH.

Er studierte in Münster und St. Gallen in der Schweiz und schloss das Studium mit einem Doktor in Betriebswirtschaft ab. Darüber hinaus erhielt er am Institute of Technology, Florida, USA, einen MBA.


Neue Verfahren und Methoden der Bildverarbeitung für die Medizin

April 2, 2009
Die Macher des BVM 2009

Die Macher des BVM 2009

Workshop dient dem Erfahrungsaustausch und präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse

Von Ralf Buchholz und Michael Reiter

Im Jahr 1993 trafen sich auf Initiative von Prof. Thomas Tolxdorff in Freiburg Medizininformatiker, Naturwissenschaftler und Mediziner, um sich über Fragen und Projekte rund um die Bildverarbeitung in der Medizin auszutauschen. Das Interesse bei den Teilnehmern war groß und man stellte schnell fest, dass an verschiedenen Stellen vielversprechende Forschungen zum Thema angestoßen worden waren. Also musste ein Forum her, in dem sich die Gemeinschaft austauschen kann. So war die Idee zum Workshop “Bildverarbeitung für die Medizin” (BVM) geboren. Der Berliner Medizininformatiker fand in Prof. Hans-Peter Meinzer aus Heidelberg, Prof. Thomas Martin Deserno aus Aachen und Prof. Heinz Handels aus Hamburg drei Mitstreiter für die Organisation der jährlich stattfindenden Veranstaltung.

Zur 17. Auflage kamen jetzt mehr als 230 Teilnehmer im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg zusammen. Neben dem Erfahrungsaustausch unter und zwischen Entwicklern und Anwendern von Bildverarbeitungssoftware stand wieder die Weiterbildung im Fokus. “Wir möchten allen Akteuren auch die Denk- und Sichtweisen der jeweils anderen vermitteln. Daher haben wir z.B. bewusst zwei verschiedenartige Tutorials angeboten. Das eine beschäftigte sich mit der Frage, wie Radiologen sehen, im anderen wurde das Medical Imaging Interaction Toolkit (MITK, www.mitk.org) vorgestellt, eine freie Softwarebibliothek zur Vereinfachung der Entwicklung interaktiver medizinischer Bildverarbeitungsprogramme”, beschreibt Dr. Uwe Engelmann, Senior Research Scientist in der Abt. Medizinische und Biologische Informatik am DKFZ, einen wichtigen Aspekt des viertägigen Workshops.

Im Programm wurden alle Aspekte der Bildverarbeitungsprozesse aufgegriffen. Beginnend mit der Diagnoseunterstützung und Therapieplanung gewinnt der Aspekt der Therapieunterstützung immer mehr Gewicht, wie Mitorganisator Dr. Ingmar Wegner sagt: “Assistenzsysteme zur intraoperativen Navigation können Eingriffe deutlich vereinfachen und beschleunigen. Hier geht es jedoch ausschließlich um eine Unterstützung bei der Entscheidungsfindung. Letztlich hat der Chirurg oder Orthopäde während der Intervention das letzte Wort, abhängig von der individuellen Situation.” Den Initiatoren und Veranstaltern des BVM geht es nicht zuletzt um die Förderung des Miteinanders von Medizin und Informatik.

OP-Navigation bei Weichgewebeeingriffen

Dass das konkrete Auswirkungen in der Praxis hat, zeigt exemplarisch die Arbeit von Dr. Matthias Baumhauer, für die ihm das Programmkomitee in diesem Jahr den BVM Award für herausragende Abschlussarbeiten verliehen hat. Er beschäftigt sich mit der Kompensation der Organverschieblichkeit bei der laparoskopischen Chirurgie in Echtzeit.

Das Problem: Computergestützte Informations- und Navigationssysteme sind heute lediglich für Eingriffe an starren Organen kommerziell verfügbar. Bei Eingriffen an Organen, die sich durch Atmung oder Herzschlag des Patienten verschieben, sind sie nur sehr eingeschränkt praktikabel.

