Fachkongress im Mittelpunkt der TopClinica 2009
„Medizin braucht Zukunft“ – unter diesem Titel startet die Messe Stuttgart im Rahmen der TopClinica vom 24. bis 26. Juni auf der Neuen Messe Stuttgart mit einem völlig neuen und hochkarätigen Kongress. International renommierte Referenten werden die spannendsten Innovationen vorstellen, die es zurzeit in den Bereichen Medizintechnik, Medizinforschung und Klinikorganisation gibt. An den drei Vormittagen stehen die medizinischen Fortschritte im Vordergrund, an den Nachmittagen geht es um ökonomische Themen, die das wirtschaftliche Überleben von Krankenhäusern sichern.
Das Bild bestimmt die Zukunft der Medizin
Der erste Vormittag auf dem Kongress „Medizin braucht Zukunft“ ist ganz dem Bild gewidmet. In seinem Impulsreferat wird Prof. Bamberg, Direktor des Universitätsklinikums Tübingen, den Bogen von der innovativen Diagnostik bis zur individualisierten Therapie spannen. In drei Panels geht es dann um die neuesten Methoden zur Diagnostik von Herz-, Krebs- und Gehirnerkrankungen. Schneller, besser, schonender ist das Motto von Prof. Achenbach aus Erlangen, der über die Zukunft der Kardio-CT sprechen wird. Prof. Langer aus Freiburg stellt den neuen 4D-MRT zur Diagnostik des Herz-Kreislaufsystems vor, Torsten Krümmel aus Jena das Magnetfeld-Imaging-System und Dr. Beer aus München erklärt die Bedeutung von PET/CT und SPECT/CT für die Diagnostik des Herzens.
Vor allem in der onkologischen Bildgebung führen die neuen Hybridgeräte zu einem Paradigmenwechsel. „Sie verschieben den Fokus von einer rein organbezogenen Sicht hin zu einer ganzheitlichen Krankheitsdiagnostik“, so Prof. Claussen aus Tübingen. Die Verlaufsbeobachtung und Optimierung von Tumortherapien mittels hybrider Bildgebung ist der Schwerpunkt des Vortrags von Dr. Antoch aus Essen. Prof. Schulz-Wendtland aus Erlangen wird über seine Erfahrungen mit der digitalen Mammographie mit Tomosynthese berichten und Prof. Günter Layer aus Ludwigshafen die Frage stellen, ob die virtuelle Endoskopie mittels CT oder Kernspin eine gleichwertige Alternative zur herkömmlichen Magen-Darmspiegelung darstellt.
Auch das Gehirn gibt allmählich seine Geheimnisse preis. Faszinierende Einblicke in unser Denkorgan wird Prof. Forsting aus Essen dem Publikum zeigen. „Was kann die moderne Bildgebung zur Früherkennung von Alzheimer leisten?“ fragt Prof. Daniela Berg aus Tübingen. Prof. Hampel aus Dublin stellt die gleiche Frage für die Parkinson-Krankheit und Prof. Henkes aus Stuttgart macht sich auf die Spur des Schlaganfall-Risikos.
Wie kommt das Neue in die Medizin?
Eine Medizin mit Zukunft braucht einen ständigen Fluss an Innovationen – aber auch die kritische Reflexion, ob das Neue in jedem Fall besser ist als das Alte. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, Prof. Bauer, wird sich am zweiten Kongresstag in seinem Impulsreferat mit dem Innovationstransfer in der Chirurgie auseinandersetzen. Im Panel „Chirurgie ohne Skalpell“ stellt Prof. Lange aus München eine Herzklappen-OP mittels Katheter vor und Prof. Gerlinde Debus aus Dachau die fokussierte Ultraschalltherapie, mit der sie bereits Myome in der Gebärmutter entfernt. Prof. Rösch aus Hamburg ist einer der wenigen, die sich mit dem Endoskop an den Darmkrebs herantrauen. Und was von Blinddarmoperationen durch den Mund oder Gallenblasen-OP’s durch die Vagina zu halten ist, wird Prof. Buhr aus Berlin in seinem Vortrag über NOTES sehr kritisch beleuchten.
Komplizierte Eingriffe werden durch Navigationsgeräte immer perfekter und risikoärmer. Sie legen den roten Faden durch sensible Körperregionen und führen via Bildgebung den Operateur sicher ans Ziel. Am Beispiel der Strahlentherapie erläutert dies Prof. Wenz aus Mannheim, für die Neurochirurgie Prof. Seifert aus Frankfurt, für die Endoprothetik Dr. Bäthis aus Köln. Wie die Rekonstruktion eines zerstörten Gesichts mithilfe des Computers möglich ist, zeigt Prof. Zeilhofer aus Basel mit aufregenden Vor- und Nachher-Bildern.
Ingenieure, Physiker und Mediziner arbeiten gemeinsam an elektronischen Implantaten, die verloren gegangene Körperfunktionen wiederherstellen sollen. Prof. Pfister leitet das Cochlear-Implantat-Zentrum in Tübingen, neue Schrittmacher für die Tiefe Hirnstimulation setzt Prof. Volkmann aus Kiel ins Gehirn seiner Parkinson- oder Depressionspatienten ein. Neuronale Prothesen für Gelähmte entwickelt Prof. Andrea Kübler aus Tübingen und Prof. Körfer aus Bad Oeynhausen forscht an immer besseren Kunstherzen, die die Zeit bis zur Transplantation überbrücken.
