conhIT 2009 holt im April die wichtigen Akteure in die Bundeshauptstadt
Es ist schon ein Meisterstück, das den Veranstaltern in Berlin gelungen ist: Die vielfach geforderte zeitliche Trennung von Kongress bzw. Akademie und Industrieausstellung, die Einbindung praxisnaher Veranstaltungen führender Fachorganisationen und eine Ausstellerliste, die nach den Wirren der letzten Zeit und trotz der Sparmaßnahmen in der Anbieterlandschaft beachtlich ist. Jetzt müssen nur noch die Krankenhausvertreter ihre Reiseanträge unterzeichnet bekommen.
Doch genau dieser Aspekt – mit seiner Schlüsselfunktion für einen nachhaltigen Erfolg der neuen Struktur – sieht vielversprechend aus. Reisebudgets sind zwar knapp, und die Fahrt zur Spree ist für die meisten Teilnehmer aufwändig; das geballte Informationsangebot mit Deckung durch die Verbände gibt den IT-Leitern jedoch allzu gute Argumente an die Hand.
Bedeutung der IT weiter ansteigend
In den Führungsetagen setzt sich nämlich zunehmend das Verständnis durch, dass IT für zahlreiche Facetten des Geschäfts mit der Gesundheit unabdinglich – und neueste Trendinformationen hierzu geschäftskritisch ist. „So setzen etwa Morbi-RSA-orientierte Kodierung und Selektivverträge IT voraus“, wie Jens Naumann im Rahmen der kürzlichen conhIT-Presserunde erläuterte. Allgemein vollzieht sich im Markt nach der Etablierung von KIS und anderer Primärsysteme jetzt laut dem VHitG-Vorsitzenden – der zugleich im conhIT-Präsidium sitzt – eine Vertiefung der Applikationen, etwa bei der Dokumentation und Prozessführung.
Die wichtigsten IT-Anwendungsgebiete
Neben dem Prozessmanagement – mit Data Warehousing – zählen zu den strategischen Anwendungsgebieten der IT nach Angaben von Prof. Dr. Klaus Kuhn die Vermeidung von Fehlern des Personals – auch in Deutschland ein zunehmend in der Öffentlichkeit wahrgenommenes Problem – und die sektorenübergreifende „Continuity of care“. Derlei Themen haben in das umfangreiche Kongressprogramm mit seiner Vielzahl bekannter Köpfe Eingang gefunden. Auch das persönliche Gesundheitsmanagement der Patienten, in Deutschland insbesondere von den Kostenträger vorangetrieben, findet auf der Agenda seinen Platz; die translationale Bioinformatik – laut Prof. Kuhn ein viertes Aktionsgebiet zukunftsorientierter IT – mit dem Ziel der personalisierten Therapie wird die GMDS wohl eher auf ihrer wissenschaftlichen Herbstveranstaltung debattieren. Mit der Industrie bei der conhIT zusammenzugehen, lag für den GMDS-Präsidenten auf der Hand: Die Auseinandersetzung mit konkret im Markt verfügbaren Werkzeugen spielt eine entscheidende Rolle.
Einen internationalen Touch fügt Prof. Dr. Paul Schmücker von der GMDS der conhIT durch eine Session hinzu, die IT-Tendenzen in anderen Gesundheitssystemen präsentiert – aus der Schweiz, aus Russland und Japan. Sämtliche Vorträge des conhIT-Kongresses 2009 werden im Übrigen simultan ins Englische bzw. Deutsche übersetzt.
Die Vielfalt des Informationsangebotes zieht an – dies, so BVMI-Präsident Dr. Carl Dujat, sollte die Entscheidung für die Reise an die Spree erleichtern: Die Schlüsselthemen, die relevante Akteure und ziemlich sicher auch die Kollegen, mit denen man sich austauschen möchte, machen aus der conhIT ein „must“.