Die Lösung: Durch den Einsatz vollautomatisierter Methoden zur Verarbeitung gewonnener Bilddaten und einer Echtzeitverarbeitung der endoskopischen Videobilder wird das Endoskop stets mit der aktuellen Patientenanatomie registriert (in Übereinstimmung gebracht). So können während der Operation verdeckte anatomische Strukturen mit dem Live-Videobild des Endoskops überlagert und so dem Operateur sichtbar gemacht werden. Diese Unterstützung kann beispielsweise bei kritischen Präparationsphasen der Tumorchirurgie eingesetzt werden, um die Lage eines Tumors im Organinneren und umliegende Risikostrukturen beurteilen zu können. Da auf externe Trackingsysteme verzichtet wird, ist eine schnelle und sichere Handhabung im OP gewährleistet.

Das Ergebnis: Auf Basis dieses Verfahrens ist ein prototypisches Navigationssystem entwickelt worden, das derzeit an 50 Patienten zum Einsatz in der computerassistierten Behandlung von Prostatakarzinomen klinisch evaluiert wird. Das System ermöglicht eine neue Qualität der operativen Therapie, da vorab die genaue anatomische Lage von Tumor und umliegenden Risikostrukturen bekannt ist. Interventionen werden dadurch kürzer, sicherer und schonender für den Patienten, Krankenhäuser können mehr Patienten in derselben Zeit behandeln.

BVM 2010

Im nächsten Jahr findet der Workshop “Bildverarbeitung für die Medizin” vom 14. bis 16. März im Universitätsklinikum der RWTH Aachen statt.

Weitere Informationen im Internet unter http://www.bvm-workshop.org.

 

 

 

 


ECR – “Summit of Science”

März 24, 2009
Prof. Dr. Borut Marincek, Kongresspräsident ECR 2009 (Foto: MR)

Prof. Dr. Borut Marincek, Kongresspräsident ECR 2009 (Foto: MR)

„Fortschritte in der Bildgebungstechnologie haben unsere Disziplin in den vergangenen Jahren revolutioniert“, fasste Prof. Dr. Borut Marincek in Wien zusammen. „Heute integriert die Radiologie zugleich Naturwissenschaften und Technik, was Radiologen ein solides Verständnis für beide Bereiche abfordert.“

 

Der erste ECR-Kongresspräsident aus der Schweiz, und Direktor des Instituts für Diagnostische Radiologie am Universitätsklinikum Zürich, erläuterte, wie die Struktur des kürzlichen Kongresses diesen zweigleisigen Ansatz widerspiegelte. Neben praktischen Workshops zur Steigerung der Kompetenz im Klinikalltag dienten Veranstaltungselemente wie die “New Horizon Sessions” dazu, neu entstehende wissenschaftliche Trends aufzuzeigen. Zu ihnen zählt die Bildgebung auf zellulärer Ebene, die eine Diagnose von Arteriosklerosefällen ermöglichen wird. „Als ich Assistenzarzt war, dienten Fleckschatten auf Röntgenbildern als Grundlage für Diagnosen; heute können wir Läsionen beurteilen, und beginnen, die Basis für ein Verständnis der Vorgänge auf Zellebene zu schaffen“, beschrieb Prof. Marincek.

Für den Radiologen bringt die Arbeit mit Zell- und Molekularbildgebung ein Überschreiten der Grenzen konventioneller Anatomie und eine Hinbewegung zur Funktionsbildgebung mit sich. Diese Trends werden sich, so der Kongresspräsident, auch im Therapiebereich auswirken: Neue diagnostische Methoden werden durch verbesserte Informationen helfen, das Targeting von Therapien zu optimieren.

Mit hohen Teilnehmer- und Ausstellerzahlen zeigte sich der ECR von der gegenwärtigen Krise unbeeindruckt. Christian J. Herold, Prof. Christian J. Herold, Vorstand der Universitätsklinik für Radiodiagnostik, AKH Wien, ist der Präsident des nächsten ECR.

Die April-Ausgabe von Management & Krankenhaus (www.management-krankenhaus.de) bringt Highlights von der Industrieausstellung des ECR.


Die Entscheiderfabrik macht aus IT-Leitern CIOs

Februar 25, 2009

„Unsere Entscheiderfabrik ‚produziert’ den CIO“: Dr. Pierre-Michael Meier, Leiter/Sprecher des IuiG-Initiativ-Rates (Foto: MR)

„Unsere Entscheiderfabrik ‚produziert’ den CIO“: Dr. Pierre-Michael Meier, Leiter/Sprecher des IuiG-Initiativ-Rates (Foto: MR)

Ergebnisse und Perspektiven vom Entscheiderevent in Düsseldorf

Mehr als 120 Teilnehmer kamen Mitte Februar in die NRW-Landeshauptstadt, um sich über wichtige aktuelle IT-Ansätze zu informieren und deren Beitrag zum Erfolg von Gesundheitsunternehmen zu diskutieren. Eingeladen hatte die Initiative für Unternehmensführung & IT-Service-Management in der Gesundheitswirtschaft (IuiG) gemeinsam mit den fördernden Verbänden wie bdvb, BMC, BVMI, CeMPEG, GMDS, VBGW, VKD und VuiG. Ein Hauptpunkt auf der Agenda: Die Festlegung der fünf IT-Schlüssel-Themen der Krankenhaus-Unternehmensführung für 2009.