Präzision statt Standard: Zielgerichtete Therapien
Auch die Pharmaindustrie braucht Zukunft. Deshalb ist der Freitagvormittag den Innovationen aus der Biotechnologie gewidmet. Ob gegen Demenz oder Depression, gegen Gehirntumor, Darm- oder Brustkrebs: Personalisierte Arzneien werden bald die Blockbuster ersetzen. Wie winzigste Nanopartikel mit chemischen Wirkstoffen zu Krebsstammzellen gelangen, wird Prof. Borlak aus Hannover erklären. Die Züchtung von Gewebe zeitigt erste Erfolge. Inzwischen gibt es nicht nur Haut und Knorpel aus dem Labor, wie Dr. Sittinger aus Berlin erläutern wird. Dr. Sodian aus München arbeitet an mitwachsenden Herzklappen für Babys aus Nabelschnurblut und Dr. Johanne Schanz aus Stuttgart an Trägerstrukturen für neue Organe aus Darmgewebe.
Überlebensstrategien für Kliniken
Die High-Tech-Medizin wird immer schneller und schonender – billiger wird sie nicht. Der technologische Fortschritt muss aber nicht nur Geld kosten – er kann auch helfen, Geld einzusparen. In seinem Impulsreferat wird am Freitag der Klinische Direktor des Klinikums Stuttgart, Prof. Krier, die Entwicklung des Krankenhauses von der Manufaktur zum modernen Dienstleistungsunternehmen nachzeichnen.
An den Nachmittagen des Kongresses „Medizin braucht Zukunft“ stehen die ökonomische Fragen der Kliniken im Vordergrund: Können durch kluge Strukturveränderungen Rationierungen vermieden und Kliniken trotzdem wirtschaftlich geführt werden? Was tragen IT-Systeme, Patientenpfade, Logistik und Controlling zur Prozessoptimierung bei? Können Krankenhausinformationssysteme und biometrische Methoden eine Klinik in die Zukunft führen? Welche Einsparpotentiale und Gewinnchancen bergen Kooperationen?
Auf Messers Schneide: Live aus dem OP der Zukunft
Auf Messers Schneide steht der Donnerstagnachmittag. Prof. Wallwiener wird eine Live-Übertragung aus dem Innovations-OP OR1 der Tübinger Universitätsfrauenklinik moderieren. Dieser Operationssaal – einer der modernsten in Europa – wurde von den Firmen Karl Storz und Erbe installiert. Hier gibt es weder Stolperfallen aus Kabeln noch Probleme mit den Schnittstellen. Über einen zentralen Touchscreen sind sämtliche Geräte zu bedienen. Auch das Problem der Hygiene scheint hier gelöst. Doch viele Kliniken und OP’s kämpfen noch gegen den Angriff der Superbakterien. Der Hygieniker Dr. Zastrow aus Berlin weiß die Antwort, wie diese unsichtbaren Feinde zu stoppen sind. Kurze Liegezeiten sind angenehm für den Patienten und gut für das Budget der Klinik. Doch wie erreicht man dies ohne „blutige Entlassungen“? Fast-Track-Chirurgie scheint die Lösung. Wie sie funktionieren kann, erläutern Prof. Schwenk aus Hamburg, Dr. Sander aus Berlin, Prof. Köninger und Dr. Junger aus Stuttgart.
Medizin ohne Grenzen
Der Freitagnachmittag öffnet die Grenzen weit über Deutschland hinaus. Telemedizinprojekte werden auf ihre Machbarkeit überprüft, ebenso die viel beschworene Globalisierung, die im Gesundheitsmarkt angeblich Einzug hält und doch immer wieder an den nationalen Schlagbäumen scheitert. Grenzen überwindet der internationale Patiententourismus, doch wie wird er sich entwickeln in Zeiten der Krise? Und haben Thailand, Indien und Singapur nicht längst schon die Nase vorn?
Neben den Fortschritten der Medizin wird auf dem Kongress auch eine der wichtigsten Zukunftsfragen unserer Gesellschaft erörtert werden: Können wir uns das alles noch für alle leisten? Impulsvorträge von bekannten Persönlichkeiten thematisieren ethische Fragen des medizinischen Fortschritts. In Podiums- sowie in Pro-und-Contra-Diskussionen stoßen gegensätzliche Meinungen aufeinander, die sicherlich zu spannenden Debatten mit dem Publikum führen werden.
Am 24. Juni findet von 16 bis 17 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema statt „MPG-Novelle greift 2010 – Wie bereiten sich Krankenhäuser bei IT und Medizintechnik vor?“.
Mehr Informationen zu Kongress und Ausstellung gibt es in der Juni-Ausgabe von Management & Krankenhaus. Leser können eines von zehn Tagestickets im Wert von 89 € gewinnen. E-Mail mit Stichwort „TopClinica“ an die Redaktion genügt – mk@gitverlag.com; Einsendeschluss ist der 17. Juni. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
www.topclinica.de