„Am Puls der Pandemie“

Amalga: Verdachtsfälle verfolgen, Bedrohungen einschätzen

In Deutschland war Anfang Juli die Gesamtzahl an Fällen der Neuen Grippe (Influenza A/H1N1, „Schweinegrippe“) auf mehr als 500 gestiegen. Seit Mitte Juni gilt die WHO-Phase 6; mit weiteren Erkrankungen muss gerechnet werden, so das Robert Koch Institut (RKI). Einen Automatismus bei den Aktivitäten bringt die WHO-Festlegung nicht mit sich: „Die bereits etablierten Maßnahmen und Krisenreaktionsstrukturen in Deutschland werden fortgeführt, bei Bedarf intensiviert und an neue Situationen angepasst“, so das RKI. Mit welchen Werkzeugen bleiben Leistungserbringer mit Verdachtsfällen „am Puls der Pandemie“? In den USA nutzt man eine IT-Lösung von Microsoft.

Ursprünglich von Klinikern des Washington Hospital Center in Washington, D.C., entwickelt, erlaubt diese Software das Aggregieren und Analysieren spezifizierbarer Daten. Hierzu werden die einzelnen Silos – Inseln – verfügbarer Informationen im Krankenhaus aufbereitet und dem Nutzer zur Beurteilung und Entscheidungsfindung zur Verfügung gestellt. Der Vorteil: Auf Führungsebene lassen sich Antworten auf Fragen leichter, rascher und sicherer geben; Prozesse können optimiert, Ressourcen besser genutzt und Kosten optimal gemanagt werden.

Westküsten-Krankenhaus hat Fälle unter Kontrolle

Das El Camino-Krankenhaus im nördlichen Kalifornien – „The Hospital of the Silicon Valley“ – wendet die Lösung aktuell an, um Fälle mit Verdacht auf Neue Grippe zu managen. Innerhalb weniger Stunden, so schreibt Dr. Bill Crounse, Senior Director, Worldwide Health bei Microsoft, in seinem Blog, adaptierten die Kliniker im El Camino einige Datenfelder von Amalga, um die erkrankungsspezifischen Informationen aus Notaufnahme und Intensivstation sammeln, pflegen und zur Entscheidungsunterstützung nutzen zu können. Es entstand ein Dashboard, das diesem Leistungserbringer in Echtzeit ein Nachhalten des Fallverlaufs, ein Beurteilen der Bedrohung und ein rasches strukturiertes Handeln bei Bestätigung von Fällen erlaubt. Die Flexibilität und die Anpassungsfähigkeit der Software an organisatorische Anforderungen fanden im El Camino ein positives Echo.

Vorteile auf kommunaler Ebene

Microsoft plant laut dem Blog, seinen weiteren Amalga-Kunden aus dem Healthcare-Bereich Hinweise für die Anpassung an diesen Zweck an die Hand zu geben; besonders vorteilhaft wäre dies dort, wo die Lösung Einsatz zur Sammlung klinischer Daten auf Stadt- und Kreisebene findet. Ein Beispiel liefert die Wisconsin Health Information Exchange in Milwaukee: Mehr als ein Dutzend Krankenhäuser nutzen in diesem nördlichen Bundesstaat bereits in Zusammenarbeit das Softwaresystem für ihre Notfallaufnahmen und Intensivstationen; die Ziele umfassen die Optimierung der Qualität und die Reduktion von Kosten. – Deutsche Leistungserbringer können sich hier zur Anwendung der Lösung im Umfeld der Neuen Grippe informieren.

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