 

 

 

Was sind die Ziele dieser Initiative und ihrer Aktivitäten? „Unsere Entscheiderfabrik zu dem Nutzenbeitrag der IT ‚produziert’ durch die Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus-Unternehmensführung und IT in den Projekten den CIO – auch wenn der IT-Verantwortliche nicht offiziell diesen Titel trägt“, erläuterte Dr. Pierre-Michael Meier. „Wer gemeinsam mit seiner Unternehmensführung durch die Entscheiderfabrik gegangen ist, der wird danach als CIO angesehen“, so der Leiter/Sprecher des IuiG-Initiativ-Rates weiter.

Die Ergebnisse aus den Vorjahres-Aktivitäten dieser „Fabrik“ standen am Anfang der Veranstaltung im renommierten Düsseldorfer Industrie-Club. Die Paten, Experten und die fünf IT-Schlüssel-Themen der Krankenhaus Unternehmensführung des Jahres 2008 waren:

          Heinz Kölking, Geschäftsführer des Diakoniekrankenhauses Rotenburg an der Wümme und Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD); Experte Dr. Gerd Renner. Thema: „Neue Geschäfts- und Preismodelle/Beispiel Diakonissen-Mutterhaus Rotenburg an der Wümme“.

          Peter Löbus, Geschäftsführer Klinikum Bernburg, 1. Vizepräsident des VKD; Thema „Prozess-Lastenheft/Beispiel der IT-Konsolidierung der Kliniken des Salzlandkreises“.

          Peter Asché, Geschäftsführer des Klinikums der Stadt Ludwigshafen am Rhein, Mitglied des VKD-Präsidiums; Experten Dr. Uwe Gansert und Elke Lehnert, Dr. Ralf-Michael Schmitz, Geschäftsführer des Klinikums Stuttgart, Mitglied des VKD-Präsidiums; Experte Gerhard Härdter, Thema: „Personalentwicklung in der IT-Abteilung“.

          Frank Dünnwald, Leiter Patientenmanagement, Kliniken Essen-Mitte; Experte Christian Müller, Thema: „Keine Schnitt-, sondern Verbindungsstellen“.

          Robert Schmeiser, Kaufmännischer Leiter des Krankenhauses Barmherzige Brüder Regensburg, 2. VKD-Vizepräsident; Experte Jürgen Weinzierl, Thema: „Pflichtenhefte von Kliniken gegenüber Industrie und Beratern“.

Diese fünf im Jahr 2008 gewählten Projektthemen, die im Rahmen des IuiG-Sommercamps von den Teams durchgearbeitet wurden, spiegeln Herausforderungen wieder, denen sich die Krankenhaus-Unternehmensführung heute gegenüber sieht.

 

Themen für 2009

Vor demselben Hintergrund wählten die Veranstaltungsteilnehmer im Februar die Themen für dieses Jahr aus: „Die Unternehmensführung muss Kosten senken – siehe Thema Energieeffizienz, Krankenhäuser sind mit stärkerem Wettbewerb konfrontiert – siehe die Themen Unternehmenssteuerung und Versorgungsmanagement; die Leistungserbringung muss effektiver gestaltet werden – siehe das Thema der Mobilität und der Potentiale im Zusammenspiel von IT und Medizintechnik“, führte Dr. Meier aus. „Die Entscheiderfabrik bringt erneut die Themen nach vorne, die den Erfolg eines Krankenhauses kritisch beeinflussen, und liefert mit den Experten aus den IT-Abteilungen – auch unter Berücksichtigung der Medizintechnik – Lösungen.“

 

Information für Eliten oder die gesamte Branche?

