„Eine prägende Persönlichkeit der IT fürs Gesundheitswesen“

Prof. Paul Schmücker feiert runden Geburtstag

 

Prof. Paul Schmücker (links) und sein ehemaliger Schüler, Dr. Carl Dujat (Foto: MR)

Prof. Paul Schmücker (links) und sein ehemaliger Schüler, Dr. Carl Dujat (Foto: MR)

 „Paul Schmücker hat sich als glühender Verfechter praktikabler Lösungsansätze im Bereich Healthcare IT einen Namen gemacht“, fasst sein ehemaliger Schüler Dr. Carl Dujat zusammen. Der „stete, mitunter unbequeme Mahner für Praxisnähe und Wirtschaftlichkeit der Lösungen“ wurde Mitte März 60 Jahre alt.

Die Entwicklung der Medizininformatik prägte Prof. Schmücker mehr als ein Vierteljahrhundert hindurch in mehreren Funktionen mit: Als Referent und Organisator von Fachveranstaltungen, als Vorsitzender mehrerer Arbeitsgruppen, als Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen – insbesondere des „Leitfadens für das rechnerunterstützte Dokumentenmanagement und die digitale Archivierung von Patientenunterlagen im Gesundheitswesen“ in Zusammenarbeit mit dem GIT Verlag – sowie als Professor für das Lehrgebiet Medizinische Informatik an der Hochschule Mannheim, wo er heute als Institutsleiter tätig ist.

In seinen „Heidelberger Jahren“ war Prof. Schmücker Stellvertreter des Lehrstuhlinhabers Prof. Dr. Reinhold Haux, der heute Geschäftsführender Direktor am Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig ist. Wie beurteilt Prof. Haux die Person und die Arbeit des Jubilars? „Paul Schmücker hat fachlich äußerst viel bewegt. Er ist eine beeindruckende Persönlichkeit, die – auch wenn es einmal Gegenwind gibt – die Position hält und die Akteure auf den verschiedenen Seiten verbindet.“

Was wünschen ihm der ehemalige Vorgesetzte und der Schüler für die Zukunft? „Weiterhin ganz viele Projekte, an denen er mitwirken und die er – mit Ruhe und Gelassenheit – auf einen guten Weg bringen kann.“ Sollten große Vorhaben, bei denen Prof. Schmücker eine tragende Rolle innehat, nicht vor seinem (Un)Ruhestand realisiert werden – fügt Dr. Dujat mit einem Schmunzeln hinzu – „so gehen wir davon aus, dass Paul auch nach diesem sich langsam abzeichnenden Termin die wesentlichen Veranstaltungen der Branche in gekannter Art und Weise kompetent begleiten und kommentieren wird!“.

Kollegen, Partner, Freunde und der Verlag wünschen dem Jubilar alles Gute.

 

Stationen eines engagierten Lebens

 

Nach seinem Studium der Informatik mit Nebenfach Betriebswirtschaftslehre forschte Prof. Schmücker am Physiologischen Institut der Universität Kiel und arbeitete im Institut für Medizinische Informatik der Universität Gießen. Als IT-Leiter des Universitätsklinikums Heidelberg war er mit der Planung und Koordination der Informationsverarbeitung und der Durchführung von Projekten im Bereich der Patientenversorgung betraut. Daraufhin wurde er als Professor für das Lehrgebiet Medizinische Informatik an der Hochschule Mannheim tätig, wo er heute die Funktion des Institutsleiters innehat.

 

Seine Arbeitsschwerpunkte bilden u. a.:

Strategisches und taktisches Informationsmanagement im Gesundheitswesen

Workflow im Krankenhaus

Elektronisches Dokumentenmanagement und digitale Archivierung

Elektronische Patientenakte

Elektronische Gesundheitsakte

Elektronische Gesundheitskarte

Gesundheitstelematik und telemedizinische Anwendungen

Klinische Arbeitsplatzsysteme

Rechtsfragen zur Dokumentation, Kommunikation und Archivierung im Gesundheitswesen

Bewertung von Informationssystemen des Gesundheitswesens

 

Zu diesen Themen ist er auf zahlreichen Tagungen und Seminaren als Redner vertreten. Außerdem kann er auf über 150 Fachaufsätze in Zeitschriften oder Sammelbänden verweisen. Er ist Veranstalter von mehr als 30 Fachkonferenzen zu elektronischen Dokumentenmanagement- und Archivierungssystemen bzw. rechnerunterstützten Informationssystemen des Gesundheitswesens.

 

Er übernahm die Konsortialführerschaft im Verbundprojekt „ArchiSig – Beweiskräftige und sichere Langzeitarchivierung digital signierter Dokumente”, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wurde. Ferner erarbeitete er federführend das Gutachten „SEPA BaWü – die sektorenübergreifende elektronische Patientenakte: Spezifikation für prototypische Anwendungen zur rechnerunterstützten regionalen Informationsversorgung im Gesundheitswesen des Landes Baden-Württemberg” für das Sozialministerium Baden-Württemberg und das Gesundheitsforum Baden-Württemberg.

 

In den letzten Jahren beschäftigte er sich intensiv mit der Integration der Elektronischen Gesundheitskarte in rechnerunterstützte Krankenhausinformationssysteme und mit der Anbindung der Krankenhäuser an die Gesundheitstelematikplattform, insbesondere mit den Schnittstellen zwischen Krankenhaus und Telematikplattform und den dadurch bedingten Änderungen der rechnerunterstützten Behandlungsprozesse im Krankenhaus.

 

Prof. Schmücker leitete über lange Jahre die Arbeitsgruppen „Archivierung von Krankenunterlagen” und „Informationssysteme im Gesundheitswesen” der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) e.V. Seit 2008 ist er Leiter des GMDS-Fachausschusses „Medizinische Informatik”.

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