Wie positioniert sich die Initiative mit ihren Aktivitäten – ist sie ein Eliteprojekt, oder ist sie bestrebt, das Branchenpublikum in Diskussionen und Aktivitäten einzubeziehen? Dadurch, dass pro Jahr nur fünf IT-Schlüssel-Themen der Krankenhaus Unternehmensführung ausgelobt werden, „haben wir sicher eine Elitesituation. Andererseits ermöglichen wir auch Häusern, die sehr gut zusammen arbeiten, gemeinsam die Patenschaft für ein Thema zu übernehmen bzw. die gesponserte Umsetzung des Themas in die Hand zu nehmen“, unterstrich der Leiter des IuiG-Initiativ-Rates [Anmerkung der Redaktion: beispielsweise die Kliniken Ludwigshafen und Stuttgart, Bad Oeynhausen und proDiako, Das Diak und die Kreiskliniken Esslingen]. Die Ausarbeitungen werden zur Kommunikation in der Branche in den Branchen-IT-Reports der Krankenhaus-Unternehmensführung veröffentlicht (www.iuig.org).

Die Initiative leistet aber noch mehr zur Verbreitung der Erkenntnisse: Die CIOs, die aus der „Entscheiderfabrik“ herauskommen, werden der Branche mit ihren Projekten auf der conhIT und auf der Medica vorgestellt; ferner gibt es vor der Medica und vor dem Entscheiderevent jeweils einen Branchen-IT-Report der Krankenhaus-Unternehmensführung. Dies erzielt eine „Breitenstreuung“, die dem gesamten Sektor zum Vorteil gereicht. – „Im Übrigen hat jedes Krankenhaus in Deutschland die Möglichkeit, ein Thema zu gewinnen“, so Dr. Meier.

 

Der nächste Entscheiderevent für IT in der Gesundheitswirtschaft ist für 10.-11. Februar 2010 in Düsseldorf geplant.

 

Die fünf IT-Schlüssel-Themen der Krankenhaus-Unternehmensführung 2009

Die Projektarbeit wird auf dem Sommercamp geleistet, die Präsentation der Ergebnisse erfolgt im Rahmen von Medica und Deutschem Krankenhaus Tag am 19. November in Düsseldorf:

 

Green IT: Realisierung von Energieeinsparungen über effizienten IT-Einsatz.

Unternehmenssteuerung: Definition und Darstellung von Informationen, die heute strategisch wichtig sind.

Versorgungsmanagement: Effektivere intersektorale Versorgung durch schnelle Informationsverfügbarkeit.

Mobil: Verbesserte Leistungserbringung durch unmittelbaren IT-Einsatz am Patienten.

IT und Medizintechnik: Prozessverbesserungen durch das Zusammenführen von Medizintechnik und IT.


„Branchentreff für Healthcare IT“

Februar 24, 2009

conhIT 2009 holt im April die wichtigen Akteure in die Bundeshauptstadt

 

Es ist schon ein Meisterstück, das den Veranstaltern in Berlin gelungen ist: Die vielfach geforderte zeitliche Trennung von Kongress bzw. Akademie und Industrieausstellung, die Einbindung praxisnaher Veranstaltungen führender Fachorganisationen und eine Ausstellerliste, die nach den Wirren der letzten Zeit und trotz der Sparmaßnahmen in der Anbieterlandschaft beachtlich ist. Jetzt müssen nur noch die Krankenhausvertreter ihre Reiseanträge unterzeichnet bekommen.

 

Doch genau dieser Aspekt – mit seiner Schlüsselfunktion für einen nachhaltigen Erfolg der neuen Struktur – sieht vielversprechend aus. Reisebudgets sind zwar knapp, und die Fahrt zur Spree ist für die meisten Teilnehmer aufwändig; das geballte Informationsangebot mit Deckung durch die Verbände gibt den IT-Leitern jedoch allzu gute Argumente an die Hand.

 

Bedeutung der IT weiter ansteigend

In den Führungsetagen setzt sich nämlich zunehmend das Verständnis durch, dass IT für zahlreiche Facetten des Geschäfts mit der Gesundheit unabdinglich – und neueste Trendinformationen hierzu geschäftskritisch ist. „So setzen etwa Morbi-RSA-orientierte Kodierung und Selektivverträge IT voraus“, wie Jens Naumann im Rahmen der kürzlichen conhIT-Presserunde erläuterte. Allgemein vollzieht sich im Markt nach der Etablierung von KIS und anderer Primärsysteme jetzt laut dem VHitG-Vorsitzenden – der zugleich im conhIT-Präsidium sitzt – eine Vertiefung der Applikationen, etwa bei der Dokumentation und Prozessführung.

 

Die wichtigsten IT-Anwendungsgebiete

Neben dem Prozessmanagement – mit Data Warehousing – zählen zu den strategischen Anwendungsgebieten der IT nach Angaben von Prof. Dr. Klaus Kuhn die Vermeidung von Fehlern des Personals – auch in Deutschland ein zunehmend in der Öffentlichkeit wahrgenommenes Problem – und die sektorenübergreifende „Continuity of care“. Derlei Themen haben in das umfangreiche Kongressprogramm mit seiner Vielzahl bekannter Köpfe Eingang gefunden. Auch das persönliche Gesundheitsmanagement der Patienten, in Deutschland insbesondere von den Kostenträger vorangetrieben, findet auf der Agenda seinen Platz; die translationale Bioinformatik – laut Prof. Kuhn ein viertes Aktionsgebiet zukunftsorientierter IT – mit dem Ziel der personalisierten Therapie wird die GMDS wohl eher auf ihrer wissenschaftlichen Herbstveranstaltung debattieren. Mit der Industrie bei der conhIT zusammenzugehen, lag für den GMDS-Präsidenten auf der Hand: Die Auseinandersetzung mit konkret im Markt verfügbaren Werkzeugen spielt eine entscheidende Rolle.

Einen internationalen Touch fügt Prof. Dr. Paul Schmücker von der GMDS der conhIT durch eine Session hinzu, die IT-Tendenzen in anderen Gesundheitssystemen präsentiert – aus der Schweiz, aus Russland und Japan. Sämtliche Vorträge des conhIT-Kongresses 2009 werden im Übrigen simultan ins Englische bzw. Deutsche übersetzt.

 

Die Vielfalt des Informationsangebotes zieht an – dies, so BVMI-Präsident Dr. Carl Dujat, sollte die Entscheidung für die Reise an die Spree erleichtern: Die Schlüsselthemen, die relevante Akteure und ziemlich sicher auch die Kollegen, mit denen man sich austauschen möchte, machen aus der conhIT ein „must“.

 


Neuer CEO

Dezember 15, 2008

 

Er gab sein Debüt in der Öffentlichkeit bei einer RSNA-Pressekonferenz am 1. Dezember: Hermann Requardt (53) ist der neue CEO von Siemens Healthcare Sektor. Er tritt die Nachfolge von Jim Reid-Anderson an, der sein Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt hatte. Requardt wird ferner weiterhin als CTO fungieren. Neuer CFO des Sektors ist Michael Sen in der Nachfolge von Klaus Stegemann.


Problemlösung hochauflösend

Dezember 9, 2008

Endoskopie live auf dem Endo Club Nord 2008

Bereits auf der begleitenden Pressekonferenz wurde klar, ein guter Endoskopischer Eingriff steht und fällt mit zwei zu erfüllenden Anforderungen: einem erfahrenen Endoskopiker und einer hochauflösenden Videoübertragung. Durch Nib Soehendra samt Kollegen und den HDTV-Systemen von Olympus wurde beides Anfang November während des 16. Endo Club Nord in Hamburg demonstriert – und zwar live.

Die Entwicklung hochauflösender Endoskope bietet Patienten mit Karzinomen im Anfangsstadium die gute Chance einen Eingriff ohne OP durchzustehen. Nicht nur HDTV, sondern auch Zoom und Narrow Band Imaging ermöglichen dies und bieten neben dem weniger anstrengenden Eingriff für den Patienten auch noch faszinierende Bilder. Während man früher der Videoaufzeichnung der Meniskusoperation des Vaters ob der unscharfen schwarz-weiß Bilder eher verwirrt folgte, sieht man nun gestochen scharfe Bilder – in Farbe und bis zu 150fach vergrößert. Der besondere Clou während des Kongresses waren indes nur peripher die colorit-Möglichkeiten von Olympus, als viel mehr die Live-Übertragungen verschiedener endoskopischer Eingriffe aus den Hospitälern in Eppendorf, Barmbek und Altona in das Congress Center in Hamburg. Sogar in Irland und Portugal verfolgten Mediziner die Eingriffe.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der kommenden Januarausgabe von Management & Krankenhaus.

 

Anika Schröter

 

 


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